Provisionsfrei Immobilien kaufen erklärt: Modell, Kosten und Hintergründe
Provisionsfrei Immobilien kaufen erklärt heißt zunächst einmal: Sie erwerben eine Immobilie, ohne als Käufer eine Maklerprovision an einen Vermittler zu zahlen. Bei einem Kaufpreis von 500.000 Euro sind das in Österreich schnell rund 18.000 Euro, die nicht in Ihre Immobilie fließen, sondern in die Vermittlungsleistung. Genau deshalb reagieren viele Interessenten skeptisch, wenn ein Anbieter mit Provisionsfreiheit wirbt. Die häufigste Frage lautet: Wo ist der Haken?
Dieser Beitrag beantwortet genau diese Frage. Er erklärt, wer den Vertrieb bezahlt, wenn Sie es nicht tun, warum das Modell weder ein Rabatt noch ein Marketingtrick ist, welche Kosten trotzdem bestehen bleiben und woran Sie seriöse von unseriösen Angeboten unterscheiden. Wenn Sie zunächst die reine Begriffsdefinition suchen, finden Sie diese im Grundlagenartikel was bedeutet provisionsfrei.
Provisionsfrei Immobilien kaufen erklärt: Was der Begriff rechtlich und praktisch bedeutet
Provisionsfrei bedeutet: Zwischen Ihnen und einem Makler entsteht kein Vermittlungsvertrag, aus dem eine Zahlungspflicht folgt. Sie schulden niemandem ein Honorar dafür, dass Ihnen das Objekt gezeigt und der Kaufabschluss begleitet wurde. Der Kaufpreis im Vertrag ist der Betrag, den Sie an den Verkäufer zahlen – ohne aufgeschlagene Vermittlungsgebühr.
In Österreich liegt die übliche Käuferprovision bei Objekten über 48.448,51 Euro bei bis zu 3 Prozent des Kaufpreises zuzüglich 20 Prozent Umsatzsteuer, also 3,6 Prozent brutto. In Deutschland gilt seit Dezember 2020 bei Wohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäusern das Teilungsprinzip: Der Käufer darf höchstens so viel zahlen wie der Verkäufer. Üblich sind dort je Seite 2,38 bis 3,57 Prozent inklusive Mehrwertsteuer. Diese Beträge sind kein Randposten, sondern ein spürbarer Anteil Ihres Eigenkapitals.
Wichtig ist die Abgrenzung: Provisionsfrei heißt nicht „günstiger als der Markt“ und auch nicht „ohne Nebenkosten“. Grunderwerbsteuer, Grundbucheintragung, Notar- oder Vertragserrichtungskosten und gegebenenfalls Finanzierungsnebenkosten fallen weiterhin an. Weg fällt ausschließlich der Vermittlungsanteil.
Wer zahlt den Vertrieb? Das Geschäftsmodell hinter der Provisionsfreiheit
Jede Immobilie muss vermarktet werden. Fotos, Exposés, Website, Beratung, Besichtigungen, Reservierung, Begleitung bis zum Vertrag – das kostet Geld. Die einzige Frage ist, wer diese Leistung bezahlt. Beim klassischen Maklermodell zahlt sie zu einem erheblichen Teil der Käufer. Beim provisionsfreien Modell zahlt sie der Verkäufer beziehungsweise der Bauträger.
Der Bauträger ist der Auftraggeber
Bei Neubauprojekten kalkuliert der Bauträger von Beginn an Vertriebskosten in sein Projektbudget ein – so wie Grundstück, Bau, Planung, Finanzierung und Marketing. Ob er dafür eigene Mitarbeiter beschäftigt, eine Agentur beauftragt oder mit einem spezialisierten Vertriebspartner zusammenarbeitet, ist für ihn eine reine Effizienzfrage. Ein Partner, der laufend Käufer für Ferienimmobilien erreicht und die Zielgruppe kennt, verkauft Einheiten in der Regel schneller und planbarer, als es ein Bauträger allein könnte. Schnellerer Abverkauf bedeutet kürzere Zwischenfinanzierung und geringeres Risiko – beides hat für den Bauträger einen konkreten Geldwert.
Bei INVESTMENT & living läuft es genau so: Auftraggeber ist der Bauträger, nicht Sie. Die Vergütung ist Teil der Projektkalkulation des Entwicklers und wurde dort eingeplant, bevor der erste Preis veröffentlicht wurde. Als Käufer zahlen Sie den ausgewiesenen Kaufpreis – ohne zusätzliche Vermittlungsgebühr.
Warum das kein Trick mit aufgeschlagenen Preisen ist
Der häufigste Einwand lautet: „Dann ist die Provision eben im Kaufpreis versteckt.“ Diese Sorge ist verständlich, hält der Marktlogik aber nicht stand. Neubaupreise in Ferienregionen entstehen nicht frei erfunden, sondern im direkten Wettbewerb mit vergleichbaren Projekten derselben Lage. Ein Bauträger, der zwei bis drei Prozent über dem Marktniveau anbietet, verkauft langsamer – und verliert damit genau den Vorteil, den er durch den externen Vertrieb gewinnen wollte.
Hinzu kommt: Beim klassischen Modell wird der Vertrieb ebenfalls bezahlt, nur zusätzlich zum Kaufpreis und sichtbar auf Ihrer Kostenaufstellung. Der Unterschied liegt nicht darin, ob Vertriebskosten existieren, sondern wer sie trägt und ob sie Ihre Kaufnebenkosten erhöhen. Ein sachlicher Preisvergleich mit anderen Objekten derselben Region ist trotzdem sinnvoll – er ist bei jedem Kauf sinnvoll, unabhängig vom Provisionsmodell.
Wo bleibt die Neutralität?
Ein fairer Punkt: Wer vom Bauträger bezahlt wird, ist kein unabhängiger Gutachter. Seriöse Anbieter machen das transparent, statt es zu verschleiern. Sie erkennen Seriosität daran, dass Vergütungsstruktur, Bauträger, Betreiberkonzept, Auslastungsannahmen und Kostenpositionen offengelegt werden und dass auch Risiken benannt werden. Wenn Sie ein unabhängiges Zweitgutachten wünschen, steht Ihnen der Weg über einen Sachverständigen oder Ihren Steuerberater ohnehin offen – und das sollte kein Anbieter zu verhindern versuchen.
Vergleichstabelle: Kauf mit Maklerprovision und provisionsfreier Kauf im direkten Gegenüber
Die folgende Tabelle zeigt beide Modelle bei einem angenommenen Kaufpreis von 500.000 Euro in Österreich. Der Unterschied liegt nicht im Leistungsumfang, sondern in der Kostenträgerschaft.
Kriterium | Kauf mit Käuferprovision | Provisionsfreier Kauf |
|---|---|---|
Auftraggeber des Vertriebs | Meist beide Seiten oder der Käufer | Ausschließlich Bauträger/Verkäufer |
Provision Käufer (AT, 3,6 % brutto) | 18.000 € | 0 € |
Grunderwerbsteuer 3,5 % | 17.500 € | 17.500 € |
Grundbucheintragung 1,1 % | 5.500 € | 5.500 € |
Vertragserrichtung/Treuhand ca. 1,5 % | 7.500 € | 7.500 € |
Kaufnebenkosten gesamt | 48.500 € (9,7 %) | 30.500 € (6,1 %) |
Benötigtes Eigenkapital bei 20 % Anzahlung | 148.500 € | 130.500 € |
Wirkung auf die Anfangsrendite | Höhere Gesamtinvestition, niedrigere Rendite | Geringere Gesamtinvestition, höhere Rendite |
Der Aha-Moment liegt in der letzten Zeile. Die 18.000 Euro sind nicht nur ein einmaliger Kostenblock, sie verändern die Basis jeder Renditeberechnung dauerhaft. Denn die Rendite bemisst sich an der Gesamtinvestition, nicht am Kaufpreis allein.
Provisionsfrei Immobilien kaufen erklärt am Rechenbeispiel
Nehmen wir eine Ferienwohnung mit 500.000 Euro Kaufpreis und 22.000 Euro Nettomieteinnahmen pro Jahr nach Betriebs- und Betreiberkosten.
Variante A – mit Provision: Gesamtinvestition 548.500 Euro. 22.000 ÷ 548.500 = 4,01 Prozent Nettorendite.
Variante B – provisionsfrei: Gesamtinvestition 530.500 Euro. 22.000 ÷ 530.500 = 4,15 Prozent Nettorendite.
Der Unterschied von 0,14 Prozentpunkten wirkt klein, entspricht über eine Haltedauer von 15 Jahren aber rund 18.000 Euro plus deren entgangener Verzinsung – Geld, das im provisionsfreien Modell von Anfang an in Ihrem Eigenkapital bleibt oder die Finanzierungssumme reduziert. Wie Sie solche Kennzahlen sauber aufstellen, lesen Sie im Detail unter immobilien rendite berechnen.
Ein praktisches Beispiel für ein provisionsfrei angebotenes Projekt ist die PirklAlm Resort in der Steiermark, bei der die kalkulierte Rendite von rund 8 Prozent auf der tatsächlichen Gesamtinvestition beruht – also ohne zusätzlichen Provisionsaufschlag auf der Käuferseite.
Was beim provisionsfreien Kauf trotzdem zu prüfen ist
Provisionsfreiheit ist ein Kostenvorteil, kein Qualitätsurteil. Die eigentliche Prüfung Ihrer Investition beginnt danach. Diese Punkte sollten Sie unabhängig vom Provisionsmodell durchgehen:
Die Kaufnebenkosten bleiben
Grunderwerbsteuer, Grundbuch und Vertragserrichtung machen in Österreich rund 6 Prozent aus, in Deutschland je nach Bundesland 5 bis 8 Prozent. Kalkulieren Sie diese Positionen immer mit ein – auch dann, wenn keine Provision anfällt.
Betreiberkonzept und Auslastungsannahmen
Bei touristisch genutzten Objekten entscheidet der Betreibervertrag über Ihren tatsächlichen Ertrag: Wer vermietet, welche Kostenquote gilt, wie werden Eigennutzungstage angerechnet, wie lange läuft der Vertrag? Prüfen Sie außerdem, ob die angenommene Auslastung zu den regionalen Durchschnittswerten passt. Wie diese Faktoren zusammenspielen, vertieft der Beitrag zur ferienimmobilie als kapitalanlage.
Widmung, Bauträgervertrag und Finanzierung
Ist die touristische Vermietung planungsrechtlich zulässig? Wie sind Ratenplan und Sicherheiten nach dem Bauträgervertragsgesetz geregelt? Welche Steuerfolgen hat die Nutzungsform in Ihrem Fall? Diese Fragen entscheiden über den Erfolg Ihrer Anlage weit stärker als die Provisionsfrage. Einen strukturierten Überblick über den gesamten Prüfprozess bietet der Leitfaden kapitalanlage immobilien kaufen.
Rechnen Sie den Effekt für Ihr eigenes Objekt durch
Ob sich die ersparte Provision in Ihrem konkreten Fall in Zehntelprozentpunkten oder in einem spürbaren Cashflow-Unterschied niederschlägt, hängt von Kaufpreis, Finanzierungsquote, Zinssatz, Auslastung und Betreiberkosten ab. Statt mit Faustformeln zu arbeiten, setzen Sie Ihre eigenen Zahlen ein: Berechnen Sie Ihre persönliche Ferienimmobilien-Rendite mit dem Renditerechner von INVESTMENT & living. Vergleichen Sie dabei einmal mit und einmal ohne Provisionsaufschlag in der Gesamtinvestition – der Unterschied wird unmittelbar sichtbar.
Woran Sie ein belastbares provisionsfreies Angebot erkennen
Vier Merkmale helfen bei der Einordnung:
Erstens: offengelegte Vergütungsstruktur. Ein Anbieter sollte auf Nachfrage klar sagen, von wem er bezahlt wird. Ausweichende Antworten sind ein Warnsignal.
Zweitens: schriftliche Bestätigung. Die Provisionsfreiheit sollte im Exposé, in der Reservierungsvereinbarung und im Kaufanbot dokumentiert sein – nicht nur mündlich im Gespräch.
Drittens: keine Ersatzgebühren. Prüfen Sie, ob statt der Provision Bearbeitungs-, Reservierungs- oder Beratungspauschalen erhoben werden. Bei sauberen Modellen gibt es diese nicht.
Viertens: Marktvergleich möglich. Der Quadratmeterpreis sollte sich mit vergleichbaren Neubauprojekten derselben Region decken. Ein Anbieter, der diesen Vergleich scheut, gibt Ihnen eine Antwort, ohne sie auszusprechen.
Fazit
Provisionsfrei kaufen bedeutet, dass der Bauträger den Vertrieb bezahlt und nicht Sie. Das Modell funktioniert, weil ein spezialisierter Vertriebspartner Einheiten schneller und zielgerichteter verkauft – ein Vorteil, den der Entwickler in seiner Kalkulation bereits berücksichtigt hat. Für Sie bedeutet das niedrigere Kaufnebenkosten, weniger gebundenes Eigenkapital und eine bessere Ausgangsbasis für die Rendite. Was es nicht bedeutet: dass Sie auf die Prüfung von Lage, Bauqualität, Betreiberkonzept und Vertragsgestaltung verzichten können. Die ersparte Provision ist ein guter Startvorteil – die eigentliche Arbeit beginnt danach.
Häufige Fragen zum provisionsfreien Immobilienkauf
Ist provisionsfrei kaufen wirklich günstiger oder steckt die Provision im Preis?
In der Regel ist es tatsächlich günstiger, weil der Vertriebsaufwand beim Bauträger anders kalkuliert wird als eine zusätzlich auf den Kaufpreis aufgeschlagene Käuferprovision. Neubaupreise entstehen im direkten Wettbewerb mit vergleichbaren Projekten derselben Region – ein deutlich überhöhter Preis würde den Abverkauf verlangsamen. Prüfen Sie den Quadratmeterpreis dennoch immer gegen vergleichbare Objekte der Lage. Stimmt er mit dem Marktniveau überein, ist die ersparte Provision ein realer Vorteil.
Welche Kosten fallen beim provisionsfreien Kauf trotzdem an?
Alle gesetzlichen und vertraglichen Nebenkosten bleiben bestehen. In Österreich sind das 3,5 Prozent Grunderwerbsteuer, 1,1 Prozent Grundbucheintragung und etwa 1 bis 2 Prozent für Vertragserrichtung und Treuhandabwicklung, zusammen rund 6 Prozent. In Deutschland liegt die Grunderwerbsteuer je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent, hinzu kommen Notar- und Grundbuchkosten von etwa 1,5 bis 2 Prozent. Bei Finanzierung kommen Kosten für die grundbücherliche Sicherstellung dazu.
Bekomme ich beim provisionsfreien Kauf weniger Beratung?
Der Leistungsumfang hängt vom Anbieter ab, nicht vom Provisionsmodell. Da der Bauträger den Vertrieb beauftragt, besteht ein wirtschaftliches Interesse an einer sauberen, vollständigen Abwicklung bis zum Vertragsabschluss. Achten Sie darauf, dass Ihnen Bauträgervertrag, Betreibervertrag, Auslastungsannahmen und Kostenpositionen vollständig vorgelegt werden. Für eine unabhängige Einschätzung können Sie zusätzlich einen Steuerberater oder Sachverständigen hinzuziehen – das ist bei jedem Modell sinnvoll.
Gilt die Provisionsfreiheit auch bei Bestandsimmobilien?
Meist nicht. Das Modell funktioniert vor allem bei Neubau- und Projektentwicklungen, weil dort ein Bauträger mehrere Einheiten gleichzeitig vermarktet und Vertriebskosten von Anfang an in die Projektkalkulation einstellt. Bei Einzelverkäufen im Bestand beauftragt in der Regel der Privatverkäufer einen Makler – ob und in welcher Höhe eine Käuferprovision anfällt, hängt dann vom jeweiligen Land und vom Einzelfall ab.
Ihr nächster Schritt
Wenn Sie wissen möchten, wie sich ein provisionsfreier Kauf bei einem konkreten Objekt auf Ihre Gesamtinvestition und Ihre Rendite auswirkt, sehen Sie sich die aktuellen Projekte und Kalkulationsbeispiele an: investmentandliving.com. Sie erhalten dort Zahlen, Verträge und Annahmen offengelegt – und können in Ruhe entscheiden.
Provisionsfrei Immobilien kaufen erklärt: Modell, Kosten und Hintergründe
Provisionsfrei Immobilien kaufen erklärt heißt zunächst einmal: Sie erwerben eine Immobilie, ohne als Käufer eine Maklerprovision an einen Vermittler zu zahlen. Bei einem Kaufpreis von 500.000 Euro sind das in Österreich schnell rund 18.000 Euro, die nicht in Ihre Immobilie fließen, sondern in die Vermittlungsleistung. Genau deshalb reagieren viele Interessenten skeptisch, wenn ein Anbieter mit Provisionsfreiheit wirbt. Die häufigste Frage lautet: Wo ist der Haken?
Dieser Beitrag beantwortet genau diese Frage. Er erklärt, wer den Vertrieb bezahlt, wenn Sie es nicht tun, warum das Modell weder ein Rabatt noch ein Marketingtrick ist, welche Kosten trotzdem bestehen bleiben und woran Sie seriöse von unseriösen Angeboten unterscheiden. Wenn Sie zunächst die reine Begriffsdefinition suchen, finden Sie diese im Grundlagenartikel was bedeutet provisionsfrei.
Provisionsfrei Immobilien kaufen erklärt: Was der Begriff rechtlich und praktisch bedeutet
Provisionsfrei bedeutet: Zwischen Ihnen und einem Makler entsteht kein Vermittlungsvertrag, aus dem eine Zahlungspflicht folgt. Sie schulden niemandem ein Honorar dafür, dass Ihnen das Objekt gezeigt und der Kaufabschluss begleitet wurde. Der Kaufpreis im Vertrag ist der Betrag, den Sie an den Verkäufer zahlen – ohne aufgeschlagene Vermittlungsgebühr.
In Österreich liegt die übliche Käuferprovision bei Objekten über 48.448,51 Euro bei bis zu 3 Prozent des Kaufpreises zuzüglich 20 Prozent Umsatzsteuer, also 3,6 Prozent brutto. In Deutschland gilt seit Dezember 2020 bei Wohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäusern das Teilungsprinzip: Der Käufer darf höchstens so viel zahlen wie der Verkäufer. Üblich sind dort je Seite 2,38 bis 3,57 Prozent inklusive Mehrwertsteuer. Diese Beträge sind kein Randposten, sondern ein spürbarer Anteil Ihres Eigenkapitals.
Wichtig ist die Abgrenzung: Provisionsfrei heißt nicht „günstiger als der Markt“ und auch nicht „ohne Nebenkosten“. Grunderwerbsteuer, Grundbucheintragung, Notar- oder Vertragserrichtungskosten und gegebenenfalls Finanzierungsnebenkosten fallen weiterhin an. Weg fällt ausschließlich der Vermittlungsanteil.
Wer zahlt den Vertrieb? Das Geschäftsmodell hinter der Provisionsfreiheit
Jede Immobilie muss vermarktet werden. Fotos, Exposés, Website, Beratung, Besichtigungen, Reservierung, Begleitung bis zum Vertrag – das kostet Geld. Die einzige Frage ist, wer diese Leistung bezahlt. Beim klassischen Maklermodell zahlt sie zu einem erheblichen Teil der Käufer. Beim provisionsfreien Modell zahlt sie der Verkäufer beziehungsweise der Bauträger.
Der Bauträger ist der Auftraggeber
Bei Neubauprojekten kalkuliert der Bauträger von Beginn an Vertriebskosten in sein Projektbudget ein – so wie Grundstück, Bau, Planung, Finanzierung und Marketing. Ob er dafür eigene Mitarbeiter beschäftigt, eine Agentur beauftragt oder mit einem spezialisierten Vertriebspartner zusammenarbeitet, ist für ihn eine reine Effizienzfrage. Ein Partner, der laufend Käufer für Ferienimmobilien erreicht und die Zielgruppe kennt, verkauft Einheiten in der Regel schneller und planbarer, als es ein Bauträger allein könnte. Schnellerer Abverkauf bedeutet kürzere Zwischenfinanzierung und geringeres Risiko – beides hat für den Bauträger einen konkreten Geldwert.
Bei INVESTMENT & living läuft es genau so: Auftraggeber ist der Bauträger, nicht Sie. Die Vergütung ist Teil der Projektkalkulation des Entwicklers und wurde dort eingeplant, bevor der erste Preis veröffentlicht wurde. Als Käufer zahlen Sie den ausgewiesenen Kaufpreis – ohne zusätzliche Vermittlungsgebühr.
Warum das kein Trick mit aufgeschlagenen Preisen ist
Der häufigste Einwand lautet: „Dann ist die Provision eben im Kaufpreis versteckt.“ Diese Sorge ist verständlich, hält der Marktlogik aber nicht stand. Neubaupreise in Ferienregionen entstehen nicht frei erfunden, sondern im direkten Wettbewerb mit vergleichbaren Projekten derselben Lage. Ein Bauträger, der zwei bis drei Prozent über dem Marktniveau anbietet, verkauft langsamer – und verliert damit genau den Vorteil, den er durch den externen Vertrieb gewinnen wollte.
Hinzu kommt: Beim klassischen Modell wird der Vertrieb ebenfalls bezahlt, nur zusätzlich zum Kaufpreis und sichtbar auf Ihrer Kostenaufstellung. Der Unterschied liegt nicht darin, ob Vertriebskosten existieren, sondern wer sie trägt und ob sie Ihre Kaufnebenkosten erhöhen. Ein sachlicher Preisvergleich mit anderen Objekten derselben Region ist trotzdem sinnvoll – er ist bei jedem Kauf sinnvoll, unabhängig vom Provisionsmodell.
Wo bleibt die Neutralität?
Ein fairer Punkt: Wer vom Bauträger bezahlt wird, ist kein unabhängiger Gutachter. Seriöse Anbieter machen das transparent, statt es zu verschleiern. Sie erkennen Seriosität daran, dass Vergütungsstruktur, Bauträger, Betreiberkonzept, Auslastungsannahmen und Kostenpositionen offengelegt werden und dass auch Risiken benannt werden. Wenn Sie ein unabhängiges Zweitgutachten wünschen, steht Ihnen der Weg über einen Sachverständigen oder Ihren Steuerberater ohnehin offen – und das sollte kein Anbieter zu verhindern versuchen.
Vergleichstabelle: Kauf mit Maklerprovision und provisionsfreier Kauf im direkten Gegenüber
Die folgende Tabelle zeigt beide Modelle bei einem angenommenen Kaufpreis von 500.000 Euro in Österreich. Der Unterschied liegt nicht im Leistungsumfang, sondern in der Kostenträgerschaft.
Kriterium | Kauf mit Käuferprovision | Provisionsfreier Kauf |
|---|---|---|
Auftraggeber des Vertriebs | Meist beide Seiten oder der Käufer | Ausschließlich Bauträger/Verkäufer |
Provision Käufer (AT, 3,6 % brutto) | 18.000 € | 0 € |
Grunderwerbsteuer 3,5 % | 17.500 € | 17.500 € |
Grundbucheintragung 1,1 % | 5.500 € | 5.500 € |
Vertragserrichtung/Treuhand ca. 1,5 % | 7.500 € | 7.500 € |
Kaufnebenkosten gesamt | 48.500 € (9,7 %) | 30.500 € (6,1 %) |
Benötigtes Eigenkapital bei 20 % Anzahlung | 148.500 € | 130.500 € |
Wirkung auf die Anfangsrendite | Höhere Gesamtinvestition, niedrigere Rendite | Geringere Gesamtinvestition, höhere Rendite |
Der Aha-Moment liegt in der letzten Zeile. Die 18.000 Euro sind nicht nur ein einmaliger Kostenblock, sie verändern die Basis jeder Renditeberechnung dauerhaft. Denn die Rendite bemisst sich an der Gesamtinvestition, nicht am Kaufpreis allein.
Provisionsfrei Immobilien kaufen erklärt am Rechenbeispiel
Nehmen wir eine Ferienwohnung mit 500.000 Euro Kaufpreis und 22.000 Euro Nettomieteinnahmen pro Jahr nach Betriebs- und Betreiberkosten.
Variante A – mit Provision: Gesamtinvestition 548.500 Euro. 22.000 ÷ 548.500 = 4,01 Prozent Nettorendite.
Variante B – provisionsfrei: Gesamtinvestition 530.500 Euro. 22.000 ÷ 530.500 = 4,15 Prozent Nettorendite.
Der Unterschied von 0,14 Prozentpunkten wirkt klein, entspricht über eine Haltedauer von 15 Jahren aber rund 18.000 Euro plus deren entgangener Verzinsung – Geld, das im provisionsfreien Modell von Anfang an in Ihrem Eigenkapital bleibt oder die Finanzierungssumme reduziert. Wie Sie solche Kennzahlen sauber aufstellen, lesen Sie im Detail unter immobilien rendite berechnen.
Ein praktisches Beispiel für ein provisionsfrei angebotenes Projekt ist die PirklAlm Resort in der Steiermark, bei der die kalkulierte Rendite von rund 8 Prozent auf der tatsächlichen Gesamtinvestition beruht – also ohne zusätzlichen Provisionsaufschlag auf der Käuferseite.
Was beim provisionsfreien Kauf trotzdem zu prüfen ist
Provisionsfreiheit ist ein Kostenvorteil, kein Qualitätsurteil. Die eigentliche Prüfung Ihrer Investition beginnt danach. Diese Punkte sollten Sie unabhängig vom Provisionsmodell durchgehen:
Die Kaufnebenkosten bleiben
Grunderwerbsteuer, Grundbuch und Vertragserrichtung machen in Österreich rund 6 Prozent aus, in Deutschland je nach Bundesland 5 bis 8 Prozent. Kalkulieren Sie diese Positionen immer mit ein – auch dann, wenn keine Provision anfällt.
Betreiberkonzept und Auslastungsannahmen
Bei touristisch genutzten Objekten entscheidet der Betreibervertrag über Ihren tatsächlichen Ertrag: Wer vermietet, welche Kostenquote gilt, wie werden Eigennutzungstage angerechnet, wie lange läuft der Vertrag? Prüfen Sie außerdem, ob die angenommene Auslastung zu den regionalen Durchschnittswerten passt. Wie diese Faktoren zusammenspielen, vertieft der Beitrag zur ferienimmobilie als kapitalanlage.
Widmung, Bauträgervertrag und Finanzierung
Ist die touristische Vermietung planungsrechtlich zulässig? Wie sind Ratenplan und Sicherheiten nach dem Bauträgervertragsgesetz geregelt? Welche Steuerfolgen hat die Nutzungsform in Ihrem Fall? Diese Fragen entscheiden über den Erfolg Ihrer Anlage weit stärker als die Provisionsfrage. Einen strukturierten Überblick über den gesamten Prüfprozess bietet der Leitfaden kapitalanlage immobilien kaufen.
Rechnen Sie den Effekt für Ihr eigenes Objekt durch
Ob sich die ersparte Provision in Ihrem konkreten Fall in Zehntelprozentpunkten oder in einem spürbaren Cashflow-Unterschied niederschlägt, hängt von Kaufpreis, Finanzierungsquote, Zinssatz, Auslastung und Betreiberkosten ab. Statt mit Faustformeln zu arbeiten, setzen Sie Ihre eigenen Zahlen ein: Berechnen Sie Ihre persönliche Ferienimmobilien-Rendite mit dem Renditerechner von INVESTMENT & living. Vergleichen Sie dabei einmal mit und einmal ohne Provisionsaufschlag in der Gesamtinvestition – der Unterschied wird unmittelbar sichtbar.
Woran Sie ein belastbares provisionsfreies Angebot erkennen
Vier Merkmale helfen bei der Einordnung:
Erstens: offengelegte Vergütungsstruktur. Ein Anbieter sollte auf Nachfrage klar sagen, von wem er bezahlt wird. Ausweichende Antworten sind ein Warnsignal.
Zweitens: schriftliche Bestätigung. Die Provisionsfreiheit sollte im Exposé, in der Reservierungsvereinbarung und im Kaufanbot dokumentiert sein – nicht nur mündlich im Gespräch.
Drittens: keine Ersatzgebühren. Prüfen Sie, ob statt der Provision Bearbeitungs-, Reservierungs- oder Beratungspauschalen erhoben werden. Bei sauberen Modellen gibt es diese nicht.
Viertens: Marktvergleich möglich. Der Quadratmeterpreis sollte sich mit vergleichbaren Neubauprojekten derselben Region decken. Ein Anbieter, der diesen Vergleich scheut, gibt Ihnen eine Antwort, ohne sie auszusprechen.
Fazit
Provisionsfrei kaufen bedeutet, dass der Bauträger den Vertrieb bezahlt und nicht Sie. Das Modell funktioniert, weil ein spezialisierter Vertriebspartner Einheiten schneller und zielgerichteter verkauft – ein Vorteil, den der Entwickler in seiner Kalkulation bereits berücksichtigt hat. Für Sie bedeutet das niedrigere Kaufnebenkosten, weniger gebundenes Eigenkapital und eine bessere Ausgangsbasis für die Rendite. Was es nicht bedeutet: dass Sie auf die Prüfung von Lage, Bauqualität, Betreiberkonzept und Vertragsgestaltung verzichten können. Die ersparte Provision ist ein guter Startvorteil – die eigentliche Arbeit beginnt danach.
Häufige Fragen zum provisionsfreien Immobilienkauf
Ist provisionsfrei kaufen wirklich günstiger oder steckt die Provision im Preis?
In der Regel ist es tatsächlich günstiger, weil der Vertriebsaufwand beim Bauträger anders kalkuliert wird als eine zusätzlich auf den Kaufpreis aufgeschlagene Käuferprovision. Neubaupreise entstehen im direkten Wettbewerb mit vergleichbaren Projekten derselben Region – ein deutlich überhöhter Preis würde den Abverkauf verlangsamen. Prüfen Sie den Quadratmeterpreis dennoch immer gegen vergleichbare Objekte der Lage. Stimmt er mit dem Marktniveau überein, ist die ersparte Provision ein realer Vorteil.
Welche Kosten fallen beim provisionsfreien Kauf trotzdem an?
Alle gesetzlichen und vertraglichen Nebenkosten bleiben bestehen. In Österreich sind das 3,5 Prozent Grunderwerbsteuer, 1,1 Prozent Grundbucheintragung und etwa 1 bis 2 Prozent für Vertragserrichtung und Treuhandabwicklung, zusammen rund 6 Prozent. In Deutschland liegt die Grunderwerbsteuer je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent, hinzu kommen Notar- und Grundbuchkosten von etwa 1,5 bis 2 Prozent. Bei Finanzierung kommen Kosten für die grundbücherliche Sicherstellung dazu.
Bekomme ich beim provisionsfreien Kauf weniger Beratung?
Der Leistungsumfang hängt vom Anbieter ab, nicht vom Provisionsmodell. Da der Bauträger den Vertrieb beauftragt, besteht ein wirtschaftliches Interesse an einer sauberen, vollständigen Abwicklung bis zum Vertragsabschluss. Achten Sie darauf, dass Ihnen Bauträgervertrag, Betreibervertrag, Auslastungsannahmen und Kostenpositionen vollständig vorgelegt werden. Für eine unabhängige Einschätzung können Sie zusätzlich einen Steuerberater oder Sachverständigen hinzuziehen – das ist bei jedem Modell sinnvoll.
Gilt die Provisionsfreiheit auch bei Bestandsimmobilien?
Meist nicht. Das Modell funktioniert vor allem bei Neubau- und Projektentwicklungen, weil dort ein Bauträger mehrere Einheiten gleichzeitig vermarktet und Vertriebskosten von Anfang an in die Projektkalkulation einstellt. Bei Einzelverkäufen im Bestand beauftragt in der Regel der Privatverkäufer einen Makler – ob und in welcher Höhe eine Käuferprovision anfällt, hängt dann vom jeweiligen Land und vom Einzelfall ab.
Ihr nächster Schritt
Wenn Sie wissen möchten, wie sich ein provisionsfreier Kauf bei einem konkreten Objekt auf Ihre Gesamtinvestition und Ihre Rendite auswirkt, sehen Sie sich die aktuellen Projekte und Kalkulationsbeispiele an: investmentandliving.com. Sie erhalten dort Zahlen, Verträge und Annahmen offengelegt – und können in Ruhe entscheiden.
Provisionsfrei Immobilien kaufen erklärt: Modell, Kosten und Hintergründe
Provisionsfrei Immobilien kaufen erklärt heißt zunächst einmal: Sie erwerben eine Immobilie, ohne als Käufer eine Maklerprovision an einen Vermittler zu zahlen. Bei einem Kaufpreis von 500.000 Euro sind das in Österreich schnell rund 18.000 Euro, die nicht in Ihre Immobilie fließen, sondern in die Vermittlungsleistung. Genau deshalb reagieren viele Interessenten skeptisch, wenn ein Anbieter mit Provisionsfreiheit wirbt. Die häufigste Frage lautet: Wo ist der Haken?
Dieser Beitrag beantwortet genau diese Frage. Er erklärt, wer den Vertrieb bezahlt, wenn Sie es nicht tun, warum das Modell weder ein Rabatt noch ein Marketingtrick ist, welche Kosten trotzdem bestehen bleiben und woran Sie seriöse von unseriösen Angeboten unterscheiden. Wenn Sie zunächst die reine Begriffsdefinition suchen, finden Sie diese im Grundlagenartikel was bedeutet provisionsfrei.
Provisionsfrei Immobilien kaufen erklärt: Was der Begriff rechtlich und praktisch bedeutet
Provisionsfrei bedeutet: Zwischen Ihnen und einem Makler entsteht kein Vermittlungsvertrag, aus dem eine Zahlungspflicht folgt. Sie schulden niemandem ein Honorar dafür, dass Ihnen das Objekt gezeigt und der Kaufabschluss begleitet wurde. Der Kaufpreis im Vertrag ist der Betrag, den Sie an den Verkäufer zahlen – ohne aufgeschlagene Vermittlungsgebühr.
In Österreich liegt die übliche Käuferprovision bei Objekten über 48.448,51 Euro bei bis zu 3 Prozent des Kaufpreises zuzüglich 20 Prozent Umsatzsteuer, also 3,6 Prozent brutto. In Deutschland gilt seit Dezember 2020 bei Wohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäusern das Teilungsprinzip: Der Käufer darf höchstens so viel zahlen wie der Verkäufer. Üblich sind dort je Seite 2,38 bis 3,57 Prozent inklusive Mehrwertsteuer. Diese Beträge sind kein Randposten, sondern ein spürbarer Anteil Ihres Eigenkapitals.
Wichtig ist die Abgrenzung: Provisionsfrei heißt nicht „günstiger als der Markt“ und auch nicht „ohne Nebenkosten“. Grunderwerbsteuer, Grundbucheintragung, Notar- oder Vertragserrichtungskosten und gegebenenfalls Finanzierungsnebenkosten fallen weiterhin an. Weg fällt ausschließlich der Vermittlungsanteil.
Wer zahlt den Vertrieb? Das Geschäftsmodell hinter der Provisionsfreiheit
Jede Immobilie muss vermarktet werden. Fotos, Exposés, Website, Beratung, Besichtigungen, Reservierung, Begleitung bis zum Vertrag – das kostet Geld. Die einzige Frage ist, wer diese Leistung bezahlt. Beim klassischen Maklermodell zahlt sie zu einem erheblichen Teil der Käufer. Beim provisionsfreien Modell zahlt sie der Verkäufer beziehungsweise der Bauträger.
Der Bauträger ist der Auftraggeber
Bei Neubauprojekten kalkuliert der Bauträger von Beginn an Vertriebskosten in sein Projektbudget ein – so wie Grundstück, Bau, Planung, Finanzierung und Marketing. Ob er dafür eigene Mitarbeiter beschäftigt, eine Agentur beauftragt oder mit einem spezialisierten Vertriebspartner zusammenarbeitet, ist für ihn eine reine Effizienzfrage. Ein Partner, der laufend Käufer für Ferienimmobilien erreicht und die Zielgruppe kennt, verkauft Einheiten in der Regel schneller und planbarer, als es ein Bauträger allein könnte. Schnellerer Abverkauf bedeutet kürzere Zwischenfinanzierung und geringeres Risiko – beides hat für den Bauträger einen konkreten Geldwert.
Bei INVESTMENT & living läuft es genau so: Auftraggeber ist der Bauträger, nicht Sie. Die Vergütung ist Teil der Projektkalkulation des Entwicklers und wurde dort eingeplant, bevor der erste Preis veröffentlicht wurde. Als Käufer zahlen Sie den ausgewiesenen Kaufpreis – ohne zusätzliche Vermittlungsgebühr.
Warum das kein Trick mit aufgeschlagenen Preisen ist
Der häufigste Einwand lautet: „Dann ist die Provision eben im Kaufpreis versteckt.“ Diese Sorge ist verständlich, hält der Marktlogik aber nicht stand. Neubaupreise in Ferienregionen entstehen nicht frei erfunden, sondern im direkten Wettbewerb mit vergleichbaren Projekten derselben Lage. Ein Bauträger, der zwei bis drei Prozent über dem Marktniveau anbietet, verkauft langsamer – und verliert damit genau den Vorteil, den er durch den externen Vertrieb gewinnen wollte.
Hinzu kommt: Beim klassischen Modell wird der Vertrieb ebenfalls bezahlt, nur zusätzlich zum Kaufpreis und sichtbar auf Ihrer Kostenaufstellung. Der Unterschied liegt nicht darin, ob Vertriebskosten existieren, sondern wer sie trägt und ob sie Ihre Kaufnebenkosten erhöhen. Ein sachlicher Preisvergleich mit anderen Objekten derselben Region ist trotzdem sinnvoll – er ist bei jedem Kauf sinnvoll, unabhängig vom Provisionsmodell.
Wo bleibt die Neutralität?
Ein fairer Punkt: Wer vom Bauträger bezahlt wird, ist kein unabhängiger Gutachter. Seriöse Anbieter machen das transparent, statt es zu verschleiern. Sie erkennen Seriosität daran, dass Vergütungsstruktur, Bauträger, Betreiberkonzept, Auslastungsannahmen und Kostenpositionen offengelegt werden und dass auch Risiken benannt werden. Wenn Sie ein unabhängiges Zweitgutachten wünschen, steht Ihnen der Weg über einen Sachverständigen oder Ihren Steuerberater ohnehin offen – und das sollte kein Anbieter zu verhindern versuchen.
Vergleichstabelle: Kauf mit Maklerprovision und provisionsfreier Kauf im direkten Gegenüber
Die folgende Tabelle zeigt beide Modelle bei einem angenommenen Kaufpreis von 500.000 Euro in Österreich. Der Unterschied liegt nicht im Leistungsumfang, sondern in der Kostenträgerschaft.
Kriterium | Kauf mit Käuferprovision | Provisionsfreier Kauf |
|---|---|---|
Auftraggeber des Vertriebs | Meist beide Seiten oder der Käufer | Ausschließlich Bauträger/Verkäufer |
Provision Käufer (AT, 3,6 % brutto) | 18.000 € | 0 € |
Grunderwerbsteuer 3,5 % | 17.500 € | 17.500 € |
Grundbucheintragung 1,1 % | 5.500 € | 5.500 € |
Vertragserrichtung/Treuhand ca. 1,5 % | 7.500 € | 7.500 € |
Kaufnebenkosten gesamt | 48.500 € (9,7 %) | 30.500 € (6,1 %) |
Benötigtes Eigenkapital bei 20 % Anzahlung | 148.500 € | 130.500 € |
Wirkung auf die Anfangsrendite | Höhere Gesamtinvestition, niedrigere Rendite | Geringere Gesamtinvestition, höhere Rendite |
Der Aha-Moment liegt in der letzten Zeile. Die 18.000 Euro sind nicht nur ein einmaliger Kostenblock, sie verändern die Basis jeder Renditeberechnung dauerhaft. Denn die Rendite bemisst sich an der Gesamtinvestition, nicht am Kaufpreis allein.
Provisionsfrei Immobilien kaufen erklärt am Rechenbeispiel
Nehmen wir eine Ferienwohnung mit 500.000 Euro Kaufpreis und 22.000 Euro Nettomieteinnahmen pro Jahr nach Betriebs- und Betreiberkosten.
Variante A – mit Provision: Gesamtinvestition 548.500 Euro. 22.000 ÷ 548.500 = 4,01 Prozent Nettorendite.
Variante B – provisionsfrei: Gesamtinvestition 530.500 Euro. 22.000 ÷ 530.500 = 4,15 Prozent Nettorendite.
Der Unterschied von 0,14 Prozentpunkten wirkt klein, entspricht über eine Haltedauer von 15 Jahren aber rund 18.000 Euro plus deren entgangener Verzinsung – Geld, das im provisionsfreien Modell von Anfang an in Ihrem Eigenkapital bleibt oder die Finanzierungssumme reduziert. Wie Sie solche Kennzahlen sauber aufstellen, lesen Sie im Detail unter immobilien rendite berechnen.
Ein praktisches Beispiel für ein provisionsfrei angebotenes Projekt ist die PirklAlm Resort in der Steiermark, bei der die kalkulierte Rendite von rund 8 Prozent auf der tatsächlichen Gesamtinvestition beruht – also ohne zusätzlichen Provisionsaufschlag auf der Käuferseite.
Was beim provisionsfreien Kauf trotzdem zu prüfen ist
Provisionsfreiheit ist ein Kostenvorteil, kein Qualitätsurteil. Die eigentliche Prüfung Ihrer Investition beginnt danach. Diese Punkte sollten Sie unabhängig vom Provisionsmodell durchgehen:
Die Kaufnebenkosten bleiben
Grunderwerbsteuer, Grundbuch und Vertragserrichtung machen in Österreich rund 6 Prozent aus, in Deutschland je nach Bundesland 5 bis 8 Prozent. Kalkulieren Sie diese Positionen immer mit ein – auch dann, wenn keine Provision anfällt.
Betreiberkonzept und Auslastungsannahmen
Bei touristisch genutzten Objekten entscheidet der Betreibervertrag über Ihren tatsächlichen Ertrag: Wer vermietet, welche Kostenquote gilt, wie werden Eigennutzungstage angerechnet, wie lange läuft der Vertrag? Prüfen Sie außerdem, ob die angenommene Auslastung zu den regionalen Durchschnittswerten passt. Wie diese Faktoren zusammenspielen, vertieft der Beitrag zur ferienimmobilie als kapitalanlage.
Widmung, Bauträgervertrag und Finanzierung
Ist die touristische Vermietung planungsrechtlich zulässig? Wie sind Ratenplan und Sicherheiten nach dem Bauträgervertragsgesetz geregelt? Welche Steuerfolgen hat die Nutzungsform in Ihrem Fall? Diese Fragen entscheiden über den Erfolg Ihrer Anlage weit stärker als die Provisionsfrage. Einen strukturierten Überblick über den gesamten Prüfprozess bietet der Leitfaden kapitalanlage immobilien kaufen.
Rechnen Sie den Effekt für Ihr eigenes Objekt durch
Ob sich die ersparte Provision in Ihrem konkreten Fall in Zehntelprozentpunkten oder in einem spürbaren Cashflow-Unterschied niederschlägt, hängt von Kaufpreis, Finanzierungsquote, Zinssatz, Auslastung und Betreiberkosten ab. Statt mit Faustformeln zu arbeiten, setzen Sie Ihre eigenen Zahlen ein: Berechnen Sie Ihre persönliche Ferienimmobilien-Rendite mit dem Renditerechner von INVESTMENT & living. Vergleichen Sie dabei einmal mit und einmal ohne Provisionsaufschlag in der Gesamtinvestition – der Unterschied wird unmittelbar sichtbar.
Woran Sie ein belastbares provisionsfreies Angebot erkennen
Vier Merkmale helfen bei der Einordnung:
Erstens: offengelegte Vergütungsstruktur. Ein Anbieter sollte auf Nachfrage klar sagen, von wem er bezahlt wird. Ausweichende Antworten sind ein Warnsignal.
Zweitens: schriftliche Bestätigung. Die Provisionsfreiheit sollte im Exposé, in der Reservierungsvereinbarung und im Kaufanbot dokumentiert sein – nicht nur mündlich im Gespräch.
Drittens: keine Ersatzgebühren. Prüfen Sie, ob statt der Provision Bearbeitungs-, Reservierungs- oder Beratungspauschalen erhoben werden. Bei sauberen Modellen gibt es diese nicht.
Viertens: Marktvergleich möglich. Der Quadratmeterpreis sollte sich mit vergleichbaren Neubauprojekten derselben Region decken. Ein Anbieter, der diesen Vergleich scheut, gibt Ihnen eine Antwort, ohne sie auszusprechen.
Fazit
Provisionsfrei kaufen bedeutet, dass der Bauträger den Vertrieb bezahlt und nicht Sie. Das Modell funktioniert, weil ein spezialisierter Vertriebspartner Einheiten schneller und zielgerichteter verkauft – ein Vorteil, den der Entwickler in seiner Kalkulation bereits berücksichtigt hat. Für Sie bedeutet das niedrigere Kaufnebenkosten, weniger gebundenes Eigenkapital und eine bessere Ausgangsbasis für die Rendite. Was es nicht bedeutet: dass Sie auf die Prüfung von Lage, Bauqualität, Betreiberkonzept und Vertragsgestaltung verzichten können. Die ersparte Provision ist ein guter Startvorteil – die eigentliche Arbeit beginnt danach.
Häufige Fragen zum provisionsfreien Immobilienkauf
Ist provisionsfrei kaufen wirklich günstiger oder steckt die Provision im Preis?
In der Regel ist es tatsächlich günstiger, weil der Vertriebsaufwand beim Bauträger anders kalkuliert wird als eine zusätzlich auf den Kaufpreis aufgeschlagene Käuferprovision. Neubaupreise entstehen im direkten Wettbewerb mit vergleichbaren Projekten derselben Region – ein deutlich überhöhter Preis würde den Abverkauf verlangsamen. Prüfen Sie den Quadratmeterpreis dennoch immer gegen vergleichbare Objekte der Lage. Stimmt er mit dem Marktniveau überein, ist die ersparte Provision ein realer Vorteil.
Welche Kosten fallen beim provisionsfreien Kauf trotzdem an?
Alle gesetzlichen und vertraglichen Nebenkosten bleiben bestehen. In Österreich sind das 3,5 Prozent Grunderwerbsteuer, 1,1 Prozent Grundbucheintragung und etwa 1 bis 2 Prozent für Vertragserrichtung und Treuhandabwicklung, zusammen rund 6 Prozent. In Deutschland liegt die Grunderwerbsteuer je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent, hinzu kommen Notar- und Grundbuchkosten von etwa 1,5 bis 2 Prozent. Bei Finanzierung kommen Kosten für die grundbücherliche Sicherstellung dazu.
Bekomme ich beim provisionsfreien Kauf weniger Beratung?
Der Leistungsumfang hängt vom Anbieter ab, nicht vom Provisionsmodell. Da der Bauträger den Vertrieb beauftragt, besteht ein wirtschaftliches Interesse an einer sauberen, vollständigen Abwicklung bis zum Vertragsabschluss. Achten Sie darauf, dass Ihnen Bauträgervertrag, Betreibervertrag, Auslastungsannahmen und Kostenpositionen vollständig vorgelegt werden. Für eine unabhängige Einschätzung können Sie zusätzlich einen Steuerberater oder Sachverständigen hinzuziehen – das ist bei jedem Modell sinnvoll.
Gilt die Provisionsfreiheit auch bei Bestandsimmobilien?
Meist nicht. Das Modell funktioniert vor allem bei Neubau- und Projektentwicklungen, weil dort ein Bauträger mehrere Einheiten gleichzeitig vermarktet und Vertriebskosten von Anfang an in die Projektkalkulation einstellt. Bei Einzelverkäufen im Bestand beauftragt in der Regel der Privatverkäufer einen Makler – ob und in welcher Höhe eine Käuferprovision anfällt, hängt dann vom jeweiligen Land und vom Einzelfall ab.
Ihr nächster Schritt
Wenn Sie wissen möchten, wie sich ein provisionsfreier Kauf bei einem konkreten Objekt auf Ihre Gesamtinvestition und Ihre Rendite auswirkt, sehen Sie sich die aktuellen Projekte und Kalkulationsbeispiele an: investmentandliving.com. Sie erhalten dort Zahlen, Verträge und Annahmen offengelegt – und können in Ruhe entscheiden.
Provisionsfrei Immobilien kaufen erklärt: Modell, Kosten und Hintergründe
Provisionsfrei Immobilien kaufen erklärt heißt zunächst einmal: Sie erwerben eine Immobilie, ohne als Käufer eine Maklerprovision an einen Vermittler zu zahlen. Bei einem Kaufpreis von 500.000 Euro sind das in Österreich schnell rund 18.000 Euro, die nicht in Ihre Immobilie fließen, sondern in die Vermittlungsleistung. Genau deshalb reagieren viele Interessenten skeptisch, wenn ein Anbieter mit Provisionsfreiheit wirbt. Die häufigste Frage lautet: Wo ist der Haken?
Dieser Beitrag beantwortet genau diese Frage. Er erklärt, wer den Vertrieb bezahlt, wenn Sie es nicht tun, warum das Modell weder ein Rabatt noch ein Marketingtrick ist, welche Kosten trotzdem bestehen bleiben und woran Sie seriöse von unseriösen Angeboten unterscheiden. Wenn Sie zunächst die reine Begriffsdefinition suchen, finden Sie diese im Grundlagenartikel was bedeutet provisionsfrei.
Provisionsfrei Immobilien kaufen erklärt: Was der Begriff rechtlich und praktisch bedeutet
Provisionsfrei bedeutet: Zwischen Ihnen und einem Makler entsteht kein Vermittlungsvertrag, aus dem eine Zahlungspflicht folgt. Sie schulden niemandem ein Honorar dafür, dass Ihnen das Objekt gezeigt und der Kaufabschluss begleitet wurde. Der Kaufpreis im Vertrag ist der Betrag, den Sie an den Verkäufer zahlen – ohne aufgeschlagene Vermittlungsgebühr.
In Österreich liegt die übliche Käuferprovision bei Objekten über 48.448,51 Euro bei bis zu 3 Prozent des Kaufpreises zuzüglich 20 Prozent Umsatzsteuer, also 3,6 Prozent brutto. In Deutschland gilt seit Dezember 2020 bei Wohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäusern das Teilungsprinzip: Der Käufer darf höchstens so viel zahlen wie der Verkäufer. Üblich sind dort je Seite 2,38 bis 3,57 Prozent inklusive Mehrwertsteuer. Diese Beträge sind kein Randposten, sondern ein spürbarer Anteil Ihres Eigenkapitals.
Wichtig ist die Abgrenzung: Provisionsfrei heißt nicht „günstiger als der Markt“ und auch nicht „ohne Nebenkosten“. Grunderwerbsteuer, Grundbucheintragung, Notar- oder Vertragserrichtungskosten und gegebenenfalls Finanzierungsnebenkosten fallen weiterhin an. Weg fällt ausschließlich der Vermittlungsanteil.
Wer zahlt den Vertrieb? Das Geschäftsmodell hinter der Provisionsfreiheit
Jede Immobilie muss vermarktet werden. Fotos, Exposés, Website, Beratung, Besichtigungen, Reservierung, Begleitung bis zum Vertrag – das kostet Geld. Die einzige Frage ist, wer diese Leistung bezahlt. Beim klassischen Maklermodell zahlt sie zu einem erheblichen Teil der Käufer. Beim provisionsfreien Modell zahlt sie der Verkäufer beziehungsweise der Bauträger.
Der Bauträger ist der Auftraggeber
Bei Neubauprojekten kalkuliert der Bauträger von Beginn an Vertriebskosten in sein Projektbudget ein – so wie Grundstück, Bau, Planung, Finanzierung und Marketing. Ob er dafür eigene Mitarbeiter beschäftigt, eine Agentur beauftragt oder mit einem spezialisierten Vertriebspartner zusammenarbeitet, ist für ihn eine reine Effizienzfrage. Ein Partner, der laufend Käufer für Ferienimmobilien erreicht und die Zielgruppe kennt, verkauft Einheiten in der Regel schneller und planbarer, als es ein Bauträger allein könnte. Schnellerer Abverkauf bedeutet kürzere Zwischenfinanzierung und geringeres Risiko – beides hat für den Bauträger einen konkreten Geldwert.
Bei INVESTMENT & living läuft es genau so: Auftraggeber ist der Bauträger, nicht Sie. Die Vergütung ist Teil der Projektkalkulation des Entwicklers und wurde dort eingeplant, bevor der erste Preis veröffentlicht wurde. Als Käufer zahlen Sie den ausgewiesenen Kaufpreis – ohne zusätzliche Vermittlungsgebühr.
Warum das kein Trick mit aufgeschlagenen Preisen ist
Der häufigste Einwand lautet: „Dann ist die Provision eben im Kaufpreis versteckt.“ Diese Sorge ist verständlich, hält der Marktlogik aber nicht stand. Neubaupreise in Ferienregionen entstehen nicht frei erfunden, sondern im direkten Wettbewerb mit vergleichbaren Projekten derselben Lage. Ein Bauträger, der zwei bis drei Prozent über dem Marktniveau anbietet, verkauft langsamer – und verliert damit genau den Vorteil, den er durch den externen Vertrieb gewinnen wollte.
Hinzu kommt: Beim klassischen Modell wird der Vertrieb ebenfalls bezahlt, nur zusätzlich zum Kaufpreis und sichtbar auf Ihrer Kostenaufstellung. Der Unterschied liegt nicht darin, ob Vertriebskosten existieren, sondern wer sie trägt und ob sie Ihre Kaufnebenkosten erhöhen. Ein sachlicher Preisvergleich mit anderen Objekten derselben Region ist trotzdem sinnvoll – er ist bei jedem Kauf sinnvoll, unabhängig vom Provisionsmodell.
Wo bleibt die Neutralität?
Ein fairer Punkt: Wer vom Bauträger bezahlt wird, ist kein unabhängiger Gutachter. Seriöse Anbieter machen das transparent, statt es zu verschleiern. Sie erkennen Seriosität daran, dass Vergütungsstruktur, Bauträger, Betreiberkonzept, Auslastungsannahmen und Kostenpositionen offengelegt werden und dass auch Risiken benannt werden. Wenn Sie ein unabhängiges Zweitgutachten wünschen, steht Ihnen der Weg über einen Sachverständigen oder Ihren Steuerberater ohnehin offen – und das sollte kein Anbieter zu verhindern versuchen.
Vergleichstabelle: Kauf mit Maklerprovision und provisionsfreier Kauf im direkten Gegenüber
Die folgende Tabelle zeigt beide Modelle bei einem angenommenen Kaufpreis von 500.000 Euro in Österreich. Der Unterschied liegt nicht im Leistungsumfang, sondern in der Kostenträgerschaft.
Kriterium | Kauf mit Käuferprovision | Provisionsfreier Kauf |
|---|---|---|
Auftraggeber des Vertriebs | Meist beide Seiten oder der Käufer | Ausschließlich Bauträger/Verkäufer |
Provision Käufer (AT, 3,6 % brutto) | 18.000 € | 0 € |
Grunderwerbsteuer 3,5 % | 17.500 € | 17.500 € |
Grundbucheintragung 1,1 % | 5.500 € | 5.500 € |
Vertragserrichtung/Treuhand ca. 1,5 % | 7.500 € | 7.500 € |
Kaufnebenkosten gesamt | 48.500 € (9,7 %) | 30.500 € (6,1 %) |
Benötigtes Eigenkapital bei 20 % Anzahlung | 148.500 € | 130.500 € |
Wirkung auf die Anfangsrendite | Höhere Gesamtinvestition, niedrigere Rendite | Geringere Gesamtinvestition, höhere Rendite |
Der Aha-Moment liegt in der letzten Zeile. Die 18.000 Euro sind nicht nur ein einmaliger Kostenblock, sie verändern die Basis jeder Renditeberechnung dauerhaft. Denn die Rendite bemisst sich an der Gesamtinvestition, nicht am Kaufpreis allein.
Provisionsfrei Immobilien kaufen erklärt am Rechenbeispiel
Nehmen wir eine Ferienwohnung mit 500.000 Euro Kaufpreis und 22.000 Euro Nettomieteinnahmen pro Jahr nach Betriebs- und Betreiberkosten.
Variante A – mit Provision: Gesamtinvestition 548.500 Euro. 22.000 ÷ 548.500 = 4,01 Prozent Nettorendite.
Variante B – provisionsfrei: Gesamtinvestition 530.500 Euro. 22.000 ÷ 530.500 = 4,15 Prozent Nettorendite.
Der Unterschied von 0,14 Prozentpunkten wirkt klein, entspricht über eine Haltedauer von 15 Jahren aber rund 18.000 Euro plus deren entgangener Verzinsung – Geld, das im provisionsfreien Modell von Anfang an in Ihrem Eigenkapital bleibt oder die Finanzierungssumme reduziert. Wie Sie solche Kennzahlen sauber aufstellen, lesen Sie im Detail unter immobilien rendite berechnen.
Ein praktisches Beispiel für ein provisionsfrei angebotenes Projekt ist die PirklAlm Resort in der Steiermark, bei der die kalkulierte Rendite von rund 8 Prozent auf der tatsächlichen Gesamtinvestition beruht – also ohne zusätzlichen Provisionsaufschlag auf der Käuferseite.
Was beim provisionsfreien Kauf trotzdem zu prüfen ist
Provisionsfreiheit ist ein Kostenvorteil, kein Qualitätsurteil. Die eigentliche Prüfung Ihrer Investition beginnt danach. Diese Punkte sollten Sie unabhängig vom Provisionsmodell durchgehen:
Die Kaufnebenkosten bleiben
Grunderwerbsteuer, Grundbuch und Vertragserrichtung machen in Österreich rund 6 Prozent aus, in Deutschland je nach Bundesland 5 bis 8 Prozent. Kalkulieren Sie diese Positionen immer mit ein – auch dann, wenn keine Provision anfällt.
Betreiberkonzept und Auslastungsannahmen
Bei touristisch genutzten Objekten entscheidet der Betreibervertrag über Ihren tatsächlichen Ertrag: Wer vermietet, welche Kostenquote gilt, wie werden Eigennutzungstage angerechnet, wie lange läuft der Vertrag? Prüfen Sie außerdem, ob die angenommene Auslastung zu den regionalen Durchschnittswerten passt. Wie diese Faktoren zusammenspielen, vertieft der Beitrag zur ferienimmobilie als kapitalanlage.
Widmung, Bauträgervertrag und Finanzierung
Ist die touristische Vermietung planungsrechtlich zulässig? Wie sind Ratenplan und Sicherheiten nach dem Bauträgervertragsgesetz geregelt? Welche Steuerfolgen hat die Nutzungsform in Ihrem Fall? Diese Fragen entscheiden über den Erfolg Ihrer Anlage weit stärker als die Provisionsfrage. Einen strukturierten Überblick über den gesamten Prüfprozess bietet der Leitfaden kapitalanlage immobilien kaufen.
Rechnen Sie den Effekt für Ihr eigenes Objekt durch
Ob sich die ersparte Provision in Ihrem konkreten Fall in Zehntelprozentpunkten oder in einem spürbaren Cashflow-Unterschied niederschlägt, hängt von Kaufpreis, Finanzierungsquote, Zinssatz, Auslastung und Betreiberkosten ab. Statt mit Faustformeln zu arbeiten, setzen Sie Ihre eigenen Zahlen ein: Berechnen Sie Ihre persönliche Ferienimmobilien-Rendite mit dem Renditerechner von INVESTMENT & living. Vergleichen Sie dabei einmal mit und einmal ohne Provisionsaufschlag in der Gesamtinvestition – der Unterschied wird unmittelbar sichtbar.
Woran Sie ein belastbares provisionsfreies Angebot erkennen
Vier Merkmale helfen bei der Einordnung:
Erstens: offengelegte Vergütungsstruktur. Ein Anbieter sollte auf Nachfrage klar sagen, von wem er bezahlt wird. Ausweichende Antworten sind ein Warnsignal.
Zweitens: schriftliche Bestätigung. Die Provisionsfreiheit sollte im Exposé, in der Reservierungsvereinbarung und im Kaufanbot dokumentiert sein – nicht nur mündlich im Gespräch.
Drittens: keine Ersatzgebühren. Prüfen Sie, ob statt der Provision Bearbeitungs-, Reservierungs- oder Beratungspauschalen erhoben werden. Bei sauberen Modellen gibt es diese nicht.
Viertens: Marktvergleich möglich. Der Quadratmeterpreis sollte sich mit vergleichbaren Neubauprojekten derselben Region decken. Ein Anbieter, der diesen Vergleich scheut, gibt Ihnen eine Antwort, ohne sie auszusprechen.
Fazit
Provisionsfrei kaufen bedeutet, dass der Bauträger den Vertrieb bezahlt und nicht Sie. Das Modell funktioniert, weil ein spezialisierter Vertriebspartner Einheiten schneller und zielgerichteter verkauft – ein Vorteil, den der Entwickler in seiner Kalkulation bereits berücksichtigt hat. Für Sie bedeutet das niedrigere Kaufnebenkosten, weniger gebundenes Eigenkapital und eine bessere Ausgangsbasis für die Rendite. Was es nicht bedeutet: dass Sie auf die Prüfung von Lage, Bauqualität, Betreiberkonzept und Vertragsgestaltung verzichten können. Die ersparte Provision ist ein guter Startvorteil – die eigentliche Arbeit beginnt danach.
Häufige Fragen zum provisionsfreien Immobilienkauf
Ist provisionsfrei kaufen wirklich günstiger oder steckt die Provision im Preis?
In der Regel ist es tatsächlich günstiger, weil der Vertriebsaufwand beim Bauträger anders kalkuliert wird als eine zusätzlich auf den Kaufpreis aufgeschlagene Käuferprovision. Neubaupreise entstehen im direkten Wettbewerb mit vergleichbaren Projekten derselben Region – ein deutlich überhöhter Preis würde den Abverkauf verlangsamen. Prüfen Sie den Quadratmeterpreis dennoch immer gegen vergleichbare Objekte der Lage. Stimmt er mit dem Marktniveau überein, ist die ersparte Provision ein realer Vorteil.
Welche Kosten fallen beim provisionsfreien Kauf trotzdem an?
Alle gesetzlichen und vertraglichen Nebenkosten bleiben bestehen. In Österreich sind das 3,5 Prozent Grunderwerbsteuer, 1,1 Prozent Grundbucheintragung und etwa 1 bis 2 Prozent für Vertragserrichtung und Treuhandabwicklung, zusammen rund 6 Prozent. In Deutschland liegt die Grunderwerbsteuer je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent, hinzu kommen Notar- und Grundbuchkosten von etwa 1,5 bis 2 Prozent. Bei Finanzierung kommen Kosten für die grundbücherliche Sicherstellung dazu.
Bekomme ich beim provisionsfreien Kauf weniger Beratung?
Der Leistungsumfang hängt vom Anbieter ab, nicht vom Provisionsmodell. Da der Bauträger den Vertrieb beauftragt, besteht ein wirtschaftliches Interesse an einer sauberen, vollständigen Abwicklung bis zum Vertragsabschluss. Achten Sie darauf, dass Ihnen Bauträgervertrag, Betreibervertrag, Auslastungsannahmen und Kostenpositionen vollständig vorgelegt werden. Für eine unabhängige Einschätzung können Sie zusätzlich einen Steuerberater oder Sachverständigen hinzuziehen – das ist bei jedem Modell sinnvoll.
Gilt die Provisionsfreiheit auch bei Bestandsimmobilien?
Meist nicht. Das Modell funktioniert vor allem bei Neubau- und Projektentwicklungen, weil dort ein Bauträger mehrere Einheiten gleichzeitig vermarktet und Vertriebskosten von Anfang an in die Projektkalkulation einstellt. Bei Einzelverkäufen im Bestand beauftragt in der Regel der Privatverkäufer einen Makler – ob und in welcher Höhe eine Käuferprovision anfällt, hängt dann vom jeweiligen Land und vom Einzelfall ab.
Ihr nächster Schritt
Wenn Sie wissen möchten, wie sich ein provisionsfreier Kauf bei einem konkreten Objekt auf Ihre Gesamtinvestition und Ihre Rendite auswirkt, sehen Sie sich die aktuellen Projekte und Kalkulationsbeispiele an: investmentandliving.com. Sie erhalten dort Zahlen, Verträge und Annahmen offengelegt – und können in Ruhe entscheiden.









