Ferienwohnung Rügen kaufen: Lagen, Preise und Vermietung im Überblick

Wer eine Ferienwohnung Rügen kaufen möchte, entscheidet sich für einen der etabliertesten Ferienmärkte Deutschlands – und zugleich für einen Markt mit sehr unterschiedlichen Teilregionen. Zwischen der Bäderarchitektur in Binz, den ruhigen Boddendörfern im Westen und den Steilküsten im Norden liegen nicht nur Kilometer, sondern auch erhebliche Unterschiede bei Kaufpreis, Vermietbarkeit und Genehmigungslage. Dieser Ratgeber ordnet die wichtigsten Punkte sachlich ein.

Ferienwohnung Rügen kaufen: Diese Lagen sollten Sie kennen

Rügen ist mit rund 930 Quadratkilometern die größte deutsche Insel. Die touristische Nachfrage verteilt sich aber sehr ungleich. Grob lassen sich vier Marktzonen unterscheiden:

  • Die Ostseebäder im Südosten (Binz, Sellin, Baabe, Göhren): höchste Nachfrage, höchste Preise, längste Saison, viel Bestand aus sanierter Bäderarchitektur und Neubauprojekten.

  • Der Norden (Glowe, Juliusruh, Breege, Halbinsel Wittow): direkte Strandlagen, etwas günstiger, stärker saisonabhängig, teilweise lange Anfahrtswege innerhalb der Insel.

  • Der Westen und die Boddenküste (Gingst, Trent, Ummanz, Schaprode): ruhig, naturnah, deutlich günstiger, aber mit spürbar kürzerer Vermietungssaison.

  • Das Binnenland und die Städte (Bergen, Putbus, Samtens): Preise auf regionalem Wohnniveau, touristisch aber nur eingeschränkt nachgefragt.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht „Rügen ja oder nein“, sondern: In welcher Zone soll das Objekt liegen – und passt das zu Ihrem Nutzungsziel? Wer überwiegend selbst nutzen möchte, kann Ruhe und Preis höher gewichten. Wer vermieten will, kauft in der Regel dort, wo die Nebensaison nicht zusammenbricht.

Preisniveau und Vermietbarkeit im direkten Vergleich

Die folgende Übersicht zeigt Orientierungswerte für möblierte Ferienwohnungen (Bestand und Neubau gemischt, Stand der jüngeren Marktbeobachtung). Sie ersetzt keine Objektbewertung, macht die Spreizung innerhalb der Insel aber sichtbar – und genau diese Spreizung unterschätzen viele Käufer.

Lage

Preisspanne je m² (Richtwert)

Typische Belegung p. a.

Charakter

Worauf zu achten ist

Binz

6.500 – 9.500 €

ca. 160 – 190 Nächte

Größtes Ostseebad, ganzjähriger Betrieb

Hoher Einstiegspreis, starker Wettbewerb im Premiumsegment

Sellin

5.500 – 8.000 €

ca. 150 – 180 Nächte

Seebrücke, kompakter Ortskern

Strandnähe entscheidet stark über die Rate

Baabe / Göhren

4.500 – 6.800 €

ca. 140 – 170 Nächte

Familienorientiert, ruhiger als Binz

Gute Preis-Nachfrage-Relation, viel 1970er-Bestand

Glowe / Juliusruh (Nord)

4.000 – 6.000 €

ca. 120 – 155 Nächte

Lange Sandstrände, weniger Infrastruktur

Deutlichere Nebensaison-Schwäche

Bodden / Westrügen

2.800 – 4.500 €

ca. 90 – 130 Nächte

Natur, Wassersport, Ruhe

Nur mit klarem Gästeprofil tragfähig

Bergen / Binnenland

2.500 – 3.800 €

touristisch gering

Wohnstandort, kein Bäderprofil

Ferienvermietung oft nicht genehmigt

Der Aha-Moment liegt im Verhältnis der Spalten: Binz kostet je Quadratmeter rund das Dreifache einer Boddenlage, erreicht aber „nur“ etwa die doppelte Belegung. Umgekehrt sind die günstigen Lagen nicht automatisch die besseren Investitionen, weil die niedrigeren Übernachtungsraten und die kürzere Saison den Preisvorteil häufig wieder aufzehren. Wer eine Ferienwohnung Rügen kaufen will, sollte deshalb nie den Quadratmeterpreis isoliert betrachten, sondern immer im Zusammenspiel mit erzielbarer Rate, Belegung und Bewirtschaftungskosten.

Kaufnebenkosten in Mecklenburg-Vorpommern realistisch kalkulieren

Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den Bundesländern mit der höchsten Grunderwerbsteuer. Kalkulieren Sie vor der Finanzierungsanfrage mit folgenden Positionen:

  • Grunderwerbsteuer: 6,0 % des Kaufpreises

  • Notar und Grundbuch: rund 1,5 – 2,0 %

  • Maklercourtage: üblicherweise geteilt, Käuferanteil meist rund 2,98 – 3,57 % inkl. USt.

  • Inventar und Ausstattung: bei unmöbliertem Ankauf je nach Größe 15.000 – 35.000 €

In Summe landen Sie schnell bei 10 bis 12 % über dem Kaufpreis. Ein Teil des Kaufpreises kann bei möblierten Objekten auf Inventar entfallen, das grunderwerbsteuerfrei bleibt – das muss im Kaufvertrag sauber und nachvollziehbar ausgewiesen sein. Wird der Inventaranteil zu hoch angesetzt, prüft das Finanzamt nach.

Gerade beim Thema Provisionen lohnt ein Blick auf die Vertragsgestaltung. Was genau hinter provisionsfreien Angeboten steckt, erklärt der Beitrag was bedeutet provisionsfrei.

Ferienwohnung Rügen kaufen und vermieten: Auslastung, Saison und Kosten

Die Saison auf Rügen ist länger als auf vielen anderen deutschen Ostseeinseln, weil die Bäder ganzjährig Infrastruktur bieten: Kurhäuser, Thermen, Restaurants, Wellnessangebote. Trotzdem bleibt das Muster klar: Juli und August tragen den größten Teil des Umsatzes, Mai, Juni und September sind stabil, November bis Februar sind schwach – mit Ausnahme von Weihnachten, Silvester und verlängerten Wochenenden.

Rechnen Sie bei der Kalkulation mit diesen laufenden Positionen:

  • Vermittlung / Agentur: 15 – 25 % der Nettomieteinnahmen, je nach Leistungsumfang

  • Reinigung und Wäsche: häufig separat abgerechnet und an Gäste weitergegeben

  • Hausgeld und Rücklagen: bei Anlagen mit Pool oder Rezeption deutlich höher als bei reinen Wohnanlagen

  • Instandhaltung und Möbelverschleiß: Ferienwohnungen nutzen sich schneller ab als Dauerwohnraum

  • Kurabgabe und Tourismusabgabe: gemeindeabhängig, wird in der Regel durchgereicht

Ein häufiger Fehler: Es wird mit der Bruttoauslastung des Vermieters gerechnet, aber die Eigennutzungswochen werden vergessen. Jede selbst genutzte Woche in der Hochsaison kostet Sie den stärksten Umsatz des Jahres. Legen Sie Ihre Eigennutzung bewusst in die Nebensaison, wenn die Rendite eine Rolle spielt.

Wie Ferienimmobilien grundsätzlich als Anlage funktionieren – von der Betreiberfrage bis zur steuerlichen Behandlung – ist im Überblicksartikel zur ferienimmobilie als kapitalanlage zusammengefasst.

Rendite rechnen statt schätzen

Für eine belastbare Einschätzung brauchen Sie vier Größen: Kaufpreis inklusive Nebenkosten, realistische Jahresnettomiete, laufende Kosten und Finanzierungsstruktur. Ein Beispiel zur Größenordnung: Eine 55-m²-Wohnung in Baabe zu 320.000 € plus rund 11 % Nebenkosten ergibt einen Kapitaleinsatz von etwa 355.000 €. Bei 150 belegten Nächten zu durchschnittlich 130 € netto stehen rund 19.500 € Jahresumsatz gegenüber. Nach Vermittlung, Hausgeld, Instandhaltung und Versicherungen bleiben häufig 11.000 bis 13.000 € – das entspricht einer Nettorendite im Bereich von etwa 3,1 bis 3,7 %.

Zum Vergleich: In alpinen und deutschen Mittelgebirgsregionen mit professionellem Betreiberkonzept liegen die kalkulierten Werte teils höher, weil Winter- und Sommersaison zusammenspielen. Das Ferienresort-Projekt UplandParcs Harz zeigt beispielhaft, wie sich eine Zwei-Saisonen-Destination mit zentraler Bewirtschaftung auf die Auslastungsrechnung auswirkt – ein sinnvoller Referenzpunkt, wenn Sie Rügen-Angebote einordnen möchten.

Wie einzelne Kennzahlen exakt hergeleitet werden, erläutert der Leitfaden immobilien rendite berechnen. Für den schnellen Durchlauf mit eigenen Zahlen gilt: Berechnen Sie Ihre persönliche Ferienimmobilien-Rendite mit dem Renditerechner von INVESTMENT & living – inklusive Nebenkosten, Bewirtschaftung und Eigennutzung.

Rechtliche Punkte, die auf Rügen besonders wichtig sind

Zulässigkeit der Ferienvermietung

Nicht jede Wohnung auf Rügen darf touristisch vermietet werden. Entscheidend sind der Bebauungsplan und die Baugenehmigung: Liegt das Objekt im „Sondergebiet Fremdenbeherbergung“ oder ist die Nutzung als Ferienwohnung ausdrücklich genehmigt, sind Sie auf der sicheren Seite. In reinen Wohngebieten ist die gewerbliche Kurzzeitvermietung dagegen häufig unzulässig. Prüfen Sie zusätzlich die Teilungserklärung und die Gemeinschaftsordnung der Eigentümergemeinschaft – dort kann die Ferienvermietung eingeschränkt sein.

Denkmalschutz und Bäderarchitektur

Viele Objekte in Binz, Sellin und Göhren stehen unter Denkmalschutz. Das kann steuerlich interessant sein, bringt aber Auflagen bei Fenstern, Fassaden und Grundrissänderungen mit sich. Holen Sie vor dem Kauf eine Einschätzung der Denkmalbehörde und ein Sanierungsangebot ein, statt mit Pauschalannahmen zu kalkulieren.

Küstennähe und Bausubstanz

Salzhaltige Luft beansprucht Fassaden, Fenster und Metallteile stärker als im Binnenland. Rechnen Sie mit höheren Instandhaltungsrücklagen. Bei Objekten in Steilküstennähe lohnt zudem ein Blick in die Küstenschutzregelungen und in die Versicherbarkeit.

Ferienhaus Rügen kaufen: die Alternative zur Wohnung

Wer statt einer Wohnung ein Ferienhaus auf Rügen kaufen möchte, findet vor allem im Norden und im Westen Angebote – von Reetdachhäusern bis zu modernen Neubauten in Ferienhausparks. Häuser erzielen höhere Wochenraten und sprechen Familien und Gruppen an, erfordern aber mehr Eigenverantwortung: Grundstückspflege, Heizung, Technik und Winterdienst liegen bei Ihnen beziehungsweise bei einem beauftragten Dienstleister. Die Nebensaison ist bei freistehenden Häusern zudem oft schwächer als bei zentral bewirtschafteten Apartmentanlagen. Eine Gegenüberstellung beider Objekttypen finden Sie im Artikel ferienhaus kaufen; die übergeordneten Kriterien für den Wohnungskauf sind im Beitrag ferienwohnung kaufen zusammengefasst.

Checkliste vor der Kaufentscheidung

  • Liegt eine Genehmigung für Ferienvermietung vor – schriftlich, nicht mündlich?

  • Wie hoch waren die tatsächlichen Belegungszahlen der letzten drei Jahre?

  • Welche Kosten sind im Hausgeld enthalten, welche kommen separat?

  • Ist die Instandhaltungsrücklage angemessen, stehen Sanierungen an?

  • Wie ist der Stellplatz geregelt? In den Bädern ist das ein echter Buchungsfaktor.

  • Welche Entfernung zum Strand liegt tatsächlich vor – gemessen, nicht beschrieben?

  • Ist ein Vermittlungsvertrag übernehmbar oder frei wählbar?

  • Wie flexibel ist Ihre Eigennutzung vertraglich geregelt?

Häufige Fragen

Was kostet eine Ferienwohnung auf Rügen?

Die Spanne ist groß: In Binz liegen die Quadratmeterpreise überwiegend zwischen 6.500 und 9.500 €, in Sellin und Baabe zwischen 4.500 und 8.000 €, an der Boddenküste und im Binnenland zwischen 2.500 und 4.500 €. Eine 50 bis 60 m² große Ferienwohnung in einem der Ostseebäder bewegt sich damit typischerweise zwischen 280.000 und 600.000 €. Hinzu kommen rund 10 bis 12 % Kaufnebenkosten, in Mecklenburg-Vorpommern vor allem wegen der Grunderwerbsteuer von 6,0 %.

Lohnt es sich, eine Ferienwohnung auf Rügen zu kaufen und zu vermieten?

Das hängt vom Verhältnis aus Kaufpreis, Belegung und Bewirtschaftungskosten ab. In gut gelegenen Bäderobjekten sind Nettorenditen von rund 3 bis 4 % realistisch, in Kombination mit Wertstabilität und Eigennutzung. Objekte mit schwacher Nebensaison, hohem Hausgeld oder eingeschränkter Genehmigungslage können deutlich darunter liegen. Entscheidend ist eine Kalkulation mit realen Zahlen statt mit Musterrechnungen des Anbieters.

Darf ich jede gekaufte Wohnung auf Rügen als Ferienwohnung vermieten?

Nein. Maßgeblich sind Bebauungsplan, Baugenehmigung und die Teilungserklärung der Eigentümergemeinschaft. In ausgewiesenen Sondergebieten für Fremdenbeherbergung ist die Vermietung unproblematisch, in reinen Wohngebieten häufig nicht zulässig. Lassen Sie sich die Nutzung vor dem Notartermin schriftlich bestätigen und prüfen Sie zusätzlich die gemeindliche Melde- und Kurabgabepflicht.

Welche Lage auf Rügen eignet sich am besten für die Vermietung?

Für eine gleichmäßige Auslastung über das Jahr sind die südöstlichen Ostseebäder Binz, Sellin, Baabe und Göhren am verlässlichsten, weil dort Infrastruktur, Erreichbarkeit und Gästeaufkommen zusammenkommen. Der Norden bietet günstigere Einstiegspreise bei stärkerer Saisonabhängigkeit. Boddenlagen funktionieren vor allem mit einem klaren Profil, etwa für Wassersport oder Naturtourismus.

Fazit

Rügen ist kein einheitlicher Markt, sondern eine Insel mit deutlich unterschiedlichen Teilmärkten. Wer den Kauf sachlich angeht – mit geprüfter Genehmigungslage, belastbaren Belegungszahlen und vollständiger Kostenrechnung – findet stabile Objekte mit moderater, aber planbarer Rendite. Wer nur auf den Quadratmeterpreis schaut, riskiert Überraschungen bei Nebensaison, Hausgeld und Instandhaltung.

Sie möchten Rügen-Angebote mit geprüften Ferienimmobilien-Projekten in anderen Regionen vergleichen und Ihre Zahlen gegenrechnen? Auf INVESTMENT & living finden Sie Projektbeispiele, Kalkulationsgrundlagen und den Renditerechner für Ihre eigene Einschätzung.

Wer eine Ferienwohnung Rügen kaufen möchte, entscheidet sich für einen der etabliertesten Ferienmärkte Deutschlands – und zugleich für einen Markt mit sehr unterschiedlichen Teilregionen. Zwischen der Bäderarchitektur in Binz, den ruhigen Boddendörfern im Westen und den Steilküsten im Norden liegen nicht nur Kilometer, sondern auch erhebliche Unterschiede bei Kaufpreis, Vermietbarkeit und Genehmigungslage. Dieser Ratgeber ordnet die wichtigsten Punkte sachlich ein.

Ferienwohnung Rügen kaufen: Diese Lagen sollten Sie kennen

Rügen ist mit rund 930 Quadratkilometern die größte deutsche Insel. Die touristische Nachfrage verteilt sich aber sehr ungleich. Grob lassen sich vier Marktzonen unterscheiden:

  • Die Ostseebäder im Südosten (Binz, Sellin, Baabe, Göhren): höchste Nachfrage, höchste Preise, längste Saison, viel Bestand aus sanierter Bäderarchitektur und Neubauprojekten.

  • Der Norden (Glowe, Juliusruh, Breege, Halbinsel Wittow): direkte Strandlagen, etwas günstiger, stärker saisonabhängig, teilweise lange Anfahrtswege innerhalb der Insel.

  • Der Westen und die Boddenküste (Gingst, Trent, Ummanz, Schaprode): ruhig, naturnah, deutlich günstiger, aber mit spürbar kürzerer Vermietungssaison.

  • Das Binnenland und die Städte (Bergen, Putbus, Samtens): Preise auf regionalem Wohnniveau, touristisch aber nur eingeschränkt nachgefragt.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht „Rügen ja oder nein“, sondern: In welcher Zone soll das Objekt liegen – und passt das zu Ihrem Nutzungsziel? Wer überwiegend selbst nutzen möchte, kann Ruhe und Preis höher gewichten. Wer vermieten will, kauft in der Regel dort, wo die Nebensaison nicht zusammenbricht.

Preisniveau und Vermietbarkeit im direkten Vergleich

Die folgende Übersicht zeigt Orientierungswerte für möblierte Ferienwohnungen (Bestand und Neubau gemischt, Stand der jüngeren Marktbeobachtung). Sie ersetzt keine Objektbewertung, macht die Spreizung innerhalb der Insel aber sichtbar – und genau diese Spreizung unterschätzen viele Käufer.

Lage

Preisspanne je m² (Richtwert)

Typische Belegung p. a.

Charakter

Worauf zu achten ist

Binz

6.500 – 9.500 €

ca. 160 – 190 Nächte

Größtes Ostseebad, ganzjähriger Betrieb

Hoher Einstiegspreis, starker Wettbewerb im Premiumsegment

Sellin

5.500 – 8.000 €

ca. 150 – 180 Nächte

Seebrücke, kompakter Ortskern

Strandnähe entscheidet stark über die Rate

Baabe / Göhren

4.500 – 6.800 €

ca. 140 – 170 Nächte

Familienorientiert, ruhiger als Binz

Gute Preis-Nachfrage-Relation, viel 1970er-Bestand

Glowe / Juliusruh (Nord)

4.000 – 6.000 €

ca. 120 – 155 Nächte

Lange Sandstrände, weniger Infrastruktur

Deutlichere Nebensaison-Schwäche

Bodden / Westrügen

2.800 – 4.500 €

ca. 90 – 130 Nächte

Natur, Wassersport, Ruhe

Nur mit klarem Gästeprofil tragfähig

Bergen / Binnenland

2.500 – 3.800 €

touristisch gering

Wohnstandort, kein Bäderprofil

Ferienvermietung oft nicht genehmigt

Der Aha-Moment liegt im Verhältnis der Spalten: Binz kostet je Quadratmeter rund das Dreifache einer Boddenlage, erreicht aber „nur“ etwa die doppelte Belegung. Umgekehrt sind die günstigen Lagen nicht automatisch die besseren Investitionen, weil die niedrigeren Übernachtungsraten und die kürzere Saison den Preisvorteil häufig wieder aufzehren. Wer eine Ferienwohnung Rügen kaufen will, sollte deshalb nie den Quadratmeterpreis isoliert betrachten, sondern immer im Zusammenspiel mit erzielbarer Rate, Belegung und Bewirtschaftungskosten.

Kaufnebenkosten in Mecklenburg-Vorpommern realistisch kalkulieren

Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den Bundesländern mit der höchsten Grunderwerbsteuer. Kalkulieren Sie vor der Finanzierungsanfrage mit folgenden Positionen:

  • Grunderwerbsteuer: 6,0 % des Kaufpreises

  • Notar und Grundbuch: rund 1,5 – 2,0 %

  • Maklercourtage: üblicherweise geteilt, Käuferanteil meist rund 2,98 – 3,57 % inkl. USt.

  • Inventar und Ausstattung: bei unmöbliertem Ankauf je nach Größe 15.000 – 35.000 €

In Summe landen Sie schnell bei 10 bis 12 % über dem Kaufpreis. Ein Teil des Kaufpreises kann bei möblierten Objekten auf Inventar entfallen, das grunderwerbsteuerfrei bleibt – das muss im Kaufvertrag sauber und nachvollziehbar ausgewiesen sein. Wird der Inventaranteil zu hoch angesetzt, prüft das Finanzamt nach.

Gerade beim Thema Provisionen lohnt ein Blick auf die Vertragsgestaltung. Was genau hinter provisionsfreien Angeboten steckt, erklärt der Beitrag was bedeutet provisionsfrei.

Ferienwohnung Rügen kaufen und vermieten: Auslastung, Saison und Kosten

Die Saison auf Rügen ist länger als auf vielen anderen deutschen Ostseeinseln, weil die Bäder ganzjährig Infrastruktur bieten: Kurhäuser, Thermen, Restaurants, Wellnessangebote. Trotzdem bleibt das Muster klar: Juli und August tragen den größten Teil des Umsatzes, Mai, Juni und September sind stabil, November bis Februar sind schwach – mit Ausnahme von Weihnachten, Silvester und verlängerten Wochenenden.

Rechnen Sie bei der Kalkulation mit diesen laufenden Positionen:

  • Vermittlung / Agentur: 15 – 25 % der Nettomieteinnahmen, je nach Leistungsumfang

  • Reinigung und Wäsche: häufig separat abgerechnet und an Gäste weitergegeben

  • Hausgeld und Rücklagen: bei Anlagen mit Pool oder Rezeption deutlich höher als bei reinen Wohnanlagen

  • Instandhaltung und Möbelverschleiß: Ferienwohnungen nutzen sich schneller ab als Dauerwohnraum

  • Kurabgabe und Tourismusabgabe: gemeindeabhängig, wird in der Regel durchgereicht

Ein häufiger Fehler: Es wird mit der Bruttoauslastung des Vermieters gerechnet, aber die Eigennutzungswochen werden vergessen. Jede selbst genutzte Woche in der Hochsaison kostet Sie den stärksten Umsatz des Jahres. Legen Sie Ihre Eigennutzung bewusst in die Nebensaison, wenn die Rendite eine Rolle spielt.

Wie Ferienimmobilien grundsätzlich als Anlage funktionieren – von der Betreiberfrage bis zur steuerlichen Behandlung – ist im Überblicksartikel zur ferienimmobilie als kapitalanlage zusammengefasst.

Rendite rechnen statt schätzen

Für eine belastbare Einschätzung brauchen Sie vier Größen: Kaufpreis inklusive Nebenkosten, realistische Jahresnettomiete, laufende Kosten und Finanzierungsstruktur. Ein Beispiel zur Größenordnung: Eine 55-m²-Wohnung in Baabe zu 320.000 € plus rund 11 % Nebenkosten ergibt einen Kapitaleinsatz von etwa 355.000 €. Bei 150 belegten Nächten zu durchschnittlich 130 € netto stehen rund 19.500 € Jahresumsatz gegenüber. Nach Vermittlung, Hausgeld, Instandhaltung und Versicherungen bleiben häufig 11.000 bis 13.000 € – das entspricht einer Nettorendite im Bereich von etwa 3,1 bis 3,7 %.

Zum Vergleich: In alpinen und deutschen Mittelgebirgsregionen mit professionellem Betreiberkonzept liegen die kalkulierten Werte teils höher, weil Winter- und Sommersaison zusammenspielen. Das Ferienresort-Projekt UplandParcs Harz zeigt beispielhaft, wie sich eine Zwei-Saisonen-Destination mit zentraler Bewirtschaftung auf die Auslastungsrechnung auswirkt – ein sinnvoller Referenzpunkt, wenn Sie Rügen-Angebote einordnen möchten.

Wie einzelne Kennzahlen exakt hergeleitet werden, erläutert der Leitfaden immobilien rendite berechnen. Für den schnellen Durchlauf mit eigenen Zahlen gilt: Berechnen Sie Ihre persönliche Ferienimmobilien-Rendite mit dem Renditerechner von INVESTMENT & living – inklusive Nebenkosten, Bewirtschaftung und Eigennutzung.

Rechtliche Punkte, die auf Rügen besonders wichtig sind

Zulässigkeit der Ferienvermietung

Nicht jede Wohnung auf Rügen darf touristisch vermietet werden. Entscheidend sind der Bebauungsplan und die Baugenehmigung: Liegt das Objekt im „Sondergebiet Fremdenbeherbergung“ oder ist die Nutzung als Ferienwohnung ausdrücklich genehmigt, sind Sie auf der sicheren Seite. In reinen Wohngebieten ist die gewerbliche Kurzzeitvermietung dagegen häufig unzulässig. Prüfen Sie zusätzlich die Teilungserklärung und die Gemeinschaftsordnung der Eigentümergemeinschaft – dort kann die Ferienvermietung eingeschränkt sein.

Denkmalschutz und Bäderarchitektur

Viele Objekte in Binz, Sellin und Göhren stehen unter Denkmalschutz. Das kann steuerlich interessant sein, bringt aber Auflagen bei Fenstern, Fassaden und Grundrissänderungen mit sich. Holen Sie vor dem Kauf eine Einschätzung der Denkmalbehörde und ein Sanierungsangebot ein, statt mit Pauschalannahmen zu kalkulieren.

Küstennähe und Bausubstanz

Salzhaltige Luft beansprucht Fassaden, Fenster und Metallteile stärker als im Binnenland. Rechnen Sie mit höheren Instandhaltungsrücklagen. Bei Objekten in Steilküstennähe lohnt zudem ein Blick in die Küstenschutzregelungen und in die Versicherbarkeit.

Ferienhaus Rügen kaufen: die Alternative zur Wohnung

Wer statt einer Wohnung ein Ferienhaus auf Rügen kaufen möchte, findet vor allem im Norden und im Westen Angebote – von Reetdachhäusern bis zu modernen Neubauten in Ferienhausparks. Häuser erzielen höhere Wochenraten und sprechen Familien und Gruppen an, erfordern aber mehr Eigenverantwortung: Grundstückspflege, Heizung, Technik und Winterdienst liegen bei Ihnen beziehungsweise bei einem beauftragten Dienstleister. Die Nebensaison ist bei freistehenden Häusern zudem oft schwächer als bei zentral bewirtschafteten Apartmentanlagen. Eine Gegenüberstellung beider Objekttypen finden Sie im Artikel ferienhaus kaufen; die übergeordneten Kriterien für den Wohnungskauf sind im Beitrag ferienwohnung kaufen zusammengefasst.

Checkliste vor der Kaufentscheidung

  • Liegt eine Genehmigung für Ferienvermietung vor – schriftlich, nicht mündlich?

  • Wie hoch waren die tatsächlichen Belegungszahlen der letzten drei Jahre?

  • Welche Kosten sind im Hausgeld enthalten, welche kommen separat?

  • Ist die Instandhaltungsrücklage angemessen, stehen Sanierungen an?

  • Wie ist der Stellplatz geregelt? In den Bädern ist das ein echter Buchungsfaktor.

  • Welche Entfernung zum Strand liegt tatsächlich vor – gemessen, nicht beschrieben?

  • Ist ein Vermittlungsvertrag übernehmbar oder frei wählbar?

  • Wie flexibel ist Ihre Eigennutzung vertraglich geregelt?

Häufige Fragen

Was kostet eine Ferienwohnung auf Rügen?

Die Spanne ist groß: In Binz liegen die Quadratmeterpreise überwiegend zwischen 6.500 und 9.500 €, in Sellin und Baabe zwischen 4.500 und 8.000 €, an der Boddenküste und im Binnenland zwischen 2.500 und 4.500 €. Eine 50 bis 60 m² große Ferienwohnung in einem der Ostseebäder bewegt sich damit typischerweise zwischen 280.000 und 600.000 €. Hinzu kommen rund 10 bis 12 % Kaufnebenkosten, in Mecklenburg-Vorpommern vor allem wegen der Grunderwerbsteuer von 6,0 %.

Lohnt es sich, eine Ferienwohnung auf Rügen zu kaufen und zu vermieten?

Das hängt vom Verhältnis aus Kaufpreis, Belegung und Bewirtschaftungskosten ab. In gut gelegenen Bäderobjekten sind Nettorenditen von rund 3 bis 4 % realistisch, in Kombination mit Wertstabilität und Eigennutzung. Objekte mit schwacher Nebensaison, hohem Hausgeld oder eingeschränkter Genehmigungslage können deutlich darunter liegen. Entscheidend ist eine Kalkulation mit realen Zahlen statt mit Musterrechnungen des Anbieters.

Darf ich jede gekaufte Wohnung auf Rügen als Ferienwohnung vermieten?

Nein. Maßgeblich sind Bebauungsplan, Baugenehmigung und die Teilungserklärung der Eigentümergemeinschaft. In ausgewiesenen Sondergebieten für Fremdenbeherbergung ist die Vermietung unproblematisch, in reinen Wohngebieten häufig nicht zulässig. Lassen Sie sich die Nutzung vor dem Notartermin schriftlich bestätigen und prüfen Sie zusätzlich die gemeindliche Melde- und Kurabgabepflicht.

Welche Lage auf Rügen eignet sich am besten für die Vermietung?

Für eine gleichmäßige Auslastung über das Jahr sind die südöstlichen Ostseebäder Binz, Sellin, Baabe und Göhren am verlässlichsten, weil dort Infrastruktur, Erreichbarkeit und Gästeaufkommen zusammenkommen. Der Norden bietet günstigere Einstiegspreise bei stärkerer Saisonabhängigkeit. Boddenlagen funktionieren vor allem mit einem klaren Profil, etwa für Wassersport oder Naturtourismus.

Fazit

Rügen ist kein einheitlicher Markt, sondern eine Insel mit deutlich unterschiedlichen Teilmärkten. Wer den Kauf sachlich angeht – mit geprüfter Genehmigungslage, belastbaren Belegungszahlen und vollständiger Kostenrechnung – findet stabile Objekte mit moderater, aber planbarer Rendite. Wer nur auf den Quadratmeterpreis schaut, riskiert Überraschungen bei Nebensaison, Hausgeld und Instandhaltung.

Sie möchten Rügen-Angebote mit geprüften Ferienimmobilien-Projekten in anderen Regionen vergleichen und Ihre Zahlen gegenrechnen? Auf INVESTMENT & living finden Sie Projektbeispiele, Kalkulationsgrundlagen und den Renditerechner für Ihre eigene Einschätzung.

Wer eine Ferienwohnung Rügen kaufen möchte, entscheidet sich für einen der etabliertesten Ferienmärkte Deutschlands – und zugleich für einen Markt mit sehr unterschiedlichen Teilregionen. Zwischen der Bäderarchitektur in Binz, den ruhigen Boddendörfern im Westen und den Steilküsten im Norden liegen nicht nur Kilometer, sondern auch erhebliche Unterschiede bei Kaufpreis, Vermietbarkeit und Genehmigungslage. Dieser Ratgeber ordnet die wichtigsten Punkte sachlich ein.

Ferienwohnung Rügen kaufen: Diese Lagen sollten Sie kennen

Rügen ist mit rund 930 Quadratkilometern die größte deutsche Insel. Die touristische Nachfrage verteilt sich aber sehr ungleich. Grob lassen sich vier Marktzonen unterscheiden:

  • Die Ostseebäder im Südosten (Binz, Sellin, Baabe, Göhren): höchste Nachfrage, höchste Preise, längste Saison, viel Bestand aus sanierter Bäderarchitektur und Neubauprojekten.

  • Der Norden (Glowe, Juliusruh, Breege, Halbinsel Wittow): direkte Strandlagen, etwas günstiger, stärker saisonabhängig, teilweise lange Anfahrtswege innerhalb der Insel.

  • Der Westen und die Boddenküste (Gingst, Trent, Ummanz, Schaprode): ruhig, naturnah, deutlich günstiger, aber mit spürbar kürzerer Vermietungssaison.

  • Das Binnenland und die Städte (Bergen, Putbus, Samtens): Preise auf regionalem Wohnniveau, touristisch aber nur eingeschränkt nachgefragt.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht „Rügen ja oder nein“, sondern: In welcher Zone soll das Objekt liegen – und passt das zu Ihrem Nutzungsziel? Wer überwiegend selbst nutzen möchte, kann Ruhe und Preis höher gewichten. Wer vermieten will, kauft in der Regel dort, wo die Nebensaison nicht zusammenbricht.

Preisniveau und Vermietbarkeit im direkten Vergleich

Die folgende Übersicht zeigt Orientierungswerte für möblierte Ferienwohnungen (Bestand und Neubau gemischt, Stand der jüngeren Marktbeobachtung). Sie ersetzt keine Objektbewertung, macht die Spreizung innerhalb der Insel aber sichtbar – und genau diese Spreizung unterschätzen viele Käufer.

Lage

Preisspanne je m² (Richtwert)

Typische Belegung p. a.

Charakter

Worauf zu achten ist

Binz

6.500 – 9.500 €

ca. 160 – 190 Nächte

Größtes Ostseebad, ganzjähriger Betrieb

Hoher Einstiegspreis, starker Wettbewerb im Premiumsegment

Sellin

5.500 – 8.000 €

ca. 150 – 180 Nächte

Seebrücke, kompakter Ortskern

Strandnähe entscheidet stark über die Rate

Baabe / Göhren

4.500 – 6.800 €

ca. 140 – 170 Nächte

Familienorientiert, ruhiger als Binz

Gute Preis-Nachfrage-Relation, viel 1970er-Bestand

Glowe / Juliusruh (Nord)

4.000 – 6.000 €

ca. 120 – 155 Nächte

Lange Sandstrände, weniger Infrastruktur

Deutlichere Nebensaison-Schwäche

Bodden / Westrügen

2.800 – 4.500 €

ca. 90 – 130 Nächte

Natur, Wassersport, Ruhe

Nur mit klarem Gästeprofil tragfähig

Bergen / Binnenland

2.500 – 3.800 €

touristisch gering

Wohnstandort, kein Bäderprofil

Ferienvermietung oft nicht genehmigt

Der Aha-Moment liegt im Verhältnis der Spalten: Binz kostet je Quadratmeter rund das Dreifache einer Boddenlage, erreicht aber „nur“ etwa die doppelte Belegung. Umgekehrt sind die günstigen Lagen nicht automatisch die besseren Investitionen, weil die niedrigeren Übernachtungsraten und die kürzere Saison den Preisvorteil häufig wieder aufzehren. Wer eine Ferienwohnung Rügen kaufen will, sollte deshalb nie den Quadratmeterpreis isoliert betrachten, sondern immer im Zusammenspiel mit erzielbarer Rate, Belegung und Bewirtschaftungskosten.

Kaufnebenkosten in Mecklenburg-Vorpommern realistisch kalkulieren

Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den Bundesländern mit der höchsten Grunderwerbsteuer. Kalkulieren Sie vor der Finanzierungsanfrage mit folgenden Positionen:

  • Grunderwerbsteuer: 6,0 % des Kaufpreises

  • Notar und Grundbuch: rund 1,5 – 2,0 %

  • Maklercourtage: üblicherweise geteilt, Käuferanteil meist rund 2,98 – 3,57 % inkl. USt.

  • Inventar und Ausstattung: bei unmöbliertem Ankauf je nach Größe 15.000 – 35.000 €

In Summe landen Sie schnell bei 10 bis 12 % über dem Kaufpreis. Ein Teil des Kaufpreises kann bei möblierten Objekten auf Inventar entfallen, das grunderwerbsteuerfrei bleibt – das muss im Kaufvertrag sauber und nachvollziehbar ausgewiesen sein. Wird der Inventaranteil zu hoch angesetzt, prüft das Finanzamt nach.

Gerade beim Thema Provisionen lohnt ein Blick auf die Vertragsgestaltung. Was genau hinter provisionsfreien Angeboten steckt, erklärt der Beitrag was bedeutet provisionsfrei.

Ferienwohnung Rügen kaufen und vermieten: Auslastung, Saison und Kosten

Die Saison auf Rügen ist länger als auf vielen anderen deutschen Ostseeinseln, weil die Bäder ganzjährig Infrastruktur bieten: Kurhäuser, Thermen, Restaurants, Wellnessangebote. Trotzdem bleibt das Muster klar: Juli und August tragen den größten Teil des Umsatzes, Mai, Juni und September sind stabil, November bis Februar sind schwach – mit Ausnahme von Weihnachten, Silvester und verlängerten Wochenenden.

Rechnen Sie bei der Kalkulation mit diesen laufenden Positionen:

  • Vermittlung / Agentur: 15 – 25 % der Nettomieteinnahmen, je nach Leistungsumfang

  • Reinigung und Wäsche: häufig separat abgerechnet und an Gäste weitergegeben

  • Hausgeld und Rücklagen: bei Anlagen mit Pool oder Rezeption deutlich höher als bei reinen Wohnanlagen

  • Instandhaltung und Möbelverschleiß: Ferienwohnungen nutzen sich schneller ab als Dauerwohnraum

  • Kurabgabe und Tourismusabgabe: gemeindeabhängig, wird in der Regel durchgereicht

Ein häufiger Fehler: Es wird mit der Bruttoauslastung des Vermieters gerechnet, aber die Eigennutzungswochen werden vergessen. Jede selbst genutzte Woche in der Hochsaison kostet Sie den stärksten Umsatz des Jahres. Legen Sie Ihre Eigennutzung bewusst in die Nebensaison, wenn die Rendite eine Rolle spielt.

Wie Ferienimmobilien grundsätzlich als Anlage funktionieren – von der Betreiberfrage bis zur steuerlichen Behandlung – ist im Überblicksartikel zur ferienimmobilie als kapitalanlage zusammengefasst.

Rendite rechnen statt schätzen

Für eine belastbare Einschätzung brauchen Sie vier Größen: Kaufpreis inklusive Nebenkosten, realistische Jahresnettomiete, laufende Kosten und Finanzierungsstruktur. Ein Beispiel zur Größenordnung: Eine 55-m²-Wohnung in Baabe zu 320.000 € plus rund 11 % Nebenkosten ergibt einen Kapitaleinsatz von etwa 355.000 €. Bei 150 belegten Nächten zu durchschnittlich 130 € netto stehen rund 19.500 € Jahresumsatz gegenüber. Nach Vermittlung, Hausgeld, Instandhaltung und Versicherungen bleiben häufig 11.000 bis 13.000 € – das entspricht einer Nettorendite im Bereich von etwa 3,1 bis 3,7 %.

Zum Vergleich: In alpinen und deutschen Mittelgebirgsregionen mit professionellem Betreiberkonzept liegen die kalkulierten Werte teils höher, weil Winter- und Sommersaison zusammenspielen. Das Ferienresort-Projekt UplandParcs Harz zeigt beispielhaft, wie sich eine Zwei-Saisonen-Destination mit zentraler Bewirtschaftung auf die Auslastungsrechnung auswirkt – ein sinnvoller Referenzpunkt, wenn Sie Rügen-Angebote einordnen möchten.

Wie einzelne Kennzahlen exakt hergeleitet werden, erläutert der Leitfaden immobilien rendite berechnen. Für den schnellen Durchlauf mit eigenen Zahlen gilt: Berechnen Sie Ihre persönliche Ferienimmobilien-Rendite mit dem Renditerechner von INVESTMENT & living – inklusive Nebenkosten, Bewirtschaftung und Eigennutzung.

Rechtliche Punkte, die auf Rügen besonders wichtig sind

Zulässigkeit der Ferienvermietung

Nicht jede Wohnung auf Rügen darf touristisch vermietet werden. Entscheidend sind der Bebauungsplan und die Baugenehmigung: Liegt das Objekt im „Sondergebiet Fremdenbeherbergung“ oder ist die Nutzung als Ferienwohnung ausdrücklich genehmigt, sind Sie auf der sicheren Seite. In reinen Wohngebieten ist die gewerbliche Kurzzeitvermietung dagegen häufig unzulässig. Prüfen Sie zusätzlich die Teilungserklärung und die Gemeinschaftsordnung der Eigentümergemeinschaft – dort kann die Ferienvermietung eingeschränkt sein.

Denkmalschutz und Bäderarchitektur

Viele Objekte in Binz, Sellin und Göhren stehen unter Denkmalschutz. Das kann steuerlich interessant sein, bringt aber Auflagen bei Fenstern, Fassaden und Grundrissänderungen mit sich. Holen Sie vor dem Kauf eine Einschätzung der Denkmalbehörde und ein Sanierungsangebot ein, statt mit Pauschalannahmen zu kalkulieren.

Küstennähe und Bausubstanz

Salzhaltige Luft beansprucht Fassaden, Fenster und Metallteile stärker als im Binnenland. Rechnen Sie mit höheren Instandhaltungsrücklagen. Bei Objekten in Steilküstennähe lohnt zudem ein Blick in die Küstenschutzregelungen und in die Versicherbarkeit.

Ferienhaus Rügen kaufen: die Alternative zur Wohnung

Wer statt einer Wohnung ein Ferienhaus auf Rügen kaufen möchte, findet vor allem im Norden und im Westen Angebote – von Reetdachhäusern bis zu modernen Neubauten in Ferienhausparks. Häuser erzielen höhere Wochenraten und sprechen Familien und Gruppen an, erfordern aber mehr Eigenverantwortung: Grundstückspflege, Heizung, Technik und Winterdienst liegen bei Ihnen beziehungsweise bei einem beauftragten Dienstleister. Die Nebensaison ist bei freistehenden Häusern zudem oft schwächer als bei zentral bewirtschafteten Apartmentanlagen. Eine Gegenüberstellung beider Objekttypen finden Sie im Artikel ferienhaus kaufen; die übergeordneten Kriterien für den Wohnungskauf sind im Beitrag ferienwohnung kaufen zusammengefasst.

Checkliste vor der Kaufentscheidung

  • Liegt eine Genehmigung für Ferienvermietung vor – schriftlich, nicht mündlich?

  • Wie hoch waren die tatsächlichen Belegungszahlen der letzten drei Jahre?

  • Welche Kosten sind im Hausgeld enthalten, welche kommen separat?

  • Ist die Instandhaltungsrücklage angemessen, stehen Sanierungen an?

  • Wie ist der Stellplatz geregelt? In den Bädern ist das ein echter Buchungsfaktor.

  • Welche Entfernung zum Strand liegt tatsächlich vor – gemessen, nicht beschrieben?

  • Ist ein Vermittlungsvertrag übernehmbar oder frei wählbar?

  • Wie flexibel ist Ihre Eigennutzung vertraglich geregelt?

Häufige Fragen

Was kostet eine Ferienwohnung auf Rügen?

Die Spanne ist groß: In Binz liegen die Quadratmeterpreise überwiegend zwischen 6.500 und 9.500 €, in Sellin und Baabe zwischen 4.500 und 8.000 €, an der Boddenküste und im Binnenland zwischen 2.500 und 4.500 €. Eine 50 bis 60 m² große Ferienwohnung in einem der Ostseebäder bewegt sich damit typischerweise zwischen 280.000 und 600.000 €. Hinzu kommen rund 10 bis 12 % Kaufnebenkosten, in Mecklenburg-Vorpommern vor allem wegen der Grunderwerbsteuer von 6,0 %.

Lohnt es sich, eine Ferienwohnung auf Rügen zu kaufen und zu vermieten?

Das hängt vom Verhältnis aus Kaufpreis, Belegung und Bewirtschaftungskosten ab. In gut gelegenen Bäderobjekten sind Nettorenditen von rund 3 bis 4 % realistisch, in Kombination mit Wertstabilität und Eigennutzung. Objekte mit schwacher Nebensaison, hohem Hausgeld oder eingeschränkter Genehmigungslage können deutlich darunter liegen. Entscheidend ist eine Kalkulation mit realen Zahlen statt mit Musterrechnungen des Anbieters.

Darf ich jede gekaufte Wohnung auf Rügen als Ferienwohnung vermieten?

Nein. Maßgeblich sind Bebauungsplan, Baugenehmigung und die Teilungserklärung der Eigentümergemeinschaft. In ausgewiesenen Sondergebieten für Fremdenbeherbergung ist die Vermietung unproblematisch, in reinen Wohngebieten häufig nicht zulässig. Lassen Sie sich die Nutzung vor dem Notartermin schriftlich bestätigen und prüfen Sie zusätzlich die gemeindliche Melde- und Kurabgabepflicht.

Welche Lage auf Rügen eignet sich am besten für die Vermietung?

Für eine gleichmäßige Auslastung über das Jahr sind die südöstlichen Ostseebäder Binz, Sellin, Baabe und Göhren am verlässlichsten, weil dort Infrastruktur, Erreichbarkeit und Gästeaufkommen zusammenkommen. Der Norden bietet günstigere Einstiegspreise bei stärkerer Saisonabhängigkeit. Boddenlagen funktionieren vor allem mit einem klaren Profil, etwa für Wassersport oder Naturtourismus.

Fazit

Rügen ist kein einheitlicher Markt, sondern eine Insel mit deutlich unterschiedlichen Teilmärkten. Wer den Kauf sachlich angeht – mit geprüfter Genehmigungslage, belastbaren Belegungszahlen und vollständiger Kostenrechnung – findet stabile Objekte mit moderater, aber planbarer Rendite. Wer nur auf den Quadratmeterpreis schaut, riskiert Überraschungen bei Nebensaison, Hausgeld und Instandhaltung.

Sie möchten Rügen-Angebote mit geprüften Ferienimmobilien-Projekten in anderen Regionen vergleichen und Ihre Zahlen gegenrechnen? Auf INVESTMENT & living finden Sie Projektbeispiele, Kalkulationsgrundlagen und den Renditerechner für Ihre eigene Einschätzung.

Wer eine Ferienwohnung Rügen kaufen möchte, entscheidet sich für einen der etabliertesten Ferienmärkte Deutschlands – und zugleich für einen Markt mit sehr unterschiedlichen Teilregionen. Zwischen der Bäderarchitektur in Binz, den ruhigen Boddendörfern im Westen und den Steilküsten im Norden liegen nicht nur Kilometer, sondern auch erhebliche Unterschiede bei Kaufpreis, Vermietbarkeit und Genehmigungslage. Dieser Ratgeber ordnet die wichtigsten Punkte sachlich ein.

Ferienwohnung Rügen kaufen: Diese Lagen sollten Sie kennen

Rügen ist mit rund 930 Quadratkilometern die größte deutsche Insel. Die touristische Nachfrage verteilt sich aber sehr ungleich. Grob lassen sich vier Marktzonen unterscheiden:

  • Die Ostseebäder im Südosten (Binz, Sellin, Baabe, Göhren): höchste Nachfrage, höchste Preise, längste Saison, viel Bestand aus sanierter Bäderarchitektur und Neubauprojekten.

  • Der Norden (Glowe, Juliusruh, Breege, Halbinsel Wittow): direkte Strandlagen, etwas günstiger, stärker saisonabhängig, teilweise lange Anfahrtswege innerhalb der Insel.

  • Der Westen und die Boddenküste (Gingst, Trent, Ummanz, Schaprode): ruhig, naturnah, deutlich günstiger, aber mit spürbar kürzerer Vermietungssaison.

  • Das Binnenland und die Städte (Bergen, Putbus, Samtens): Preise auf regionalem Wohnniveau, touristisch aber nur eingeschränkt nachgefragt.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht „Rügen ja oder nein“, sondern: In welcher Zone soll das Objekt liegen – und passt das zu Ihrem Nutzungsziel? Wer überwiegend selbst nutzen möchte, kann Ruhe und Preis höher gewichten. Wer vermieten will, kauft in der Regel dort, wo die Nebensaison nicht zusammenbricht.

Preisniveau und Vermietbarkeit im direkten Vergleich

Die folgende Übersicht zeigt Orientierungswerte für möblierte Ferienwohnungen (Bestand und Neubau gemischt, Stand der jüngeren Marktbeobachtung). Sie ersetzt keine Objektbewertung, macht die Spreizung innerhalb der Insel aber sichtbar – und genau diese Spreizung unterschätzen viele Käufer.

Lage

Preisspanne je m² (Richtwert)

Typische Belegung p. a.

Charakter

Worauf zu achten ist

Binz

6.500 – 9.500 €

ca. 160 – 190 Nächte

Größtes Ostseebad, ganzjähriger Betrieb

Hoher Einstiegspreis, starker Wettbewerb im Premiumsegment

Sellin

5.500 – 8.000 €

ca. 150 – 180 Nächte

Seebrücke, kompakter Ortskern

Strandnähe entscheidet stark über die Rate

Baabe / Göhren

4.500 – 6.800 €

ca. 140 – 170 Nächte

Familienorientiert, ruhiger als Binz

Gute Preis-Nachfrage-Relation, viel 1970er-Bestand

Glowe / Juliusruh (Nord)

4.000 – 6.000 €

ca. 120 – 155 Nächte

Lange Sandstrände, weniger Infrastruktur

Deutlichere Nebensaison-Schwäche

Bodden / Westrügen

2.800 – 4.500 €

ca. 90 – 130 Nächte

Natur, Wassersport, Ruhe

Nur mit klarem Gästeprofil tragfähig

Bergen / Binnenland

2.500 – 3.800 €

touristisch gering

Wohnstandort, kein Bäderprofil

Ferienvermietung oft nicht genehmigt

Der Aha-Moment liegt im Verhältnis der Spalten: Binz kostet je Quadratmeter rund das Dreifache einer Boddenlage, erreicht aber „nur“ etwa die doppelte Belegung. Umgekehrt sind die günstigen Lagen nicht automatisch die besseren Investitionen, weil die niedrigeren Übernachtungsraten und die kürzere Saison den Preisvorteil häufig wieder aufzehren. Wer eine Ferienwohnung Rügen kaufen will, sollte deshalb nie den Quadratmeterpreis isoliert betrachten, sondern immer im Zusammenspiel mit erzielbarer Rate, Belegung und Bewirtschaftungskosten.

Kaufnebenkosten in Mecklenburg-Vorpommern realistisch kalkulieren

Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den Bundesländern mit der höchsten Grunderwerbsteuer. Kalkulieren Sie vor der Finanzierungsanfrage mit folgenden Positionen:

  • Grunderwerbsteuer: 6,0 % des Kaufpreises

  • Notar und Grundbuch: rund 1,5 – 2,0 %

  • Maklercourtage: üblicherweise geteilt, Käuferanteil meist rund 2,98 – 3,57 % inkl. USt.

  • Inventar und Ausstattung: bei unmöbliertem Ankauf je nach Größe 15.000 – 35.000 €

In Summe landen Sie schnell bei 10 bis 12 % über dem Kaufpreis. Ein Teil des Kaufpreises kann bei möblierten Objekten auf Inventar entfallen, das grunderwerbsteuerfrei bleibt – das muss im Kaufvertrag sauber und nachvollziehbar ausgewiesen sein. Wird der Inventaranteil zu hoch angesetzt, prüft das Finanzamt nach.

Gerade beim Thema Provisionen lohnt ein Blick auf die Vertragsgestaltung. Was genau hinter provisionsfreien Angeboten steckt, erklärt der Beitrag was bedeutet provisionsfrei.

Ferienwohnung Rügen kaufen und vermieten: Auslastung, Saison und Kosten

Die Saison auf Rügen ist länger als auf vielen anderen deutschen Ostseeinseln, weil die Bäder ganzjährig Infrastruktur bieten: Kurhäuser, Thermen, Restaurants, Wellnessangebote. Trotzdem bleibt das Muster klar: Juli und August tragen den größten Teil des Umsatzes, Mai, Juni und September sind stabil, November bis Februar sind schwach – mit Ausnahme von Weihnachten, Silvester und verlängerten Wochenenden.

Rechnen Sie bei der Kalkulation mit diesen laufenden Positionen:

  • Vermittlung / Agentur: 15 – 25 % der Nettomieteinnahmen, je nach Leistungsumfang

  • Reinigung und Wäsche: häufig separat abgerechnet und an Gäste weitergegeben

  • Hausgeld und Rücklagen: bei Anlagen mit Pool oder Rezeption deutlich höher als bei reinen Wohnanlagen

  • Instandhaltung und Möbelverschleiß: Ferienwohnungen nutzen sich schneller ab als Dauerwohnraum

  • Kurabgabe und Tourismusabgabe: gemeindeabhängig, wird in der Regel durchgereicht

Ein häufiger Fehler: Es wird mit der Bruttoauslastung des Vermieters gerechnet, aber die Eigennutzungswochen werden vergessen. Jede selbst genutzte Woche in der Hochsaison kostet Sie den stärksten Umsatz des Jahres. Legen Sie Ihre Eigennutzung bewusst in die Nebensaison, wenn die Rendite eine Rolle spielt.

Wie Ferienimmobilien grundsätzlich als Anlage funktionieren – von der Betreiberfrage bis zur steuerlichen Behandlung – ist im Überblicksartikel zur ferienimmobilie als kapitalanlage zusammengefasst.

Rendite rechnen statt schätzen

Für eine belastbare Einschätzung brauchen Sie vier Größen: Kaufpreis inklusive Nebenkosten, realistische Jahresnettomiete, laufende Kosten und Finanzierungsstruktur. Ein Beispiel zur Größenordnung: Eine 55-m²-Wohnung in Baabe zu 320.000 € plus rund 11 % Nebenkosten ergibt einen Kapitaleinsatz von etwa 355.000 €. Bei 150 belegten Nächten zu durchschnittlich 130 € netto stehen rund 19.500 € Jahresumsatz gegenüber. Nach Vermittlung, Hausgeld, Instandhaltung und Versicherungen bleiben häufig 11.000 bis 13.000 € – das entspricht einer Nettorendite im Bereich von etwa 3,1 bis 3,7 %.

Zum Vergleich: In alpinen und deutschen Mittelgebirgsregionen mit professionellem Betreiberkonzept liegen die kalkulierten Werte teils höher, weil Winter- und Sommersaison zusammenspielen. Das Ferienresort-Projekt UplandParcs Harz zeigt beispielhaft, wie sich eine Zwei-Saisonen-Destination mit zentraler Bewirtschaftung auf die Auslastungsrechnung auswirkt – ein sinnvoller Referenzpunkt, wenn Sie Rügen-Angebote einordnen möchten.

Wie einzelne Kennzahlen exakt hergeleitet werden, erläutert der Leitfaden immobilien rendite berechnen. Für den schnellen Durchlauf mit eigenen Zahlen gilt: Berechnen Sie Ihre persönliche Ferienimmobilien-Rendite mit dem Renditerechner von INVESTMENT & living – inklusive Nebenkosten, Bewirtschaftung und Eigennutzung.

Rechtliche Punkte, die auf Rügen besonders wichtig sind

Zulässigkeit der Ferienvermietung

Nicht jede Wohnung auf Rügen darf touristisch vermietet werden. Entscheidend sind der Bebauungsplan und die Baugenehmigung: Liegt das Objekt im „Sondergebiet Fremdenbeherbergung“ oder ist die Nutzung als Ferienwohnung ausdrücklich genehmigt, sind Sie auf der sicheren Seite. In reinen Wohngebieten ist die gewerbliche Kurzzeitvermietung dagegen häufig unzulässig. Prüfen Sie zusätzlich die Teilungserklärung und die Gemeinschaftsordnung der Eigentümergemeinschaft – dort kann die Ferienvermietung eingeschränkt sein.

Denkmalschutz und Bäderarchitektur

Viele Objekte in Binz, Sellin und Göhren stehen unter Denkmalschutz. Das kann steuerlich interessant sein, bringt aber Auflagen bei Fenstern, Fassaden und Grundrissänderungen mit sich. Holen Sie vor dem Kauf eine Einschätzung der Denkmalbehörde und ein Sanierungsangebot ein, statt mit Pauschalannahmen zu kalkulieren.

Küstennähe und Bausubstanz

Salzhaltige Luft beansprucht Fassaden, Fenster und Metallteile stärker als im Binnenland. Rechnen Sie mit höheren Instandhaltungsrücklagen. Bei Objekten in Steilküstennähe lohnt zudem ein Blick in die Küstenschutzregelungen und in die Versicherbarkeit.

Ferienhaus Rügen kaufen: die Alternative zur Wohnung

Wer statt einer Wohnung ein Ferienhaus auf Rügen kaufen möchte, findet vor allem im Norden und im Westen Angebote – von Reetdachhäusern bis zu modernen Neubauten in Ferienhausparks. Häuser erzielen höhere Wochenraten und sprechen Familien und Gruppen an, erfordern aber mehr Eigenverantwortung: Grundstückspflege, Heizung, Technik und Winterdienst liegen bei Ihnen beziehungsweise bei einem beauftragten Dienstleister. Die Nebensaison ist bei freistehenden Häusern zudem oft schwächer als bei zentral bewirtschafteten Apartmentanlagen. Eine Gegenüberstellung beider Objekttypen finden Sie im Artikel ferienhaus kaufen; die übergeordneten Kriterien für den Wohnungskauf sind im Beitrag ferienwohnung kaufen zusammengefasst.

Checkliste vor der Kaufentscheidung

  • Liegt eine Genehmigung für Ferienvermietung vor – schriftlich, nicht mündlich?

  • Wie hoch waren die tatsächlichen Belegungszahlen der letzten drei Jahre?

  • Welche Kosten sind im Hausgeld enthalten, welche kommen separat?

  • Ist die Instandhaltungsrücklage angemessen, stehen Sanierungen an?

  • Wie ist der Stellplatz geregelt? In den Bädern ist das ein echter Buchungsfaktor.

  • Welche Entfernung zum Strand liegt tatsächlich vor – gemessen, nicht beschrieben?

  • Ist ein Vermittlungsvertrag übernehmbar oder frei wählbar?

  • Wie flexibel ist Ihre Eigennutzung vertraglich geregelt?

Häufige Fragen

Was kostet eine Ferienwohnung auf Rügen?

Die Spanne ist groß: In Binz liegen die Quadratmeterpreise überwiegend zwischen 6.500 und 9.500 €, in Sellin und Baabe zwischen 4.500 und 8.000 €, an der Boddenküste und im Binnenland zwischen 2.500 und 4.500 €. Eine 50 bis 60 m² große Ferienwohnung in einem der Ostseebäder bewegt sich damit typischerweise zwischen 280.000 und 600.000 €. Hinzu kommen rund 10 bis 12 % Kaufnebenkosten, in Mecklenburg-Vorpommern vor allem wegen der Grunderwerbsteuer von 6,0 %.

Lohnt es sich, eine Ferienwohnung auf Rügen zu kaufen und zu vermieten?

Das hängt vom Verhältnis aus Kaufpreis, Belegung und Bewirtschaftungskosten ab. In gut gelegenen Bäderobjekten sind Nettorenditen von rund 3 bis 4 % realistisch, in Kombination mit Wertstabilität und Eigennutzung. Objekte mit schwacher Nebensaison, hohem Hausgeld oder eingeschränkter Genehmigungslage können deutlich darunter liegen. Entscheidend ist eine Kalkulation mit realen Zahlen statt mit Musterrechnungen des Anbieters.

Darf ich jede gekaufte Wohnung auf Rügen als Ferienwohnung vermieten?

Nein. Maßgeblich sind Bebauungsplan, Baugenehmigung und die Teilungserklärung der Eigentümergemeinschaft. In ausgewiesenen Sondergebieten für Fremdenbeherbergung ist die Vermietung unproblematisch, in reinen Wohngebieten häufig nicht zulässig. Lassen Sie sich die Nutzung vor dem Notartermin schriftlich bestätigen und prüfen Sie zusätzlich die gemeindliche Melde- und Kurabgabepflicht.

Welche Lage auf Rügen eignet sich am besten für die Vermietung?

Für eine gleichmäßige Auslastung über das Jahr sind die südöstlichen Ostseebäder Binz, Sellin, Baabe und Göhren am verlässlichsten, weil dort Infrastruktur, Erreichbarkeit und Gästeaufkommen zusammenkommen. Der Norden bietet günstigere Einstiegspreise bei stärkerer Saisonabhängigkeit. Boddenlagen funktionieren vor allem mit einem klaren Profil, etwa für Wassersport oder Naturtourismus.

Fazit

Rügen ist kein einheitlicher Markt, sondern eine Insel mit deutlich unterschiedlichen Teilmärkten. Wer den Kauf sachlich angeht – mit geprüfter Genehmigungslage, belastbaren Belegungszahlen und vollständiger Kostenrechnung – findet stabile Objekte mit moderater, aber planbarer Rendite. Wer nur auf den Quadratmeterpreis schaut, riskiert Überraschungen bei Nebensaison, Hausgeld und Instandhaltung.

Sie möchten Rügen-Angebote mit geprüften Ferienimmobilien-Projekten in anderen Regionen vergleichen und Ihre Zahlen gegenrechnen? Auf INVESTMENT & living finden Sie Projektbeispiele, Kalkulationsgrundlagen und den Renditerechner für Ihre eigene Einschätzung.

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