Hausgeld verstehen: Welche Posten enthalten sind und wer sie zahlt

Hausgeld verstehen: Welche Posten enthalten sind und wer sie zahlt

Das Hausgeld ist die monatliche Vorauszahlung, die jede Eigentuemerin und jeder Eigentuemer einer Wohnung in einer Wohnungseigentuemergemeinschaft (WEG) an die Verwaltung leistet, damit die laufenden Kosten des Gebaeudes gedeckt sind. Es ist damit die zentrale Kostengroesse, die zwischen dem Kaufpreis einer Wohnung und dem tatsaechlichen monatlichen Aufwand steht. Wer eine Eigentumswohnung selbst nutzt, zahlt das Hausgeld vollstaendig aus eigener Tasche. Wer vermietet, kann einen erheblichen Teil weitergeben – aber eben nur einen Teil. Genau diese Trennung entscheidet darueber, wie belastbar eine Kalkulation ist.

Dieser Beitrag erklaert Schritt fuer Schritt, was im Hausgeld steckt, welche Posten umlagefaehig sind, wie Wirtschaftsplan und Jahresabrechnung zusammenspielen, welche Hoehe pro Quadratmeter realistisch ist – und warum sich das Bild bei einer betreibergefuehrten Ferienimmobilie deutlich verschiebt.

Was ist Hausgeld – und was ist es nicht?

Rechtlich gesehen ist das Hausgeld der Beitrag zur Kostentragung nach dem Wohnungseigentumsgesetz. Die Eigentuemergemeinschaft beschliesst jaehrlich einen Wirtschaftsplan, in dem alle erwarteten Ausgaben des Gebaeudes fuer das kommende Jahr geschaetzt werden. Diese Summe wird auf die Einheiten verteilt – in der Regel nach Miteigentumsanteilen, teilweise nach Wohnflaeche oder nach anderen in der Teilungserklaerung festgelegten Schluesseln. Das Ergebnis, geteilt durch zwoelf, ist Ihr monatliches Hausgeld.

Drei Missverstaendnisse sind besonders verbreitet:

  • Hausgeld ist nicht dasselbe wie Nebenkosten. Nebenkosten im mietrechtlichen Sinn sind nur der Teil des Hausgelds, der laut Betriebskostenverordnung auf Mieter umgelegt werden darf. Das Hausgeld ist deutlich breiter.

  • Hausgeld ist keine Gebuehr der Verwaltung. Die Verwaltervergueting ist nur ein Posten darin. Der weit groessere Teil sind Betriebskosten und Ruecklagenzufuehrung.

  • Hausgeld ist keine feste Zahl. Es ist eine Vorauszahlung auf geschaetzte Kosten. Nach Ablauf des Jahres folgt die Abrechnung – mit Nachzahlung oder Guthaben.

Welche Posten stecken im Hausgeld?

Die Zusammensetzung folgt einer klaren Logik: Alles, was am Gemeinschaftseigentum anfaellt, laeuft ueber das Hausgeld. Alles, was ausschliesslich Ihre Wohnung betrifft – etwa der Austausch Ihrer Innentueren oder Ihrer Kueche – zahlen Sie separat.

Betriebskosten des Gebaeudes

Dazu gehoeren Heizung und Warmwasser (soweit zentral erzeugt), Kaltwasser und Abwasser, Muellentsorgung, Allgemeinstrom fuer Treppenhaus, Aussenbeleuchtung und Tiefgarage, Hausreinigung, Winterdienst, Gartenpflege, Wartung von Aufzug, Heizungsanlage, Rauchmeldern und Lueftungstechnik sowie die Gebaeudeversicherung und die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht. In groesseren Anlagen kommen Hausmeisterdienste, Schliessanlagen oder ein Empfangsdienst hinzu.

Verwaltungskosten

Die Verwaltervergueting liegt in Deutschland und Oesterreich haeufig zwischen 20 und 35 Euro pro Einheit und Monat, in kleinen Gemeinschaften oder Anlagen mit hohem Betreuungsaufwand auch darueber. Hinzu kommen Kontofuehrung, Beschlusssammlung, Rechtsberatung oder Kosten fuer die Versammlung.

Zufuehrung zur Instandhaltungsruecklage

Dieser Posten ist wirtschaftlich der wichtigste – und der am haeufigsten unterschaetzte. Er finanziert Dach, Fassade, Fenster, Heizungserneuerung, Aufzugssanierung und Tiefgarage. Wer hier wissen will, welche Hoehen sinnvoll sind und wie sich eine unterdotierte Ruecklage spaeter in Sonderumlagen niederschlaegt, findet die Details im Beitrag zur Instandhaltungsruecklage.

Hausgeld umlagefaehig oder nicht: die Tabelle, die alles erklaert

Der entscheidende Punkt fuer alle, die vermieten: Ein Teil des Hausgelds landet ueber die Nebenkostenabrechnung beim Mieter, ein anderer Teil bleibt dauerhaft bei Ihnen. Diese Tabelle zeigt die Aufteilung der typischen Posten.

Hausgeldposten

Typischer Anteil

Umlagefaehig auf Mieter?

Wer traegt es wirtschaftlich?

Heizung und Warmwasser

hoch

Ja

Mieter

Kaltwasser und Abwasser

mittel

Ja

Mieter

Muellentsorgung

gering

Ja

Mieter

Allgemeinstrom

gering

Ja

Mieter

Hausreinigung, Winterdienst, Gartenpflege

mittel

Ja

Mieter

Aufzugsbetrieb und -wartung

mittel

Ja (Betrieb)

Mieter

Gebaeudeversicherung, Haftpflicht

gering bis mittel

Ja

Mieter

Hausmeister (laufende Betreuung)

mittel

Ja

Mieter

Grundsteuer (falls ueber WEG abgerechnet)

gering

Ja

Mieter

Verwaltervergueting

gering bis mittel

Nein

Eigentuemer

Zufuehrung Instandhaltungsruecklage

hoch

Nein

Eigentuemer

Reparaturen am Gemeinschaftseigentum

schwankend

Nein

Eigentuemer

Kosten der Eigentuemerversammlung, Rechtsberatung

gering

Nein

Eigentuemer

Kontofuehrung, Beschlusssammlung

gering

Nein

Eigentuemer

Der Aha-Moment: Als Faustregel bleiben rund 20 bis 30 Prozent des Hausgelds nicht umlagefaehig – bei gut dotierter Ruecklage auch mehr. Bei einem Hausgeld von 400 Euro monatlich sind das 80 bis 120 Euro, die dauerhaft Ihre Rechnung belasten und die viele Kalkulationen einfach nicht enthalten. Genau dieser Betrag ist die haeufigste Ursache dafuer, dass eine auf dem Papier gerechnete Rendite in der Praxis niedriger ausfaellt. Wie sich das saubere Rechnen aufsetzen laesst, zeigt der Leitfaden immobilien rendite berechnen.

Wirtschaftsplan und Jahresabrechnung: der Jahreszyklus des Hausgelds

Der Wirtschaftsplan

Der Wirtschaftsplan ist die Prognose. Die Verwaltung schaetzt anhand der Vorjahreszahlen, welche Kosten im kommenden Jahr anfallen, und verteilt sie auf die Einheiten. Die Eigentuemerversammlung beschliesst die Vorschuesse. Ab Beschluss sind Sie zur Zahlung verpflichtet – unabhaengig davon, ob Sie einzelne Posten fuer zu hoch halten. Wer die Zahlen pruefen will, sollte auf drei Dinge achten: Sind die Energiekosten realistisch fortgeschrieben? Ist die Ruecklagenzufuehrung an das Alter des Gebaeudes angepasst? Stehen im Plan bereits beschlossene Grossmassnahmen?

Die Jahresabrechnung

Nach Ablauf des Wirtschaftsjahres stellt die Verwaltung die tatsaechlichen Ausgaben den geleisteten Vorschuessen gegenueber. Ergebnis ist eine Nachzahlung oder ein Guthaben – die sogenannte Abrechnungsspitze, die von der Versammlung beschlossen wird. Die Jahresabrechnung ist gleichzeitig Ihre Arbeitsgrundlage fuer die Nebenkostenabrechnung gegenueber Mietern und fuer die Steuererklaerung, weil sich daraus die abzugsfaehigen Werbungskosten ableiten.

Beim Kauf: immer drei Jahre pruefen

Vor dem Erwerb sollten Sie die Wirtschaftsplaene und Jahresabrechnungen der letzten drei Jahre, die Protokolle der Eigentuemerversammlungen sowie den Stand der Ruecklage einsehen. Auffaellig niedriges Hausgeld ist kein Vorteil, sondern haeufig ein Hinweis auf eine unterfinanzierte Ruecklage – die Kosten kommen dann als Sonderumlage. Diese Pruefung gehoert in jede Due Diligence, wie sie im Leitfaden kapitalanlage immobilien kaufen beschrieben ist.

Wie hoch ist das Hausgeld pro Quadratmeter?

Eine allgemeingueltige Zahl gibt es nicht, aber belastbare Baender. Im deutschsprachigen Raum liegt das Hausgeld ueblicherweise zwischen 3,00 und 4,50 Euro pro Quadratmeter Wohnflaeche und Monat. Fuer eine 70-Quadratmeter-Wohnung entspricht das 210 bis 315 Euro im Monat.

  • Neubau ohne Aufzug, kleine Anlage: etwa 2,50 bis 3,20 Euro pro m²

  • Standard-Bestandsobjekt mit Aufzug und Tiefgarage: etwa 3,50 bis 4,50 Euro pro m²

  • Anlagen mit Pool, Wellnessbereich, Concierge oder Aussenanlagen: 5,00 Euro pro m² und mehr

Kostentreiber sind vor allem Aufzuege, Tiefgaragen, gemeinschaftliche Wellness- und Poolflaechen, grosse Gruenanlagen sowie Gebaeudealter und Energiestandard. Innerhalb des Betrags sollte die Ruecklagenzufuehrung nicht unter 0,80 bis 1,00 Euro pro Quadratmeter und Monat liegen; bei aelteren Gebaeuden sind 1,20 bis 1,50 Euro angemessen.

Hausgeld bei der Ferienimmobilie: warum der Betreibervertrag die Rechnung veraendert

Bei einer betreibergefuehrten Ferienimmobilie – etwa in einem Apartresort mit professioneller Vermietung – funktioniert die Kostenverteilung anders, als es die klassische Hausgeldlogik erwarten laesst. Das ist der Punkt, an dem die meisten Beitraege zum Thema Hausgeld enden, und genau hier liegt der praktische Unterschied.

In einer solchen Anlage gibt es zwei parallele Kostenkreise:

1. Das Hausgeld der Eigentuemergemeinschaft

Es deckt weiterhin das Gemeinschaftseigentum: Gebaeudeversicherung, Verwaltung der WEG, Allgemeinstrom, Wartung der technischen Anlagen, Instandhaltungsruecklage, Aussenanlagen. Dieser Teil bleibt in Ihrer Verantwortung als Eigentuemer.

2. Die Bewirtschaftungskosten aus dem Betreibervertrag

Reinigung nach jedem Gaestewechsel, Waeschelogistik, Check-in, Gaesteservice, Buchungsplattformen, Marketing, Revenue Management, Reparaturen im Apartment: Diese Positionen laufen ueber den Betreiber und werden meist als Prozentsatz des Vermietungsumsatzes verrechnet oder aus dem Umsatz vorab entnommen. Sie tauchen dadurch nicht im Hausgeld auf – was zwei Konsequenzen hat. Erstens ist das Hausgeld einer Ferienanlage nicht automatisch mit dem einer Wohnanlage vergleichbar. Zweitens sagt ein niedriges Hausgeld nichts darueber aus, wie hoch Ihre Gesamtkostenquote ist; entscheidend ist die Summe aus Hausgeld und Betreiberkosten im Verhaeltnis zum Nettoerloes.

Beim Vergleich zweier Angebote muessen Sie deshalb immer fragen: Welche Leistungen sind im Hausgeld enthalten, welche im Betreibervertrag, und was bleibt beim Eigentuemer? In manchen Konzepten sind Poolbetrieb, Rezeption und Wellness Teil des Hausgelds, in anderen Teil der Bewirtschaftung. Wie diese Modelle im Detail aufgebaut sind, welche Verguetungsstrukturen ueblich sind und worauf Sie im Vertrag achten sollten, lesen Sie im Beitrag zum Betreiberkonzept einer Ferienimmobilie.

Ein Praxisbeispiel fuer eine klar getrennte Struktur ist das Projekt PirklAlm Resort in Schladming: Dort sind Bewirtschaftung, Vermietung und Gaesteservice ueber den Betreiber abgebildet, waehrend das Hausgeld der Eigentuemergemeinschaft auf das Gemeinschaftseigentum begrenzt bleibt. Fuer die Kalkulation heisst das: Die Hausgeldposition ist planbar, die Bewirtschaftung skaliert mit der Auslastung. Wer eine solche Struktur sucht, findet die Grundlagen dazu unter ferienwohnung kaufen.

Hausgeld in der Renditerechnung richtig ansetzen

Fuer die Nettobetrachtung gilt: Ziehen Sie vom Mietertrag den nicht umlagefaehigen Teil des Hausgelds ab, nicht das gesamte Hausgeld – und auch nicht null. Bei Ferienimmobilien setzen Sie zusaetzlich die Betreiberverguetung und, falls nicht enthalten, Reinigung und Waesche an. Rechnen Sie zudem einen Puffer fuer Sonderumlagen ein, wenn die Ruecklage schwach dotiert ist.

Wenn Sie die Zahlen fuer Ihr Vorhaben durchspielen moechten: Berechnen Sie Ihre persoenliche Ferienimmobilien-Rendite mit dem Renditerechner von INVESTMENT & living. Sie sehen dort unmittelbar, wie stark sich ein um einen Euro pro Quadratmeter hoeheres Hausgeld auf das Jahresergebnis auswirkt.

Haeufige Fragen zum Hausgeld

Was ist im Hausgeld enthalten?

Im Hausgeld sind alle laufenden Kosten des Gemeinschaftseigentums enthalten: Betriebskosten wie Heizung, Wasser, Muell, Allgemeinstrom, Reinigung, Winterdienst, Gartenpflege und Versicherungen, dazu die Wartung technischer Anlagen, die Verwaltervergueting sowie die Zufuehrung zur Instandhaltungsruecklage. Nicht enthalten sind Kosten, die nur Ihre Wohnung betreffen – etwa Reparaturen an Kueche, Boeden oder Innentueren – sowie in vielen Faellen die Grundsteuer, wenn sie direkt von der Gemeinde erhoben wird.

Wie hoch ist das Hausgeld pro Quadratmeter im Monat?

Ueblich sind 3,00 bis 4,50 Euro pro Quadratmeter Wohnflaeche und Monat. Einfache Anlagen ohne Aufzug liegen darunter, Objekte mit Tiefgarage, Aufzug, Pool oder Concierge deutlich darueber. Wichtig ist nicht nur die Gesamthoehe, sondern die Zusammensetzung: Ein niedriges Hausgeld mit zu geringer Ruecklagenzufuehrung ist teurer als ein hoeheres Hausgeld mit solider Ruecklage, weil spaeter Sonderumlagen anfallen.

Welcher Teil des Hausgelds ist auf Mieter umlagefaehig?

Umlagefaehig sind die in der Betriebskostenverordnung genannten Positionen – im Wesentlichen Heizung, Warm- und Kaltwasser, Abwasser, Muell, Allgemeinstrom, Reinigung, Gartenpflege, Winterdienst, Aufzugsbetrieb, Versicherungen und Hausmeisterleistungen. Nicht umlagefaehig sind Verwaltervergueting, Instandhaltungsruecklage, Reparaturen am Gemeinschaftseigentum und Verwaltungsnebenkosten. Typischerweise bleiben so 20 bis 30 Prozent des Hausgelds dauerhaft beim Eigentuemer.

Wer zahlt das Hausgeld beim Verkauf oder Eigentuemerwechsel?

Schuldner des Hausgelds gegenueber der Gemeinschaft ist immer der im Grundbuch eingetragene Eigentuemer. Ab dem vereinbarten Uebergabestichtag zahlt daher der Kaeufer, davor der Verkaeufer. Fuer Nachzahlungen aus Jahresabrechnungen, die vor dem Wechsel liegen, gilt in der Praxis der Beschlusszeitpunkt – deshalb sollte der Kaufvertrag die Verteilung von Abrechnungsspitzen und offenen Sonderumlagen ausdruecklich regeln. Lassen Sie sich vor dem Kauf immer eine Bestaetigung der Verwaltung ueber ausstehende Zahlungen vorlegen.

Fazit

Das Hausgeld ist keine Nebengroesse, sondern die Position, die den laufenden Aufwand einer Eigentumswohnung bestimmt. Wer die Aufteilung in umlagefaehige und nicht umlagefaehige Posten kennt, Wirtschaftsplan und Jahresabrechnung liest und bei Ferienimmobilien zwischen Hausgeld und Betreiberkosten unterscheidet, kalkuliert deutlich naeher an der Realitaet als der Markt im Durchschnitt.

Wenn Sie wissen moechten, wie Hausgeld, Bewirtschaftung und Ertrag in konkreten Projekten strukturiert sind, finden Sie geprueete Objekte und transparente Kostenaufstellungen bei INVESTMENT & living.

Hausgeld verstehen: Welche Posten enthalten sind und wer sie zahlt

Das Hausgeld ist die monatliche Vorauszahlung, die jede Eigentuemerin und jeder Eigentuemer einer Wohnung in einer Wohnungseigentuemergemeinschaft (WEG) an die Verwaltung leistet, damit die laufenden Kosten des Gebaeudes gedeckt sind. Es ist damit die zentrale Kostengroesse, die zwischen dem Kaufpreis einer Wohnung und dem tatsaechlichen monatlichen Aufwand steht. Wer eine Eigentumswohnung selbst nutzt, zahlt das Hausgeld vollstaendig aus eigener Tasche. Wer vermietet, kann einen erheblichen Teil weitergeben – aber eben nur einen Teil. Genau diese Trennung entscheidet darueber, wie belastbar eine Kalkulation ist.

Dieser Beitrag erklaert Schritt fuer Schritt, was im Hausgeld steckt, welche Posten umlagefaehig sind, wie Wirtschaftsplan und Jahresabrechnung zusammenspielen, welche Hoehe pro Quadratmeter realistisch ist – und warum sich das Bild bei einer betreibergefuehrten Ferienimmobilie deutlich verschiebt.

Was ist Hausgeld – und was ist es nicht?

Rechtlich gesehen ist das Hausgeld der Beitrag zur Kostentragung nach dem Wohnungseigentumsgesetz. Die Eigentuemergemeinschaft beschliesst jaehrlich einen Wirtschaftsplan, in dem alle erwarteten Ausgaben des Gebaeudes fuer das kommende Jahr geschaetzt werden. Diese Summe wird auf die Einheiten verteilt – in der Regel nach Miteigentumsanteilen, teilweise nach Wohnflaeche oder nach anderen in der Teilungserklaerung festgelegten Schluesseln. Das Ergebnis, geteilt durch zwoelf, ist Ihr monatliches Hausgeld.

Drei Missverstaendnisse sind besonders verbreitet:

  • Hausgeld ist nicht dasselbe wie Nebenkosten. Nebenkosten im mietrechtlichen Sinn sind nur der Teil des Hausgelds, der laut Betriebskostenverordnung auf Mieter umgelegt werden darf. Das Hausgeld ist deutlich breiter.

  • Hausgeld ist keine Gebuehr der Verwaltung. Die Verwaltervergueting ist nur ein Posten darin. Der weit groessere Teil sind Betriebskosten und Ruecklagenzufuehrung.

  • Hausgeld ist keine feste Zahl. Es ist eine Vorauszahlung auf geschaetzte Kosten. Nach Ablauf des Jahres folgt die Abrechnung – mit Nachzahlung oder Guthaben.

Welche Posten stecken im Hausgeld?

Die Zusammensetzung folgt einer klaren Logik: Alles, was am Gemeinschaftseigentum anfaellt, laeuft ueber das Hausgeld. Alles, was ausschliesslich Ihre Wohnung betrifft – etwa der Austausch Ihrer Innentueren oder Ihrer Kueche – zahlen Sie separat.

Betriebskosten des Gebaeudes

Dazu gehoeren Heizung und Warmwasser (soweit zentral erzeugt), Kaltwasser und Abwasser, Muellentsorgung, Allgemeinstrom fuer Treppenhaus, Aussenbeleuchtung und Tiefgarage, Hausreinigung, Winterdienst, Gartenpflege, Wartung von Aufzug, Heizungsanlage, Rauchmeldern und Lueftungstechnik sowie die Gebaeudeversicherung und die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht. In groesseren Anlagen kommen Hausmeisterdienste, Schliessanlagen oder ein Empfangsdienst hinzu.

Verwaltungskosten

Die Verwaltervergueting liegt in Deutschland und Oesterreich haeufig zwischen 20 und 35 Euro pro Einheit und Monat, in kleinen Gemeinschaften oder Anlagen mit hohem Betreuungsaufwand auch darueber. Hinzu kommen Kontofuehrung, Beschlusssammlung, Rechtsberatung oder Kosten fuer die Versammlung.

Zufuehrung zur Instandhaltungsruecklage

Dieser Posten ist wirtschaftlich der wichtigste – und der am haeufigsten unterschaetzte. Er finanziert Dach, Fassade, Fenster, Heizungserneuerung, Aufzugssanierung und Tiefgarage. Wer hier wissen will, welche Hoehen sinnvoll sind und wie sich eine unterdotierte Ruecklage spaeter in Sonderumlagen niederschlaegt, findet die Details im Beitrag zur Instandhaltungsruecklage.

Hausgeld umlagefaehig oder nicht: die Tabelle, die alles erklaert

Der entscheidende Punkt fuer alle, die vermieten: Ein Teil des Hausgelds landet ueber die Nebenkostenabrechnung beim Mieter, ein anderer Teil bleibt dauerhaft bei Ihnen. Diese Tabelle zeigt die Aufteilung der typischen Posten.

Hausgeldposten

Typischer Anteil

Umlagefaehig auf Mieter?

Wer traegt es wirtschaftlich?

Heizung und Warmwasser

hoch

Ja

Mieter

Kaltwasser und Abwasser

mittel

Ja

Mieter

Muellentsorgung

gering

Ja

Mieter

Allgemeinstrom

gering

Ja

Mieter

Hausreinigung, Winterdienst, Gartenpflege

mittel

Ja

Mieter

Aufzugsbetrieb und -wartung

mittel

Ja (Betrieb)

Mieter

Gebaeudeversicherung, Haftpflicht

gering bis mittel

Ja

Mieter

Hausmeister (laufende Betreuung)

mittel

Ja

Mieter

Grundsteuer (falls ueber WEG abgerechnet)

gering

Ja

Mieter

Verwaltervergueting

gering bis mittel

Nein

Eigentuemer

Zufuehrung Instandhaltungsruecklage

hoch

Nein

Eigentuemer

Reparaturen am Gemeinschaftseigentum

schwankend

Nein

Eigentuemer

Kosten der Eigentuemerversammlung, Rechtsberatung

gering

Nein

Eigentuemer

Kontofuehrung, Beschlusssammlung

gering

Nein

Eigentuemer

Der Aha-Moment: Als Faustregel bleiben rund 20 bis 30 Prozent des Hausgelds nicht umlagefaehig – bei gut dotierter Ruecklage auch mehr. Bei einem Hausgeld von 400 Euro monatlich sind das 80 bis 120 Euro, die dauerhaft Ihre Rechnung belasten und die viele Kalkulationen einfach nicht enthalten. Genau dieser Betrag ist die haeufigste Ursache dafuer, dass eine auf dem Papier gerechnete Rendite in der Praxis niedriger ausfaellt. Wie sich das saubere Rechnen aufsetzen laesst, zeigt der Leitfaden immobilien rendite berechnen.

Wirtschaftsplan und Jahresabrechnung: der Jahreszyklus des Hausgelds

Der Wirtschaftsplan

Der Wirtschaftsplan ist die Prognose. Die Verwaltung schaetzt anhand der Vorjahreszahlen, welche Kosten im kommenden Jahr anfallen, und verteilt sie auf die Einheiten. Die Eigentuemerversammlung beschliesst die Vorschuesse. Ab Beschluss sind Sie zur Zahlung verpflichtet – unabhaengig davon, ob Sie einzelne Posten fuer zu hoch halten. Wer die Zahlen pruefen will, sollte auf drei Dinge achten: Sind die Energiekosten realistisch fortgeschrieben? Ist die Ruecklagenzufuehrung an das Alter des Gebaeudes angepasst? Stehen im Plan bereits beschlossene Grossmassnahmen?

Die Jahresabrechnung

Nach Ablauf des Wirtschaftsjahres stellt die Verwaltung die tatsaechlichen Ausgaben den geleisteten Vorschuessen gegenueber. Ergebnis ist eine Nachzahlung oder ein Guthaben – die sogenannte Abrechnungsspitze, die von der Versammlung beschlossen wird. Die Jahresabrechnung ist gleichzeitig Ihre Arbeitsgrundlage fuer die Nebenkostenabrechnung gegenueber Mietern und fuer die Steuererklaerung, weil sich daraus die abzugsfaehigen Werbungskosten ableiten.

Beim Kauf: immer drei Jahre pruefen

Vor dem Erwerb sollten Sie die Wirtschaftsplaene und Jahresabrechnungen der letzten drei Jahre, die Protokolle der Eigentuemerversammlungen sowie den Stand der Ruecklage einsehen. Auffaellig niedriges Hausgeld ist kein Vorteil, sondern haeufig ein Hinweis auf eine unterfinanzierte Ruecklage – die Kosten kommen dann als Sonderumlage. Diese Pruefung gehoert in jede Due Diligence, wie sie im Leitfaden kapitalanlage immobilien kaufen beschrieben ist.

Wie hoch ist das Hausgeld pro Quadratmeter?

Eine allgemeingueltige Zahl gibt es nicht, aber belastbare Baender. Im deutschsprachigen Raum liegt das Hausgeld ueblicherweise zwischen 3,00 und 4,50 Euro pro Quadratmeter Wohnflaeche und Monat. Fuer eine 70-Quadratmeter-Wohnung entspricht das 210 bis 315 Euro im Monat.

  • Neubau ohne Aufzug, kleine Anlage: etwa 2,50 bis 3,20 Euro pro m²

  • Standard-Bestandsobjekt mit Aufzug und Tiefgarage: etwa 3,50 bis 4,50 Euro pro m²

  • Anlagen mit Pool, Wellnessbereich, Concierge oder Aussenanlagen: 5,00 Euro pro m² und mehr

Kostentreiber sind vor allem Aufzuege, Tiefgaragen, gemeinschaftliche Wellness- und Poolflaechen, grosse Gruenanlagen sowie Gebaeudealter und Energiestandard. Innerhalb des Betrags sollte die Ruecklagenzufuehrung nicht unter 0,80 bis 1,00 Euro pro Quadratmeter und Monat liegen; bei aelteren Gebaeuden sind 1,20 bis 1,50 Euro angemessen.

Hausgeld bei der Ferienimmobilie: warum der Betreibervertrag die Rechnung veraendert

Bei einer betreibergefuehrten Ferienimmobilie – etwa in einem Apartresort mit professioneller Vermietung – funktioniert die Kostenverteilung anders, als es die klassische Hausgeldlogik erwarten laesst. Das ist der Punkt, an dem die meisten Beitraege zum Thema Hausgeld enden, und genau hier liegt der praktische Unterschied.

In einer solchen Anlage gibt es zwei parallele Kostenkreise:

1. Das Hausgeld der Eigentuemergemeinschaft

Es deckt weiterhin das Gemeinschaftseigentum: Gebaeudeversicherung, Verwaltung der WEG, Allgemeinstrom, Wartung der technischen Anlagen, Instandhaltungsruecklage, Aussenanlagen. Dieser Teil bleibt in Ihrer Verantwortung als Eigentuemer.

2. Die Bewirtschaftungskosten aus dem Betreibervertrag

Reinigung nach jedem Gaestewechsel, Waeschelogistik, Check-in, Gaesteservice, Buchungsplattformen, Marketing, Revenue Management, Reparaturen im Apartment: Diese Positionen laufen ueber den Betreiber und werden meist als Prozentsatz des Vermietungsumsatzes verrechnet oder aus dem Umsatz vorab entnommen. Sie tauchen dadurch nicht im Hausgeld auf – was zwei Konsequenzen hat. Erstens ist das Hausgeld einer Ferienanlage nicht automatisch mit dem einer Wohnanlage vergleichbar. Zweitens sagt ein niedriges Hausgeld nichts darueber aus, wie hoch Ihre Gesamtkostenquote ist; entscheidend ist die Summe aus Hausgeld und Betreiberkosten im Verhaeltnis zum Nettoerloes.

Beim Vergleich zweier Angebote muessen Sie deshalb immer fragen: Welche Leistungen sind im Hausgeld enthalten, welche im Betreibervertrag, und was bleibt beim Eigentuemer? In manchen Konzepten sind Poolbetrieb, Rezeption und Wellness Teil des Hausgelds, in anderen Teil der Bewirtschaftung. Wie diese Modelle im Detail aufgebaut sind, welche Verguetungsstrukturen ueblich sind und worauf Sie im Vertrag achten sollten, lesen Sie im Beitrag zum Betreiberkonzept einer Ferienimmobilie.

Ein Praxisbeispiel fuer eine klar getrennte Struktur ist das Projekt PirklAlm Resort in Schladming: Dort sind Bewirtschaftung, Vermietung und Gaesteservice ueber den Betreiber abgebildet, waehrend das Hausgeld der Eigentuemergemeinschaft auf das Gemeinschaftseigentum begrenzt bleibt. Fuer die Kalkulation heisst das: Die Hausgeldposition ist planbar, die Bewirtschaftung skaliert mit der Auslastung. Wer eine solche Struktur sucht, findet die Grundlagen dazu unter ferienwohnung kaufen.

Hausgeld in der Renditerechnung richtig ansetzen

Fuer die Nettobetrachtung gilt: Ziehen Sie vom Mietertrag den nicht umlagefaehigen Teil des Hausgelds ab, nicht das gesamte Hausgeld – und auch nicht null. Bei Ferienimmobilien setzen Sie zusaetzlich die Betreiberverguetung und, falls nicht enthalten, Reinigung und Waesche an. Rechnen Sie zudem einen Puffer fuer Sonderumlagen ein, wenn die Ruecklage schwach dotiert ist.

Wenn Sie die Zahlen fuer Ihr Vorhaben durchspielen moechten: Berechnen Sie Ihre persoenliche Ferienimmobilien-Rendite mit dem Renditerechner von INVESTMENT & living. Sie sehen dort unmittelbar, wie stark sich ein um einen Euro pro Quadratmeter hoeheres Hausgeld auf das Jahresergebnis auswirkt.

Haeufige Fragen zum Hausgeld

Was ist im Hausgeld enthalten?

Im Hausgeld sind alle laufenden Kosten des Gemeinschaftseigentums enthalten: Betriebskosten wie Heizung, Wasser, Muell, Allgemeinstrom, Reinigung, Winterdienst, Gartenpflege und Versicherungen, dazu die Wartung technischer Anlagen, die Verwaltervergueting sowie die Zufuehrung zur Instandhaltungsruecklage. Nicht enthalten sind Kosten, die nur Ihre Wohnung betreffen – etwa Reparaturen an Kueche, Boeden oder Innentueren – sowie in vielen Faellen die Grundsteuer, wenn sie direkt von der Gemeinde erhoben wird.

Wie hoch ist das Hausgeld pro Quadratmeter im Monat?

Ueblich sind 3,00 bis 4,50 Euro pro Quadratmeter Wohnflaeche und Monat. Einfache Anlagen ohne Aufzug liegen darunter, Objekte mit Tiefgarage, Aufzug, Pool oder Concierge deutlich darueber. Wichtig ist nicht nur die Gesamthoehe, sondern die Zusammensetzung: Ein niedriges Hausgeld mit zu geringer Ruecklagenzufuehrung ist teurer als ein hoeheres Hausgeld mit solider Ruecklage, weil spaeter Sonderumlagen anfallen.

Welcher Teil des Hausgelds ist auf Mieter umlagefaehig?

Umlagefaehig sind die in der Betriebskostenverordnung genannten Positionen – im Wesentlichen Heizung, Warm- und Kaltwasser, Abwasser, Muell, Allgemeinstrom, Reinigung, Gartenpflege, Winterdienst, Aufzugsbetrieb, Versicherungen und Hausmeisterleistungen. Nicht umlagefaehig sind Verwaltervergueting, Instandhaltungsruecklage, Reparaturen am Gemeinschaftseigentum und Verwaltungsnebenkosten. Typischerweise bleiben so 20 bis 30 Prozent des Hausgelds dauerhaft beim Eigentuemer.

Wer zahlt das Hausgeld beim Verkauf oder Eigentuemerwechsel?

Schuldner des Hausgelds gegenueber der Gemeinschaft ist immer der im Grundbuch eingetragene Eigentuemer. Ab dem vereinbarten Uebergabestichtag zahlt daher der Kaeufer, davor der Verkaeufer. Fuer Nachzahlungen aus Jahresabrechnungen, die vor dem Wechsel liegen, gilt in der Praxis der Beschlusszeitpunkt – deshalb sollte der Kaufvertrag die Verteilung von Abrechnungsspitzen und offenen Sonderumlagen ausdruecklich regeln. Lassen Sie sich vor dem Kauf immer eine Bestaetigung der Verwaltung ueber ausstehende Zahlungen vorlegen.

Fazit

Das Hausgeld ist keine Nebengroesse, sondern die Position, die den laufenden Aufwand einer Eigentumswohnung bestimmt. Wer die Aufteilung in umlagefaehige und nicht umlagefaehige Posten kennt, Wirtschaftsplan und Jahresabrechnung liest und bei Ferienimmobilien zwischen Hausgeld und Betreiberkosten unterscheidet, kalkuliert deutlich naeher an der Realitaet als der Markt im Durchschnitt.

Wenn Sie wissen moechten, wie Hausgeld, Bewirtschaftung und Ertrag in konkreten Projekten strukturiert sind, finden Sie geprueete Objekte und transparente Kostenaufstellungen bei INVESTMENT & living.

Hausgeld verstehen: Welche Posten enthalten sind und wer sie zahlt

Das Hausgeld ist die monatliche Vorauszahlung, die jede Eigentuemerin und jeder Eigentuemer einer Wohnung in einer Wohnungseigentuemergemeinschaft (WEG) an die Verwaltung leistet, damit die laufenden Kosten des Gebaeudes gedeckt sind. Es ist damit die zentrale Kostengroesse, die zwischen dem Kaufpreis einer Wohnung und dem tatsaechlichen monatlichen Aufwand steht. Wer eine Eigentumswohnung selbst nutzt, zahlt das Hausgeld vollstaendig aus eigener Tasche. Wer vermietet, kann einen erheblichen Teil weitergeben – aber eben nur einen Teil. Genau diese Trennung entscheidet darueber, wie belastbar eine Kalkulation ist.

Dieser Beitrag erklaert Schritt fuer Schritt, was im Hausgeld steckt, welche Posten umlagefaehig sind, wie Wirtschaftsplan und Jahresabrechnung zusammenspielen, welche Hoehe pro Quadratmeter realistisch ist – und warum sich das Bild bei einer betreibergefuehrten Ferienimmobilie deutlich verschiebt.

Was ist Hausgeld – und was ist es nicht?

Rechtlich gesehen ist das Hausgeld der Beitrag zur Kostentragung nach dem Wohnungseigentumsgesetz. Die Eigentuemergemeinschaft beschliesst jaehrlich einen Wirtschaftsplan, in dem alle erwarteten Ausgaben des Gebaeudes fuer das kommende Jahr geschaetzt werden. Diese Summe wird auf die Einheiten verteilt – in der Regel nach Miteigentumsanteilen, teilweise nach Wohnflaeche oder nach anderen in der Teilungserklaerung festgelegten Schluesseln. Das Ergebnis, geteilt durch zwoelf, ist Ihr monatliches Hausgeld.

Drei Missverstaendnisse sind besonders verbreitet:

  • Hausgeld ist nicht dasselbe wie Nebenkosten. Nebenkosten im mietrechtlichen Sinn sind nur der Teil des Hausgelds, der laut Betriebskostenverordnung auf Mieter umgelegt werden darf. Das Hausgeld ist deutlich breiter.

  • Hausgeld ist keine Gebuehr der Verwaltung. Die Verwaltervergueting ist nur ein Posten darin. Der weit groessere Teil sind Betriebskosten und Ruecklagenzufuehrung.

  • Hausgeld ist keine feste Zahl. Es ist eine Vorauszahlung auf geschaetzte Kosten. Nach Ablauf des Jahres folgt die Abrechnung – mit Nachzahlung oder Guthaben.

Welche Posten stecken im Hausgeld?

Die Zusammensetzung folgt einer klaren Logik: Alles, was am Gemeinschaftseigentum anfaellt, laeuft ueber das Hausgeld. Alles, was ausschliesslich Ihre Wohnung betrifft – etwa der Austausch Ihrer Innentueren oder Ihrer Kueche – zahlen Sie separat.

Betriebskosten des Gebaeudes

Dazu gehoeren Heizung und Warmwasser (soweit zentral erzeugt), Kaltwasser und Abwasser, Muellentsorgung, Allgemeinstrom fuer Treppenhaus, Aussenbeleuchtung und Tiefgarage, Hausreinigung, Winterdienst, Gartenpflege, Wartung von Aufzug, Heizungsanlage, Rauchmeldern und Lueftungstechnik sowie die Gebaeudeversicherung und die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht. In groesseren Anlagen kommen Hausmeisterdienste, Schliessanlagen oder ein Empfangsdienst hinzu.

Verwaltungskosten

Die Verwaltervergueting liegt in Deutschland und Oesterreich haeufig zwischen 20 und 35 Euro pro Einheit und Monat, in kleinen Gemeinschaften oder Anlagen mit hohem Betreuungsaufwand auch darueber. Hinzu kommen Kontofuehrung, Beschlusssammlung, Rechtsberatung oder Kosten fuer die Versammlung.

Zufuehrung zur Instandhaltungsruecklage

Dieser Posten ist wirtschaftlich der wichtigste – und der am haeufigsten unterschaetzte. Er finanziert Dach, Fassade, Fenster, Heizungserneuerung, Aufzugssanierung und Tiefgarage. Wer hier wissen will, welche Hoehen sinnvoll sind und wie sich eine unterdotierte Ruecklage spaeter in Sonderumlagen niederschlaegt, findet die Details im Beitrag zur Instandhaltungsruecklage.

Hausgeld umlagefaehig oder nicht: die Tabelle, die alles erklaert

Der entscheidende Punkt fuer alle, die vermieten: Ein Teil des Hausgelds landet ueber die Nebenkostenabrechnung beim Mieter, ein anderer Teil bleibt dauerhaft bei Ihnen. Diese Tabelle zeigt die Aufteilung der typischen Posten.

Hausgeldposten

Typischer Anteil

Umlagefaehig auf Mieter?

Wer traegt es wirtschaftlich?

Heizung und Warmwasser

hoch

Ja

Mieter

Kaltwasser und Abwasser

mittel

Ja

Mieter

Muellentsorgung

gering

Ja

Mieter

Allgemeinstrom

gering

Ja

Mieter

Hausreinigung, Winterdienst, Gartenpflege

mittel

Ja

Mieter

Aufzugsbetrieb und -wartung

mittel

Ja (Betrieb)

Mieter

Gebaeudeversicherung, Haftpflicht

gering bis mittel

Ja

Mieter

Hausmeister (laufende Betreuung)

mittel

Ja

Mieter

Grundsteuer (falls ueber WEG abgerechnet)

gering

Ja

Mieter

Verwaltervergueting

gering bis mittel

Nein

Eigentuemer

Zufuehrung Instandhaltungsruecklage

hoch

Nein

Eigentuemer

Reparaturen am Gemeinschaftseigentum

schwankend

Nein

Eigentuemer

Kosten der Eigentuemerversammlung, Rechtsberatung

gering

Nein

Eigentuemer

Kontofuehrung, Beschlusssammlung

gering

Nein

Eigentuemer

Der Aha-Moment: Als Faustregel bleiben rund 20 bis 30 Prozent des Hausgelds nicht umlagefaehig – bei gut dotierter Ruecklage auch mehr. Bei einem Hausgeld von 400 Euro monatlich sind das 80 bis 120 Euro, die dauerhaft Ihre Rechnung belasten und die viele Kalkulationen einfach nicht enthalten. Genau dieser Betrag ist die haeufigste Ursache dafuer, dass eine auf dem Papier gerechnete Rendite in der Praxis niedriger ausfaellt. Wie sich das saubere Rechnen aufsetzen laesst, zeigt der Leitfaden immobilien rendite berechnen.

Wirtschaftsplan und Jahresabrechnung: der Jahreszyklus des Hausgelds

Der Wirtschaftsplan

Der Wirtschaftsplan ist die Prognose. Die Verwaltung schaetzt anhand der Vorjahreszahlen, welche Kosten im kommenden Jahr anfallen, und verteilt sie auf die Einheiten. Die Eigentuemerversammlung beschliesst die Vorschuesse. Ab Beschluss sind Sie zur Zahlung verpflichtet – unabhaengig davon, ob Sie einzelne Posten fuer zu hoch halten. Wer die Zahlen pruefen will, sollte auf drei Dinge achten: Sind die Energiekosten realistisch fortgeschrieben? Ist die Ruecklagenzufuehrung an das Alter des Gebaeudes angepasst? Stehen im Plan bereits beschlossene Grossmassnahmen?

Die Jahresabrechnung

Nach Ablauf des Wirtschaftsjahres stellt die Verwaltung die tatsaechlichen Ausgaben den geleisteten Vorschuessen gegenueber. Ergebnis ist eine Nachzahlung oder ein Guthaben – die sogenannte Abrechnungsspitze, die von der Versammlung beschlossen wird. Die Jahresabrechnung ist gleichzeitig Ihre Arbeitsgrundlage fuer die Nebenkostenabrechnung gegenueber Mietern und fuer die Steuererklaerung, weil sich daraus die abzugsfaehigen Werbungskosten ableiten.

Beim Kauf: immer drei Jahre pruefen

Vor dem Erwerb sollten Sie die Wirtschaftsplaene und Jahresabrechnungen der letzten drei Jahre, die Protokolle der Eigentuemerversammlungen sowie den Stand der Ruecklage einsehen. Auffaellig niedriges Hausgeld ist kein Vorteil, sondern haeufig ein Hinweis auf eine unterfinanzierte Ruecklage – die Kosten kommen dann als Sonderumlage. Diese Pruefung gehoert in jede Due Diligence, wie sie im Leitfaden kapitalanlage immobilien kaufen beschrieben ist.

Wie hoch ist das Hausgeld pro Quadratmeter?

Eine allgemeingueltige Zahl gibt es nicht, aber belastbare Baender. Im deutschsprachigen Raum liegt das Hausgeld ueblicherweise zwischen 3,00 und 4,50 Euro pro Quadratmeter Wohnflaeche und Monat. Fuer eine 70-Quadratmeter-Wohnung entspricht das 210 bis 315 Euro im Monat.

  • Neubau ohne Aufzug, kleine Anlage: etwa 2,50 bis 3,20 Euro pro m²

  • Standard-Bestandsobjekt mit Aufzug und Tiefgarage: etwa 3,50 bis 4,50 Euro pro m²

  • Anlagen mit Pool, Wellnessbereich, Concierge oder Aussenanlagen: 5,00 Euro pro m² und mehr

Kostentreiber sind vor allem Aufzuege, Tiefgaragen, gemeinschaftliche Wellness- und Poolflaechen, grosse Gruenanlagen sowie Gebaeudealter und Energiestandard. Innerhalb des Betrags sollte die Ruecklagenzufuehrung nicht unter 0,80 bis 1,00 Euro pro Quadratmeter und Monat liegen; bei aelteren Gebaeuden sind 1,20 bis 1,50 Euro angemessen.

Hausgeld bei der Ferienimmobilie: warum der Betreibervertrag die Rechnung veraendert

Bei einer betreibergefuehrten Ferienimmobilie – etwa in einem Apartresort mit professioneller Vermietung – funktioniert die Kostenverteilung anders, als es die klassische Hausgeldlogik erwarten laesst. Das ist der Punkt, an dem die meisten Beitraege zum Thema Hausgeld enden, und genau hier liegt der praktische Unterschied.

In einer solchen Anlage gibt es zwei parallele Kostenkreise:

1. Das Hausgeld der Eigentuemergemeinschaft

Es deckt weiterhin das Gemeinschaftseigentum: Gebaeudeversicherung, Verwaltung der WEG, Allgemeinstrom, Wartung der technischen Anlagen, Instandhaltungsruecklage, Aussenanlagen. Dieser Teil bleibt in Ihrer Verantwortung als Eigentuemer.

2. Die Bewirtschaftungskosten aus dem Betreibervertrag

Reinigung nach jedem Gaestewechsel, Waeschelogistik, Check-in, Gaesteservice, Buchungsplattformen, Marketing, Revenue Management, Reparaturen im Apartment: Diese Positionen laufen ueber den Betreiber und werden meist als Prozentsatz des Vermietungsumsatzes verrechnet oder aus dem Umsatz vorab entnommen. Sie tauchen dadurch nicht im Hausgeld auf – was zwei Konsequenzen hat. Erstens ist das Hausgeld einer Ferienanlage nicht automatisch mit dem einer Wohnanlage vergleichbar. Zweitens sagt ein niedriges Hausgeld nichts darueber aus, wie hoch Ihre Gesamtkostenquote ist; entscheidend ist die Summe aus Hausgeld und Betreiberkosten im Verhaeltnis zum Nettoerloes.

Beim Vergleich zweier Angebote muessen Sie deshalb immer fragen: Welche Leistungen sind im Hausgeld enthalten, welche im Betreibervertrag, und was bleibt beim Eigentuemer? In manchen Konzepten sind Poolbetrieb, Rezeption und Wellness Teil des Hausgelds, in anderen Teil der Bewirtschaftung. Wie diese Modelle im Detail aufgebaut sind, welche Verguetungsstrukturen ueblich sind und worauf Sie im Vertrag achten sollten, lesen Sie im Beitrag zum Betreiberkonzept einer Ferienimmobilie.

Ein Praxisbeispiel fuer eine klar getrennte Struktur ist das Projekt PirklAlm Resort in Schladming: Dort sind Bewirtschaftung, Vermietung und Gaesteservice ueber den Betreiber abgebildet, waehrend das Hausgeld der Eigentuemergemeinschaft auf das Gemeinschaftseigentum begrenzt bleibt. Fuer die Kalkulation heisst das: Die Hausgeldposition ist planbar, die Bewirtschaftung skaliert mit der Auslastung. Wer eine solche Struktur sucht, findet die Grundlagen dazu unter ferienwohnung kaufen.

Hausgeld in der Renditerechnung richtig ansetzen

Fuer die Nettobetrachtung gilt: Ziehen Sie vom Mietertrag den nicht umlagefaehigen Teil des Hausgelds ab, nicht das gesamte Hausgeld – und auch nicht null. Bei Ferienimmobilien setzen Sie zusaetzlich die Betreiberverguetung und, falls nicht enthalten, Reinigung und Waesche an. Rechnen Sie zudem einen Puffer fuer Sonderumlagen ein, wenn die Ruecklage schwach dotiert ist.

Wenn Sie die Zahlen fuer Ihr Vorhaben durchspielen moechten: Berechnen Sie Ihre persoenliche Ferienimmobilien-Rendite mit dem Renditerechner von INVESTMENT & living. Sie sehen dort unmittelbar, wie stark sich ein um einen Euro pro Quadratmeter hoeheres Hausgeld auf das Jahresergebnis auswirkt.

Haeufige Fragen zum Hausgeld

Was ist im Hausgeld enthalten?

Im Hausgeld sind alle laufenden Kosten des Gemeinschaftseigentums enthalten: Betriebskosten wie Heizung, Wasser, Muell, Allgemeinstrom, Reinigung, Winterdienst, Gartenpflege und Versicherungen, dazu die Wartung technischer Anlagen, die Verwaltervergueting sowie die Zufuehrung zur Instandhaltungsruecklage. Nicht enthalten sind Kosten, die nur Ihre Wohnung betreffen – etwa Reparaturen an Kueche, Boeden oder Innentueren – sowie in vielen Faellen die Grundsteuer, wenn sie direkt von der Gemeinde erhoben wird.

Wie hoch ist das Hausgeld pro Quadratmeter im Monat?

Ueblich sind 3,00 bis 4,50 Euro pro Quadratmeter Wohnflaeche und Monat. Einfache Anlagen ohne Aufzug liegen darunter, Objekte mit Tiefgarage, Aufzug, Pool oder Concierge deutlich darueber. Wichtig ist nicht nur die Gesamthoehe, sondern die Zusammensetzung: Ein niedriges Hausgeld mit zu geringer Ruecklagenzufuehrung ist teurer als ein hoeheres Hausgeld mit solider Ruecklage, weil spaeter Sonderumlagen anfallen.

Welcher Teil des Hausgelds ist auf Mieter umlagefaehig?

Umlagefaehig sind die in der Betriebskostenverordnung genannten Positionen – im Wesentlichen Heizung, Warm- und Kaltwasser, Abwasser, Muell, Allgemeinstrom, Reinigung, Gartenpflege, Winterdienst, Aufzugsbetrieb, Versicherungen und Hausmeisterleistungen. Nicht umlagefaehig sind Verwaltervergueting, Instandhaltungsruecklage, Reparaturen am Gemeinschaftseigentum und Verwaltungsnebenkosten. Typischerweise bleiben so 20 bis 30 Prozent des Hausgelds dauerhaft beim Eigentuemer.

Wer zahlt das Hausgeld beim Verkauf oder Eigentuemerwechsel?

Schuldner des Hausgelds gegenueber der Gemeinschaft ist immer der im Grundbuch eingetragene Eigentuemer. Ab dem vereinbarten Uebergabestichtag zahlt daher der Kaeufer, davor der Verkaeufer. Fuer Nachzahlungen aus Jahresabrechnungen, die vor dem Wechsel liegen, gilt in der Praxis der Beschlusszeitpunkt – deshalb sollte der Kaufvertrag die Verteilung von Abrechnungsspitzen und offenen Sonderumlagen ausdruecklich regeln. Lassen Sie sich vor dem Kauf immer eine Bestaetigung der Verwaltung ueber ausstehende Zahlungen vorlegen.

Fazit

Das Hausgeld ist keine Nebengroesse, sondern die Position, die den laufenden Aufwand einer Eigentumswohnung bestimmt. Wer die Aufteilung in umlagefaehige und nicht umlagefaehige Posten kennt, Wirtschaftsplan und Jahresabrechnung liest und bei Ferienimmobilien zwischen Hausgeld und Betreiberkosten unterscheidet, kalkuliert deutlich naeher an der Realitaet als der Markt im Durchschnitt.

Wenn Sie wissen moechten, wie Hausgeld, Bewirtschaftung und Ertrag in konkreten Projekten strukturiert sind, finden Sie geprueete Objekte und transparente Kostenaufstellungen bei INVESTMENT & living.

Hausgeld verstehen: Welche Posten enthalten sind und wer sie zahlt

Das Hausgeld ist die monatliche Vorauszahlung, die jede Eigentuemerin und jeder Eigentuemer einer Wohnung in einer Wohnungseigentuemergemeinschaft (WEG) an die Verwaltung leistet, damit die laufenden Kosten des Gebaeudes gedeckt sind. Es ist damit die zentrale Kostengroesse, die zwischen dem Kaufpreis einer Wohnung und dem tatsaechlichen monatlichen Aufwand steht. Wer eine Eigentumswohnung selbst nutzt, zahlt das Hausgeld vollstaendig aus eigener Tasche. Wer vermietet, kann einen erheblichen Teil weitergeben – aber eben nur einen Teil. Genau diese Trennung entscheidet darueber, wie belastbar eine Kalkulation ist.

Dieser Beitrag erklaert Schritt fuer Schritt, was im Hausgeld steckt, welche Posten umlagefaehig sind, wie Wirtschaftsplan und Jahresabrechnung zusammenspielen, welche Hoehe pro Quadratmeter realistisch ist – und warum sich das Bild bei einer betreibergefuehrten Ferienimmobilie deutlich verschiebt.

Was ist Hausgeld – und was ist es nicht?

Rechtlich gesehen ist das Hausgeld der Beitrag zur Kostentragung nach dem Wohnungseigentumsgesetz. Die Eigentuemergemeinschaft beschliesst jaehrlich einen Wirtschaftsplan, in dem alle erwarteten Ausgaben des Gebaeudes fuer das kommende Jahr geschaetzt werden. Diese Summe wird auf die Einheiten verteilt – in der Regel nach Miteigentumsanteilen, teilweise nach Wohnflaeche oder nach anderen in der Teilungserklaerung festgelegten Schluesseln. Das Ergebnis, geteilt durch zwoelf, ist Ihr monatliches Hausgeld.

Drei Missverstaendnisse sind besonders verbreitet:

  • Hausgeld ist nicht dasselbe wie Nebenkosten. Nebenkosten im mietrechtlichen Sinn sind nur der Teil des Hausgelds, der laut Betriebskostenverordnung auf Mieter umgelegt werden darf. Das Hausgeld ist deutlich breiter.

  • Hausgeld ist keine Gebuehr der Verwaltung. Die Verwaltervergueting ist nur ein Posten darin. Der weit groessere Teil sind Betriebskosten und Ruecklagenzufuehrung.

  • Hausgeld ist keine feste Zahl. Es ist eine Vorauszahlung auf geschaetzte Kosten. Nach Ablauf des Jahres folgt die Abrechnung – mit Nachzahlung oder Guthaben.

Welche Posten stecken im Hausgeld?

Die Zusammensetzung folgt einer klaren Logik: Alles, was am Gemeinschaftseigentum anfaellt, laeuft ueber das Hausgeld. Alles, was ausschliesslich Ihre Wohnung betrifft – etwa der Austausch Ihrer Innentueren oder Ihrer Kueche – zahlen Sie separat.

Betriebskosten des Gebaeudes

Dazu gehoeren Heizung und Warmwasser (soweit zentral erzeugt), Kaltwasser und Abwasser, Muellentsorgung, Allgemeinstrom fuer Treppenhaus, Aussenbeleuchtung und Tiefgarage, Hausreinigung, Winterdienst, Gartenpflege, Wartung von Aufzug, Heizungsanlage, Rauchmeldern und Lueftungstechnik sowie die Gebaeudeversicherung und die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht. In groesseren Anlagen kommen Hausmeisterdienste, Schliessanlagen oder ein Empfangsdienst hinzu.

Verwaltungskosten

Die Verwaltervergueting liegt in Deutschland und Oesterreich haeufig zwischen 20 und 35 Euro pro Einheit und Monat, in kleinen Gemeinschaften oder Anlagen mit hohem Betreuungsaufwand auch darueber. Hinzu kommen Kontofuehrung, Beschlusssammlung, Rechtsberatung oder Kosten fuer die Versammlung.

Zufuehrung zur Instandhaltungsruecklage

Dieser Posten ist wirtschaftlich der wichtigste – und der am haeufigsten unterschaetzte. Er finanziert Dach, Fassade, Fenster, Heizungserneuerung, Aufzugssanierung und Tiefgarage. Wer hier wissen will, welche Hoehen sinnvoll sind und wie sich eine unterdotierte Ruecklage spaeter in Sonderumlagen niederschlaegt, findet die Details im Beitrag zur Instandhaltungsruecklage.

Hausgeld umlagefaehig oder nicht: die Tabelle, die alles erklaert

Der entscheidende Punkt fuer alle, die vermieten: Ein Teil des Hausgelds landet ueber die Nebenkostenabrechnung beim Mieter, ein anderer Teil bleibt dauerhaft bei Ihnen. Diese Tabelle zeigt die Aufteilung der typischen Posten.

Hausgeldposten

Typischer Anteil

Umlagefaehig auf Mieter?

Wer traegt es wirtschaftlich?

Heizung und Warmwasser

hoch

Ja

Mieter

Kaltwasser und Abwasser

mittel

Ja

Mieter

Muellentsorgung

gering

Ja

Mieter

Allgemeinstrom

gering

Ja

Mieter

Hausreinigung, Winterdienst, Gartenpflege

mittel

Ja

Mieter

Aufzugsbetrieb und -wartung

mittel

Ja (Betrieb)

Mieter

Gebaeudeversicherung, Haftpflicht

gering bis mittel

Ja

Mieter

Hausmeister (laufende Betreuung)

mittel

Ja

Mieter

Grundsteuer (falls ueber WEG abgerechnet)

gering

Ja

Mieter

Verwaltervergueting

gering bis mittel

Nein

Eigentuemer

Zufuehrung Instandhaltungsruecklage

hoch

Nein

Eigentuemer

Reparaturen am Gemeinschaftseigentum

schwankend

Nein

Eigentuemer

Kosten der Eigentuemerversammlung, Rechtsberatung

gering

Nein

Eigentuemer

Kontofuehrung, Beschlusssammlung

gering

Nein

Eigentuemer

Der Aha-Moment: Als Faustregel bleiben rund 20 bis 30 Prozent des Hausgelds nicht umlagefaehig – bei gut dotierter Ruecklage auch mehr. Bei einem Hausgeld von 400 Euro monatlich sind das 80 bis 120 Euro, die dauerhaft Ihre Rechnung belasten und die viele Kalkulationen einfach nicht enthalten. Genau dieser Betrag ist die haeufigste Ursache dafuer, dass eine auf dem Papier gerechnete Rendite in der Praxis niedriger ausfaellt. Wie sich das saubere Rechnen aufsetzen laesst, zeigt der Leitfaden immobilien rendite berechnen.

Wirtschaftsplan und Jahresabrechnung: der Jahreszyklus des Hausgelds

Der Wirtschaftsplan

Der Wirtschaftsplan ist die Prognose. Die Verwaltung schaetzt anhand der Vorjahreszahlen, welche Kosten im kommenden Jahr anfallen, und verteilt sie auf die Einheiten. Die Eigentuemerversammlung beschliesst die Vorschuesse. Ab Beschluss sind Sie zur Zahlung verpflichtet – unabhaengig davon, ob Sie einzelne Posten fuer zu hoch halten. Wer die Zahlen pruefen will, sollte auf drei Dinge achten: Sind die Energiekosten realistisch fortgeschrieben? Ist die Ruecklagenzufuehrung an das Alter des Gebaeudes angepasst? Stehen im Plan bereits beschlossene Grossmassnahmen?

Die Jahresabrechnung

Nach Ablauf des Wirtschaftsjahres stellt die Verwaltung die tatsaechlichen Ausgaben den geleisteten Vorschuessen gegenueber. Ergebnis ist eine Nachzahlung oder ein Guthaben – die sogenannte Abrechnungsspitze, die von der Versammlung beschlossen wird. Die Jahresabrechnung ist gleichzeitig Ihre Arbeitsgrundlage fuer die Nebenkostenabrechnung gegenueber Mietern und fuer die Steuererklaerung, weil sich daraus die abzugsfaehigen Werbungskosten ableiten.

Beim Kauf: immer drei Jahre pruefen

Vor dem Erwerb sollten Sie die Wirtschaftsplaene und Jahresabrechnungen der letzten drei Jahre, die Protokolle der Eigentuemerversammlungen sowie den Stand der Ruecklage einsehen. Auffaellig niedriges Hausgeld ist kein Vorteil, sondern haeufig ein Hinweis auf eine unterfinanzierte Ruecklage – die Kosten kommen dann als Sonderumlage. Diese Pruefung gehoert in jede Due Diligence, wie sie im Leitfaden kapitalanlage immobilien kaufen beschrieben ist.

Wie hoch ist das Hausgeld pro Quadratmeter?

Eine allgemeingueltige Zahl gibt es nicht, aber belastbare Baender. Im deutschsprachigen Raum liegt das Hausgeld ueblicherweise zwischen 3,00 und 4,50 Euro pro Quadratmeter Wohnflaeche und Monat. Fuer eine 70-Quadratmeter-Wohnung entspricht das 210 bis 315 Euro im Monat.

  • Neubau ohne Aufzug, kleine Anlage: etwa 2,50 bis 3,20 Euro pro m²

  • Standard-Bestandsobjekt mit Aufzug und Tiefgarage: etwa 3,50 bis 4,50 Euro pro m²

  • Anlagen mit Pool, Wellnessbereich, Concierge oder Aussenanlagen: 5,00 Euro pro m² und mehr

Kostentreiber sind vor allem Aufzuege, Tiefgaragen, gemeinschaftliche Wellness- und Poolflaechen, grosse Gruenanlagen sowie Gebaeudealter und Energiestandard. Innerhalb des Betrags sollte die Ruecklagenzufuehrung nicht unter 0,80 bis 1,00 Euro pro Quadratmeter und Monat liegen; bei aelteren Gebaeuden sind 1,20 bis 1,50 Euro angemessen.

Hausgeld bei der Ferienimmobilie: warum der Betreibervertrag die Rechnung veraendert

Bei einer betreibergefuehrten Ferienimmobilie – etwa in einem Apartresort mit professioneller Vermietung – funktioniert die Kostenverteilung anders, als es die klassische Hausgeldlogik erwarten laesst. Das ist der Punkt, an dem die meisten Beitraege zum Thema Hausgeld enden, und genau hier liegt der praktische Unterschied.

In einer solchen Anlage gibt es zwei parallele Kostenkreise:

1. Das Hausgeld der Eigentuemergemeinschaft

Es deckt weiterhin das Gemeinschaftseigentum: Gebaeudeversicherung, Verwaltung der WEG, Allgemeinstrom, Wartung der technischen Anlagen, Instandhaltungsruecklage, Aussenanlagen. Dieser Teil bleibt in Ihrer Verantwortung als Eigentuemer.

2. Die Bewirtschaftungskosten aus dem Betreibervertrag

Reinigung nach jedem Gaestewechsel, Waeschelogistik, Check-in, Gaesteservice, Buchungsplattformen, Marketing, Revenue Management, Reparaturen im Apartment: Diese Positionen laufen ueber den Betreiber und werden meist als Prozentsatz des Vermietungsumsatzes verrechnet oder aus dem Umsatz vorab entnommen. Sie tauchen dadurch nicht im Hausgeld auf – was zwei Konsequenzen hat. Erstens ist das Hausgeld einer Ferienanlage nicht automatisch mit dem einer Wohnanlage vergleichbar. Zweitens sagt ein niedriges Hausgeld nichts darueber aus, wie hoch Ihre Gesamtkostenquote ist; entscheidend ist die Summe aus Hausgeld und Betreiberkosten im Verhaeltnis zum Nettoerloes.

Beim Vergleich zweier Angebote muessen Sie deshalb immer fragen: Welche Leistungen sind im Hausgeld enthalten, welche im Betreibervertrag, und was bleibt beim Eigentuemer? In manchen Konzepten sind Poolbetrieb, Rezeption und Wellness Teil des Hausgelds, in anderen Teil der Bewirtschaftung. Wie diese Modelle im Detail aufgebaut sind, welche Verguetungsstrukturen ueblich sind und worauf Sie im Vertrag achten sollten, lesen Sie im Beitrag zum Betreiberkonzept einer Ferienimmobilie.

Ein Praxisbeispiel fuer eine klar getrennte Struktur ist das Projekt PirklAlm Resort in Schladming: Dort sind Bewirtschaftung, Vermietung und Gaesteservice ueber den Betreiber abgebildet, waehrend das Hausgeld der Eigentuemergemeinschaft auf das Gemeinschaftseigentum begrenzt bleibt. Fuer die Kalkulation heisst das: Die Hausgeldposition ist planbar, die Bewirtschaftung skaliert mit der Auslastung. Wer eine solche Struktur sucht, findet die Grundlagen dazu unter ferienwohnung kaufen.

Hausgeld in der Renditerechnung richtig ansetzen

Fuer die Nettobetrachtung gilt: Ziehen Sie vom Mietertrag den nicht umlagefaehigen Teil des Hausgelds ab, nicht das gesamte Hausgeld – und auch nicht null. Bei Ferienimmobilien setzen Sie zusaetzlich die Betreiberverguetung und, falls nicht enthalten, Reinigung und Waesche an. Rechnen Sie zudem einen Puffer fuer Sonderumlagen ein, wenn die Ruecklage schwach dotiert ist.

Wenn Sie die Zahlen fuer Ihr Vorhaben durchspielen moechten: Berechnen Sie Ihre persoenliche Ferienimmobilien-Rendite mit dem Renditerechner von INVESTMENT & living. Sie sehen dort unmittelbar, wie stark sich ein um einen Euro pro Quadratmeter hoeheres Hausgeld auf das Jahresergebnis auswirkt.

Haeufige Fragen zum Hausgeld

Was ist im Hausgeld enthalten?

Im Hausgeld sind alle laufenden Kosten des Gemeinschaftseigentums enthalten: Betriebskosten wie Heizung, Wasser, Muell, Allgemeinstrom, Reinigung, Winterdienst, Gartenpflege und Versicherungen, dazu die Wartung technischer Anlagen, die Verwaltervergueting sowie die Zufuehrung zur Instandhaltungsruecklage. Nicht enthalten sind Kosten, die nur Ihre Wohnung betreffen – etwa Reparaturen an Kueche, Boeden oder Innentueren – sowie in vielen Faellen die Grundsteuer, wenn sie direkt von der Gemeinde erhoben wird.

Wie hoch ist das Hausgeld pro Quadratmeter im Monat?

Ueblich sind 3,00 bis 4,50 Euro pro Quadratmeter Wohnflaeche und Monat. Einfache Anlagen ohne Aufzug liegen darunter, Objekte mit Tiefgarage, Aufzug, Pool oder Concierge deutlich darueber. Wichtig ist nicht nur die Gesamthoehe, sondern die Zusammensetzung: Ein niedriges Hausgeld mit zu geringer Ruecklagenzufuehrung ist teurer als ein hoeheres Hausgeld mit solider Ruecklage, weil spaeter Sonderumlagen anfallen.

Welcher Teil des Hausgelds ist auf Mieter umlagefaehig?

Umlagefaehig sind die in der Betriebskostenverordnung genannten Positionen – im Wesentlichen Heizung, Warm- und Kaltwasser, Abwasser, Muell, Allgemeinstrom, Reinigung, Gartenpflege, Winterdienst, Aufzugsbetrieb, Versicherungen und Hausmeisterleistungen. Nicht umlagefaehig sind Verwaltervergueting, Instandhaltungsruecklage, Reparaturen am Gemeinschaftseigentum und Verwaltungsnebenkosten. Typischerweise bleiben so 20 bis 30 Prozent des Hausgelds dauerhaft beim Eigentuemer.

Wer zahlt das Hausgeld beim Verkauf oder Eigentuemerwechsel?

Schuldner des Hausgelds gegenueber der Gemeinschaft ist immer der im Grundbuch eingetragene Eigentuemer. Ab dem vereinbarten Uebergabestichtag zahlt daher der Kaeufer, davor der Verkaeufer. Fuer Nachzahlungen aus Jahresabrechnungen, die vor dem Wechsel liegen, gilt in der Praxis der Beschlusszeitpunkt – deshalb sollte der Kaufvertrag die Verteilung von Abrechnungsspitzen und offenen Sonderumlagen ausdruecklich regeln. Lassen Sie sich vor dem Kauf immer eine Bestaetigung der Verwaltung ueber ausstehende Zahlungen vorlegen.

Fazit

Das Hausgeld ist keine Nebengroesse, sondern die Position, die den laufenden Aufwand einer Eigentumswohnung bestimmt. Wer die Aufteilung in umlagefaehige und nicht umlagefaehige Posten kennt, Wirtschaftsplan und Jahresabrechnung liest und bei Ferienimmobilien zwischen Hausgeld und Betreiberkosten unterscheidet, kalkuliert deutlich naeher an der Realitaet als der Markt im Durchschnitt.

Wenn Sie wissen moechten, wie Hausgeld, Bewirtschaftung und Ertrag in konkreten Projekten strukturiert sind, finden Sie geprueete Objekte und transparente Kostenaufstellungen bei INVESTMENT & living.

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