Ferienimmobilie Österreich kaufen: Regionen, Recht und Rendite im Überblick
Wer eine Ferienimmobilie in Österreich kaufen will, bewegt sich in einem Markt, der sich von Deutschland in einem entscheidenden Punkt unterscheidet: Nicht der Bund, sondern die neun Bundesländer regeln, wer wo eine Zweit- oder Ferienwohnung erwerben und wie er sie nutzen darf. Genau daran scheitern viele Kaufinteressenten – nicht am Preis, sondern an der Widmung. Dieser Beitrag zeigt, welche rechtlichen Rahmenbedingungen gelten, wie sich die alpinen Regionen Tirol, Salzburg und Steiermark voneinander unterscheiden und mit welchen Kosten und Erträgen Sie realistisch rechnen können.
Warum der österreichische Markt für Ferienimmobilien anders funktioniert
Österreich zählt rund 150 Millionen Nächtigungen pro Jahr bei etwa neun Millionen Einwohnern. Der Tourismus ist kein Nebenschauplatz, sondern eine tragende Säule der Volkswirtschaft – und entsprechend reguliert. In vielen alpinen Gemeinden liegt der Anteil an Zweitwohnsitzen so hoch, dass die Länder die Neuschaffung von Freizeitwohnsitzen stark eingeschränkt oder vollständig gestoppt haben. Das verknappt das Angebot und stützt die Preise, verlangt aber auch eine sorgfältige Prüfung vor dem Kauf.
Für Käufer aus dem EU-Raum gilt grundsätzlich Gleichbehandlung: EU- und EWR-Bürger sind österreichischen Staatsbürgern beim Grunderwerb gleichgestellt. Erwerber aus Drittstaaten – etwa aus der Schweiz oder dem Vereinigten Königreich – benötigen dagegen in der Regel eine Genehmigung der zuständigen Grundverkehrsbehörde. Der Genehmigungsvorbehalt gilt je nach Bundesland unterschiedlich streng.
Freizeitwohnsitz, Zweitwohnsitz, touristische Nutzung: die drei Modelle
Bevor Sie eine Ferienimmobilie in Österreich kaufen, sollten Sie wissen, in welcher der drei Nutzungskategorien sich das Objekt bewegt. Sie bestimmt Preis, Vermietbarkeit und steuerliche Behandlung.
1. Freizeitwohnsitz
Ein Freizeitwohnsitz darf ausschließlich zu Erholungszwecken genutzt werden und ist nicht der Hauptwohnsitz. Für diese Widmung braucht es eine entsprechende Eintragung im Freizeitwohnsitzverzeichnis der Gemeinde. In Tirol sind Neuwidmungen seit Jahren praktisch ausgeschlossen; bestehende, rechtmäßig gewidmete Objekte werden dadurch zur knappen Ware und erzielen deutliche Preisaufschläge. Auch Salzburg arbeitet mit sogenannten Zweitwohnungs-Beschränkungsgemeinden, in denen neue Zweitwohnsitze nicht oder nur in engen Grenzen genehmigt werden.
2. Zweitwohnsitz mit Abgabenpflicht
In liberaler geregelten Gemeinden – häufig in der Steiermark und in Kärnten – ist ein Zweitwohnsitz zulässig, wird aber über eine Zweit- oder Nebenwohnsitzabgabe belastet. Die Höhe richtet sich meist nach der Wohnnutzfläche und wird von der Gemeinde festgelegt. Kalkulieren Sie diese laufende Abgabe von Beginn an in Ihre Kostenrechnung ein.
3. Touristische Nutzung (Buy-to-let-Modell)
Der praktisch wichtigste Weg für Kapitalanleger: Die Einheit wird als Beherbergungsbetrieb gewidmet und über einen Betreiber gewerblich an Gäste vermietet. Eigennutzung ist möglich, aber vertraglich begrenzt – häufig auf zwei bis vier Wochen pro Jahr, teils saisonal eingeschränkt. Im Gegenzug entfällt das Freizeitwohnsitz-Problem, und die Immobilie wird umsatzsteuerlich als Unternehmen behandelt. Wie dieses Modell im Detail funktioniert, lesen Sie im Beitrag zu buy to let.
Alpine Regionen im Vergleich: Tirol, Salzburg, Steiermark und Kärnten
Der Aha-Moment für die meisten Interessenten entsteht beim direkten Vergleich: Die Kaufpreise unterscheiden sich zwischen den Bundesländern um den Faktor zwei bis drei – die erzielbaren Nächtigungsraten aber deutlich weniger. Genau daraus ergeben sich die Renditeunterschiede.
Kriterium | Tirol (Ötztal, Zillertal) | Salzburg (Saalbach, Pinzgau) | Steiermark (Schladming-Dachstein) | Kärnten (Nassfeld, Seenregion) |
|---|---|---|---|---|
Kaufpreis touristische Einheit (Richtwert/m²) | ca. 11.000–18.000 € | ca. 9.000–14.000 € | ca. 6.500–10.000 € | ca. 5.500–9.000 € |
Freizeitwohnsitz neu möglich? | faktisch nein | nur eingeschränkt | in vielen Gemeinden ja | überwiegend ja |
Saisonprofil | Winter dominiert, Sommer wachsend | Winter stark, Bike-Sommer etabliert | Ganzjahr, Events und Wandern | Sommer stark (Seen), Winter solide |
Typische Auslastung touristisch | ca. 55–70 % | ca. 55–70 % | ca. 50–65 % | ca. 45–60 % |
Realistische Bruttorendite p. a. | ca. 3,0–4,5 % | ca. 3,5–5,0 % | ca. 4,5–8,0 % | ca. 4,0–6,0 % |
Wertentwicklung/Knappheit | sehr hoch, Angebot minimal | hoch | mittel bis hoch | mittel |
Die Tabelle zeigt ein Muster, das im Alpenraum durchgängig gilt: Je strenger die Widmungslage und je bekannter die Destination, desto höher der Preis und desto niedriger die laufende Rendite. Tirol ist damit eher ein Werterhaltungsmarkt, die Steiermark und Kärnten sind Cashflow-Märkte. Salzburg liegt dazwischen – Orte wie Saalbach Hinterglemm kombinieren internationale Bekanntheit mit einer inzwischen tragfähigen Sommersaison.
Die Werte sind Orientierungsgrößen aus Marktbeobachtungen und ersetzen keine Objektprüfung. Entscheidend bleibt der einzelne Standort: Skigebietsanbindung, Betreiberqualität und Zimmerkategorie wirken stärker als der Landesdurchschnitt.
Kaufnebenkosten und Steuern, wenn Sie eine Ferienimmobilie in Österreich kaufen
Die Nebenkosten sind in Österreich transparent geregelt und liegen niedriger als in Deutschland:
Grunderwerbsteuer: 3,5 % vom Kaufpreis
Grundbucheintragungsgebühr: 1,1 % vom Kaufpreis
Vertragserrichtung und Treuhandschaft (Notar/Rechtsanwalt): rund 1–3 % zzgl. 20 % USt
Maklerprovision: bis zu 3 % zzgl. USt – bei Neubauprojekten vom Bauträger häufig nicht anfallend. Was das konkret bedeutet, erklärt der Beitrag was bedeutet provisionsfrei.
In Summe sollten Sie mit etwa 5 bis 8 % Erwerbsnebenkosten kalkulieren. Hinzu kommen laufende Positionen: Betriebskosten, Rücklage, Verwaltung, gegebenenfalls Zweitwohnsitzabgabe sowie Ortstaxe, die allerdings vom Gast getragen wird.
Umsatzsteuer: der oft unterschätzte Hebel
Wird die Ferienimmobilie gewerblich touristisch vermietet, gilt sie steuerlich als Unternehmen. Daraus folgt: Die im Kaufpreis enthaltene Umsatzsteuer von 20 % kann als Vorsteuer geltend gemacht werden, während die Beherbergungsumsätze mit dem ermäßigten Satz von 10 % versteuert werden. Für Käufer aus Deutschland bedeutet das eine spürbare Entlastung der Anfangsinvestition – vorausgesetzt, die Nutzung ist von Beginn an sauber aufgesetzt und wird über mindestens zehn Jahre durchgehalten, da sonst eine anteilige Vorsteuerberichtigung droht.
Zweiter Punkt: die Liebhabereiprüfung. Das österreichische Finanzamt erkennt Verluste nur an, wenn eine Prognoserechnung innerhalb des gesetzlichen Beobachtungszeitraums einen Gesamtüberschuss ausweist. Eine belastbare Prognose gehört deshalb zu jeder Kaufentscheidung dazu. Lassen Sie beides – Umsatzsteueroption und Prognoserechnung – von einem österreichischen Steuerberater prüfen.
Rendite realistisch einschätzen statt hochrechnen
Die häufigste Fehlkalkulation entsteht durch zu optimistische Auslastungsannahmen. Wer 80 % ansetzt, rechnet an der Realität vorbei: Alpine Destinationen haben Nebensaisonen im April/Mai und November, in denen kaum Nachfrage besteht. Seriöse Kalkulationen arbeiten mit 55 bis 70 % Jahresauslastung in Ganzjahresdestinationen und mit deutlich weniger in reinen Winterorten.
Ein Beispiel aus der Praxis: Beim Projekt PirklAlm Resort in der Steiermark wird mit einer Rendite von rund 8 % kalkuliert. Möglich wird das durch die Kombination aus vergleichsweise moderatem Einstiegspreis, Ganzjahresnachfrage in der Region Schladming-Dachstein und einem Betreiberkonzept mit fester Ertragsstruktur. In Tirol oder im Salzburger Land – etwa in Saalbach – liegen die Einstiegspreise höher, dafür ist die Preisstabilität der Objekte historisch ausgeprägter. Beides sind legitime Strategien, sie verfolgen nur unterschiedliche Ziele.
Rechnen Sie vor dem Kauf mit Ihren eigenen Zahlen: Kaufpreis inklusive Nebenkosten, realistische Auslastung, Betreiberanteil, Instandhaltungsrücklage, Finanzierungskosten und Eigennutzungswochen. Berechnen Sie Ihre persönliche Ferienimmobilien-Rendite mit dem Renditerechner von INVESTMENT & living – das dauert wenige Minuten und ersetzt jede überschlägige Daumenregel. Wie die einzelnen Kennzahlen methodisch aufgebaut sind, erläutert der Leitfaden immobilien rendite berechnen. Und wenn Sie grundsätzlich abwägen, ob sich das Modell für Sie eignet, liefert der Beitrag ferienimmobilie als kapitalanlage die Einordnung.
Schritt für Schritt zum Kauf
1. Nutzungsziel definieren
Steht die Eigennutzung im Vordergrund oder der Ertrag? Beides gleichzeitig zu maximieren, funktioniert nicht. Wer 12 Wochen im Jahr selbst nutzen will, verzichtet auf die ertragsstärksten Wochen und damit auf einen erheblichen Teil der Rendite.
2. Widmung prüfen
Verlangen Sie den Grundbuchauszug, den Flächenwidmungs- und Bebauungsplan sowie – bei bestehenden Objekten – den Nachweis der rechtmäßigen Freizeitwohnsitz-Eintragung. Eine mündliche Zusicherung des Verkäufers ist kein Nachweis.
3. Betreibervertrag lesen
Prüfen Sie Laufzeit, Kündigungsfristen, Verteilung der Instandhaltungspflichten, Eigennutzungsregelung und die Ertragsmechanik: fixe Pacht, Umsatzbeteiligung oder Poolmodell. Bei Poolmodellen entscheidet der Verteilungsschlüssel darüber, ob Ihre Einheit fair behandelt wird.
4. Finanzierung klären
Österreichische Banken finanzieren touristisch gewidmete Einheiten, verlangen aber meist 30 bis 40 % Eigenkapital und eine plausible Ertragsprognose. Deutsche Institute finanzieren österreichische Objekte nur selten.
5. Treuhandabwicklung nutzen
In Österreich wickelt ein Rechtsanwalt oder Notar den Kauf treuhändisch ab. Der Kaufpreis fließt erst, wenn die grundbücherliche Sicherstellung gewährleistet ist – ein wirksamer Schutzmechanismus, den Sie nicht umgehen sollten.
Typische Fehler, die Sie vermeiden können
Erstens: den Standort nach Urlaubsgefühl statt nach Nachfragedaten wählen. Zweitens: die Nebensaison ignorieren. Drittens: die Rücklage zu niedrig ansetzen – touristisch genutzte Einheiten verschleißen schneller als Dauermietwohnungen; 1,5 bis 2 % des Baukostenwerts pro Jahr sind ein realistischer Ansatz. Viertens: die steuerliche Struktur erst nach dem Kauf klären. Fünftens: einen Betreiber akzeptieren, ohne dessen Referenzobjekte und Auslastungshistorie geprüft zu haben.
Häufige Fragen zum Kauf einer Ferienimmobilie in Österreich
Darf ich als Deutscher eine Ferienimmobilie in Österreich kaufen?
Ja. Als Staatsangehöriger eines EU- oder EWR-Landes sind Sie beim Grunderwerb österreichischen Käufern gleichgestellt und benötigen keine gesonderte Ausländergenehmigung. Die Einschränkungen betreffen nicht Ihre Staatsangehörigkeit, sondern die Nutzungsart: Ob eine Einheit als Freizeitwohnsitz genutzt werden darf, entscheidet das jeweilige Landesrecht und die Gemeinde. Käufer aus Drittstaaten benötigen in der Regel eine Genehmigung der Grundverkehrsbehörde.
Was kostet eine Ferienimmobilie in Österreich in den Alpen?
Die Spanne ist groß. In Tiroler Top-Destinationen liegen touristisch gewidmete Neubaueinheiten häufig bei 11.000 bis 18.000 Euro pro Quadratmeter, im Salzburger Land bei rund 9.000 bis 14.000 Euro. In der Steiermark und in Kärnten beginnt der Markt deutlich darunter, etwa ab 5.500 bis 6.500 Euro pro Quadratmeter. Hinzu kommen rund 5 bis 8 % Kaufnebenkosten. Für eine 50-Quadratmeter-Einheit ergibt das je nach Region ein Gesamtinvestment zwischen etwa 300.000 und 950.000 Euro.
Darf ich die Immobilie selbst nutzen, wenn sie touristisch vermietet wird?
In der Regel ja, aber begrenzt. Betreiberverträge sehen üblicherweise zwei bis vier Eigennutzungswochen pro Jahr vor, oft mit saisonalen Sperrzeiten in den Hochsaisonwochen. Manche Modelle erlauben mehr Eigennutzung, reduzieren dafür aber den Ertragsanteil. Prüfen Sie diese Klausel vor Vertragsunterzeichnung genau – sie ist der direkteste Hebel zwischen Freizeitwert und Rendite.
Welche Region eignet sich am besten für Kapitalanleger?
Das hängt vom Ziel ab. Für maximale laufende Erträge sind Ganzjahresdestinationen mit moderatem Einstiegspreis interessant, etwa die Region Schladming-Dachstein in der Steiermark oder Teile Kärntens. Wer Wertstabilität und Angebotsknappheit priorisiert, findet diese eher in Tirol und im Salzburger Land. Eine belastbare Entscheidung ergibt sich erst aus dem Vergleich konkreter Objekte mit echten Auslastungs- und Kostendaten – nicht aus Regionsdurchschnitten.
Fazit
Eine Ferienimmobilie in Österreich kaufen heißt vor allem: Widmung, Betreiberkonzept und Steuerstruktur vor dem Kaufpreis prüfen. Der Markt ist reguliert, aber gerade deshalb stabil – knappe Widmungen stützen die Werte, und die touristische Nachfrage im Alpenraum ist über Jahrzehnte hinweg gewachsen. Entscheidend ist, dass Sie Ihr eigenes Nutzungsziel klar definieren und die Zahlen konservativ rechnen.
Aktuelle Projekte in Tirol, Salzburg, der Steiermark und Kärnten samt Kalkulationsgrundlagen, Betreiberkonzepten und rechtlichen Rahmendaten finden Sie bei INVESTMENT & living. Sprechen Sie uns an, wenn Sie zwei oder drei Standorte konkret gegenüberstellen möchten.
Ferienimmobilie Österreich kaufen: Regionen, Recht und Rendite im Überblick
Wer eine Ferienimmobilie in Österreich kaufen will, bewegt sich in einem Markt, der sich von Deutschland in einem entscheidenden Punkt unterscheidet: Nicht der Bund, sondern die neun Bundesländer regeln, wer wo eine Zweit- oder Ferienwohnung erwerben und wie er sie nutzen darf. Genau daran scheitern viele Kaufinteressenten – nicht am Preis, sondern an der Widmung. Dieser Beitrag zeigt, welche rechtlichen Rahmenbedingungen gelten, wie sich die alpinen Regionen Tirol, Salzburg und Steiermark voneinander unterscheiden und mit welchen Kosten und Erträgen Sie realistisch rechnen können.
Warum der österreichische Markt für Ferienimmobilien anders funktioniert
Österreich zählt rund 150 Millionen Nächtigungen pro Jahr bei etwa neun Millionen Einwohnern. Der Tourismus ist kein Nebenschauplatz, sondern eine tragende Säule der Volkswirtschaft – und entsprechend reguliert. In vielen alpinen Gemeinden liegt der Anteil an Zweitwohnsitzen so hoch, dass die Länder die Neuschaffung von Freizeitwohnsitzen stark eingeschränkt oder vollständig gestoppt haben. Das verknappt das Angebot und stützt die Preise, verlangt aber auch eine sorgfältige Prüfung vor dem Kauf.
Für Käufer aus dem EU-Raum gilt grundsätzlich Gleichbehandlung: EU- und EWR-Bürger sind österreichischen Staatsbürgern beim Grunderwerb gleichgestellt. Erwerber aus Drittstaaten – etwa aus der Schweiz oder dem Vereinigten Königreich – benötigen dagegen in der Regel eine Genehmigung der zuständigen Grundverkehrsbehörde. Der Genehmigungsvorbehalt gilt je nach Bundesland unterschiedlich streng.
Freizeitwohnsitz, Zweitwohnsitz, touristische Nutzung: die drei Modelle
Bevor Sie eine Ferienimmobilie in Österreich kaufen, sollten Sie wissen, in welcher der drei Nutzungskategorien sich das Objekt bewegt. Sie bestimmt Preis, Vermietbarkeit und steuerliche Behandlung.
1. Freizeitwohnsitz
Ein Freizeitwohnsitz darf ausschließlich zu Erholungszwecken genutzt werden und ist nicht der Hauptwohnsitz. Für diese Widmung braucht es eine entsprechende Eintragung im Freizeitwohnsitzverzeichnis der Gemeinde. In Tirol sind Neuwidmungen seit Jahren praktisch ausgeschlossen; bestehende, rechtmäßig gewidmete Objekte werden dadurch zur knappen Ware und erzielen deutliche Preisaufschläge. Auch Salzburg arbeitet mit sogenannten Zweitwohnungs-Beschränkungsgemeinden, in denen neue Zweitwohnsitze nicht oder nur in engen Grenzen genehmigt werden.
2. Zweitwohnsitz mit Abgabenpflicht
In liberaler geregelten Gemeinden – häufig in der Steiermark und in Kärnten – ist ein Zweitwohnsitz zulässig, wird aber über eine Zweit- oder Nebenwohnsitzabgabe belastet. Die Höhe richtet sich meist nach der Wohnnutzfläche und wird von der Gemeinde festgelegt. Kalkulieren Sie diese laufende Abgabe von Beginn an in Ihre Kostenrechnung ein.
3. Touristische Nutzung (Buy-to-let-Modell)
Der praktisch wichtigste Weg für Kapitalanleger: Die Einheit wird als Beherbergungsbetrieb gewidmet und über einen Betreiber gewerblich an Gäste vermietet. Eigennutzung ist möglich, aber vertraglich begrenzt – häufig auf zwei bis vier Wochen pro Jahr, teils saisonal eingeschränkt. Im Gegenzug entfällt das Freizeitwohnsitz-Problem, und die Immobilie wird umsatzsteuerlich als Unternehmen behandelt. Wie dieses Modell im Detail funktioniert, lesen Sie im Beitrag zu buy to let.
Alpine Regionen im Vergleich: Tirol, Salzburg, Steiermark und Kärnten
Der Aha-Moment für die meisten Interessenten entsteht beim direkten Vergleich: Die Kaufpreise unterscheiden sich zwischen den Bundesländern um den Faktor zwei bis drei – die erzielbaren Nächtigungsraten aber deutlich weniger. Genau daraus ergeben sich die Renditeunterschiede.
Kriterium | Tirol (Ötztal, Zillertal) | Salzburg (Saalbach, Pinzgau) | Steiermark (Schladming-Dachstein) | Kärnten (Nassfeld, Seenregion) |
|---|---|---|---|---|
Kaufpreis touristische Einheit (Richtwert/m²) | ca. 11.000–18.000 € | ca. 9.000–14.000 € | ca. 6.500–10.000 € | ca. 5.500–9.000 € |
Freizeitwohnsitz neu möglich? | faktisch nein | nur eingeschränkt | in vielen Gemeinden ja | überwiegend ja |
Saisonprofil | Winter dominiert, Sommer wachsend | Winter stark, Bike-Sommer etabliert | Ganzjahr, Events und Wandern | Sommer stark (Seen), Winter solide |
Typische Auslastung touristisch | ca. 55–70 % | ca. 55–70 % | ca. 50–65 % | ca. 45–60 % |
Realistische Bruttorendite p. a. | ca. 3,0–4,5 % | ca. 3,5–5,0 % | ca. 4,5–8,0 % | ca. 4,0–6,0 % |
Wertentwicklung/Knappheit | sehr hoch, Angebot minimal | hoch | mittel bis hoch | mittel |
Die Tabelle zeigt ein Muster, das im Alpenraum durchgängig gilt: Je strenger die Widmungslage und je bekannter die Destination, desto höher der Preis und desto niedriger die laufende Rendite. Tirol ist damit eher ein Werterhaltungsmarkt, die Steiermark und Kärnten sind Cashflow-Märkte. Salzburg liegt dazwischen – Orte wie Saalbach Hinterglemm kombinieren internationale Bekanntheit mit einer inzwischen tragfähigen Sommersaison.
Die Werte sind Orientierungsgrößen aus Marktbeobachtungen und ersetzen keine Objektprüfung. Entscheidend bleibt der einzelne Standort: Skigebietsanbindung, Betreiberqualität und Zimmerkategorie wirken stärker als der Landesdurchschnitt.
Kaufnebenkosten und Steuern, wenn Sie eine Ferienimmobilie in Österreich kaufen
Die Nebenkosten sind in Österreich transparent geregelt und liegen niedriger als in Deutschland:
Grunderwerbsteuer: 3,5 % vom Kaufpreis
Grundbucheintragungsgebühr: 1,1 % vom Kaufpreis
Vertragserrichtung und Treuhandschaft (Notar/Rechtsanwalt): rund 1–3 % zzgl. 20 % USt
Maklerprovision: bis zu 3 % zzgl. USt – bei Neubauprojekten vom Bauträger häufig nicht anfallend. Was das konkret bedeutet, erklärt der Beitrag was bedeutet provisionsfrei.
In Summe sollten Sie mit etwa 5 bis 8 % Erwerbsnebenkosten kalkulieren. Hinzu kommen laufende Positionen: Betriebskosten, Rücklage, Verwaltung, gegebenenfalls Zweitwohnsitzabgabe sowie Ortstaxe, die allerdings vom Gast getragen wird.
Umsatzsteuer: der oft unterschätzte Hebel
Wird die Ferienimmobilie gewerblich touristisch vermietet, gilt sie steuerlich als Unternehmen. Daraus folgt: Die im Kaufpreis enthaltene Umsatzsteuer von 20 % kann als Vorsteuer geltend gemacht werden, während die Beherbergungsumsätze mit dem ermäßigten Satz von 10 % versteuert werden. Für Käufer aus Deutschland bedeutet das eine spürbare Entlastung der Anfangsinvestition – vorausgesetzt, die Nutzung ist von Beginn an sauber aufgesetzt und wird über mindestens zehn Jahre durchgehalten, da sonst eine anteilige Vorsteuerberichtigung droht.
Zweiter Punkt: die Liebhabereiprüfung. Das österreichische Finanzamt erkennt Verluste nur an, wenn eine Prognoserechnung innerhalb des gesetzlichen Beobachtungszeitraums einen Gesamtüberschuss ausweist. Eine belastbare Prognose gehört deshalb zu jeder Kaufentscheidung dazu. Lassen Sie beides – Umsatzsteueroption und Prognoserechnung – von einem österreichischen Steuerberater prüfen.
Rendite realistisch einschätzen statt hochrechnen
Die häufigste Fehlkalkulation entsteht durch zu optimistische Auslastungsannahmen. Wer 80 % ansetzt, rechnet an der Realität vorbei: Alpine Destinationen haben Nebensaisonen im April/Mai und November, in denen kaum Nachfrage besteht. Seriöse Kalkulationen arbeiten mit 55 bis 70 % Jahresauslastung in Ganzjahresdestinationen und mit deutlich weniger in reinen Winterorten.
Ein Beispiel aus der Praxis: Beim Projekt PirklAlm Resort in der Steiermark wird mit einer Rendite von rund 8 % kalkuliert. Möglich wird das durch die Kombination aus vergleichsweise moderatem Einstiegspreis, Ganzjahresnachfrage in der Region Schladming-Dachstein und einem Betreiberkonzept mit fester Ertragsstruktur. In Tirol oder im Salzburger Land – etwa in Saalbach – liegen die Einstiegspreise höher, dafür ist die Preisstabilität der Objekte historisch ausgeprägter. Beides sind legitime Strategien, sie verfolgen nur unterschiedliche Ziele.
Rechnen Sie vor dem Kauf mit Ihren eigenen Zahlen: Kaufpreis inklusive Nebenkosten, realistische Auslastung, Betreiberanteil, Instandhaltungsrücklage, Finanzierungskosten und Eigennutzungswochen. Berechnen Sie Ihre persönliche Ferienimmobilien-Rendite mit dem Renditerechner von INVESTMENT & living – das dauert wenige Minuten und ersetzt jede überschlägige Daumenregel. Wie die einzelnen Kennzahlen methodisch aufgebaut sind, erläutert der Leitfaden immobilien rendite berechnen. Und wenn Sie grundsätzlich abwägen, ob sich das Modell für Sie eignet, liefert der Beitrag ferienimmobilie als kapitalanlage die Einordnung.
Schritt für Schritt zum Kauf
1. Nutzungsziel definieren
Steht die Eigennutzung im Vordergrund oder der Ertrag? Beides gleichzeitig zu maximieren, funktioniert nicht. Wer 12 Wochen im Jahr selbst nutzen will, verzichtet auf die ertragsstärksten Wochen und damit auf einen erheblichen Teil der Rendite.
2. Widmung prüfen
Verlangen Sie den Grundbuchauszug, den Flächenwidmungs- und Bebauungsplan sowie – bei bestehenden Objekten – den Nachweis der rechtmäßigen Freizeitwohnsitz-Eintragung. Eine mündliche Zusicherung des Verkäufers ist kein Nachweis.
3. Betreibervertrag lesen
Prüfen Sie Laufzeit, Kündigungsfristen, Verteilung der Instandhaltungspflichten, Eigennutzungsregelung und die Ertragsmechanik: fixe Pacht, Umsatzbeteiligung oder Poolmodell. Bei Poolmodellen entscheidet der Verteilungsschlüssel darüber, ob Ihre Einheit fair behandelt wird.
4. Finanzierung klären
Österreichische Banken finanzieren touristisch gewidmete Einheiten, verlangen aber meist 30 bis 40 % Eigenkapital und eine plausible Ertragsprognose. Deutsche Institute finanzieren österreichische Objekte nur selten.
5. Treuhandabwicklung nutzen
In Österreich wickelt ein Rechtsanwalt oder Notar den Kauf treuhändisch ab. Der Kaufpreis fließt erst, wenn die grundbücherliche Sicherstellung gewährleistet ist – ein wirksamer Schutzmechanismus, den Sie nicht umgehen sollten.
Typische Fehler, die Sie vermeiden können
Erstens: den Standort nach Urlaubsgefühl statt nach Nachfragedaten wählen. Zweitens: die Nebensaison ignorieren. Drittens: die Rücklage zu niedrig ansetzen – touristisch genutzte Einheiten verschleißen schneller als Dauermietwohnungen; 1,5 bis 2 % des Baukostenwerts pro Jahr sind ein realistischer Ansatz. Viertens: die steuerliche Struktur erst nach dem Kauf klären. Fünftens: einen Betreiber akzeptieren, ohne dessen Referenzobjekte und Auslastungshistorie geprüft zu haben.
Häufige Fragen zum Kauf einer Ferienimmobilie in Österreich
Darf ich als Deutscher eine Ferienimmobilie in Österreich kaufen?
Ja. Als Staatsangehöriger eines EU- oder EWR-Landes sind Sie beim Grunderwerb österreichischen Käufern gleichgestellt und benötigen keine gesonderte Ausländergenehmigung. Die Einschränkungen betreffen nicht Ihre Staatsangehörigkeit, sondern die Nutzungsart: Ob eine Einheit als Freizeitwohnsitz genutzt werden darf, entscheidet das jeweilige Landesrecht und die Gemeinde. Käufer aus Drittstaaten benötigen in der Regel eine Genehmigung der Grundverkehrsbehörde.
Was kostet eine Ferienimmobilie in Österreich in den Alpen?
Die Spanne ist groß. In Tiroler Top-Destinationen liegen touristisch gewidmete Neubaueinheiten häufig bei 11.000 bis 18.000 Euro pro Quadratmeter, im Salzburger Land bei rund 9.000 bis 14.000 Euro. In der Steiermark und in Kärnten beginnt der Markt deutlich darunter, etwa ab 5.500 bis 6.500 Euro pro Quadratmeter. Hinzu kommen rund 5 bis 8 % Kaufnebenkosten. Für eine 50-Quadratmeter-Einheit ergibt das je nach Region ein Gesamtinvestment zwischen etwa 300.000 und 950.000 Euro.
Darf ich die Immobilie selbst nutzen, wenn sie touristisch vermietet wird?
In der Regel ja, aber begrenzt. Betreiberverträge sehen üblicherweise zwei bis vier Eigennutzungswochen pro Jahr vor, oft mit saisonalen Sperrzeiten in den Hochsaisonwochen. Manche Modelle erlauben mehr Eigennutzung, reduzieren dafür aber den Ertragsanteil. Prüfen Sie diese Klausel vor Vertragsunterzeichnung genau – sie ist der direkteste Hebel zwischen Freizeitwert und Rendite.
Welche Region eignet sich am besten für Kapitalanleger?
Das hängt vom Ziel ab. Für maximale laufende Erträge sind Ganzjahresdestinationen mit moderatem Einstiegspreis interessant, etwa die Region Schladming-Dachstein in der Steiermark oder Teile Kärntens. Wer Wertstabilität und Angebotsknappheit priorisiert, findet diese eher in Tirol und im Salzburger Land. Eine belastbare Entscheidung ergibt sich erst aus dem Vergleich konkreter Objekte mit echten Auslastungs- und Kostendaten – nicht aus Regionsdurchschnitten.
Fazit
Eine Ferienimmobilie in Österreich kaufen heißt vor allem: Widmung, Betreiberkonzept und Steuerstruktur vor dem Kaufpreis prüfen. Der Markt ist reguliert, aber gerade deshalb stabil – knappe Widmungen stützen die Werte, und die touristische Nachfrage im Alpenraum ist über Jahrzehnte hinweg gewachsen. Entscheidend ist, dass Sie Ihr eigenes Nutzungsziel klar definieren und die Zahlen konservativ rechnen.
Aktuelle Projekte in Tirol, Salzburg, der Steiermark und Kärnten samt Kalkulationsgrundlagen, Betreiberkonzepten und rechtlichen Rahmendaten finden Sie bei INVESTMENT & living. Sprechen Sie uns an, wenn Sie zwei oder drei Standorte konkret gegenüberstellen möchten.
Ferienimmobilie Österreich kaufen: Regionen, Recht und Rendite im Überblick
Wer eine Ferienimmobilie in Österreich kaufen will, bewegt sich in einem Markt, der sich von Deutschland in einem entscheidenden Punkt unterscheidet: Nicht der Bund, sondern die neun Bundesländer regeln, wer wo eine Zweit- oder Ferienwohnung erwerben und wie er sie nutzen darf. Genau daran scheitern viele Kaufinteressenten – nicht am Preis, sondern an der Widmung. Dieser Beitrag zeigt, welche rechtlichen Rahmenbedingungen gelten, wie sich die alpinen Regionen Tirol, Salzburg und Steiermark voneinander unterscheiden und mit welchen Kosten und Erträgen Sie realistisch rechnen können.
Warum der österreichische Markt für Ferienimmobilien anders funktioniert
Österreich zählt rund 150 Millionen Nächtigungen pro Jahr bei etwa neun Millionen Einwohnern. Der Tourismus ist kein Nebenschauplatz, sondern eine tragende Säule der Volkswirtschaft – und entsprechend reguliert. In vielen alpinen Gemeinden liegt der Anteil an Zweitwohnsitzen so hoch, dass die Länder die Neuschaffung von Freizeitwohnsitzen stark eingeschränkt oder vollständig gestoppt haben. Das verknappt das Angebot und stützt die Preise, verlangt aber auch eine sorgfältige Prüfung vor dem Kauf.
Für Käufer aus dem EU-Raum gilt grundsätzlich Gleichbehandlung: EU- und EWR-Bürger sind österreichischen Staatsbürgern beim Grunderwerb gleichgestellt. Erwerber aus Drittstaaten – etwa aus der Schweiz oder dem Vereinigten Königreich – benötigen dagegen in der Regel eine Genehmigung der zuständigen Grundverkehrsbehörde. Der Genehmigungsvorbehalt gilt je nach Bundesland unterschiedlich streng.
Freizeitwohnsitz, Zweitwohnsitz, touristische Nutzung: die drei Modelle
Bevor Sie eine Ferienimmobilie in Österreich kaufen, sollten Sie wissen, in welcher der drei Nutzungskategorien sich das Objekt bewegt. Sie bestimmt Preis, Vermietbarkeit und steuerliche Behandlung.
1. Freizeitwohnsitz
Ein Freizeitwohnsitz darf ausschließlich zu Erholungszwecken genutzt werden und ist nicht der Hauptwohnsitz. Für diese Widmung braucht es eine entsprechende Eintragung im Freizeitwohnsitzverzeichnis der Gemeinde. In Tirol sind Neuwidmungen seit Jahren praktisch ausgeschlossen; bestehende, rechtmäßig gewidmete Objekte werden dadurch zur knappen Ware und erzielen deutliche Preisaufschläge. Auch Salzburg arbeitet mit sogenannten Zweitwohnungs-Beschränkungsgemeinden, in denen neue Zweitwohnsitze nicht oder nur in engen Grenzen genehmigt werden.
2. Zweitwohnsitz mit Abgabenpflicht
In liberaler geregelten Gemeinden – häufig in der Steiermark und in Kärnten – ist ein Zweitwohnsitz zulässig, wird aber über eine Zweit- oder Nebenwohnsitzabgabe belastet. Die Höhe richtet sich meist nach der Wohnnutzfläche und wird von der Gemeinde festgelegt. Kalkulieren Sie diese laufende Abgabe von Beginn an in Ihre Kostenrechnung ein.
3. Touristische Nutzung (Buy-to-let-Modell)
Der praktisch wichtigste Weg für Kapitalanleger: Die Einheit wird als Beherbergungsbetrieb gewidmet und über einen Betreiber gewerblich an Gäste vermietet. Eigennutzung ist möglich, aber vertraglich begrenzt – häufig auf zwei bis vier Wochen pro Jahr, teils saisonal eingeschränkt. Im Gegenzug entfällt das Freizeitwohnsitz-Problem, und die Immobilie wird umsatzsteuerlich als Unternehmen behandelt. Wie dieses Modell im Detail funktioniert, lesen Sie im Beitrag zu buy to let.
Alpine Regionen im Vergleich: Tirol, Salzburg, Steiermark und Kärnten
Der Aha-Moment für die meisten Interessenten entsteht beim direkten Vergleich: Die Kaufpreise unterscheiden sich zwischen den Bundesländern um den Faktor zwei bis drei – die erzielbaren Nächtigungsraten aber deutlich weniger. Genau daraus ergeben sich die Renditeunterschiede.
Kriterium | Tirol (Ötztal, Zillertal) | Salzburg (Saalbach, Pinzgau) | Steiermark (Schladming-Dachstein) | Kärnten (Nassfeld, Seenregion) |
|---|---|---|---|---|
Kaufpreis touristische Einheit (Richtwert/m²) | ca. 11.000–18.000 € | ca. 9.000–14.000 € | ca. 6.500–10.000 € | ca. 5.500–9.000 € |
Freizeitwohnsitz neu möglich? | faktisch nein | nur eingeschränkt | in vielen Gemeinden ja | überwiegend ja |
Saisonprofil | Winter dominiert, Sommer wachsend | Winter stark, Bike-Sommer etabliert | Ganzjahr, Events und Wandern | Sommer stark (Seen), Winter solide |
Typische Auslastung touristisch | ca. 55–70 % | ca. 55–70 % | ca. 50–65 % | ca. 45–60 % |
Realistische Bruttorendite p. a. | ca. 3,0–4,5 % | ca. 3,5–5,0 % | ca. 4,5–8,0 % | ca. 4,0–6,0 % |
Wertentwicklung/Knappheit | sehr hoch, Angebot minimal | hoch | mittel bis hoch | mittel |
Die Tabelle zeigt ein Muster, das im Alpenraum durchgängig gilt: Je strenger die Widmungslage und je bekannter die Destination, desto höher der Preis und desto niedriger die laufende Rendite. Tirol ist damit eher ein Werterhaltungsmarkt, die Steiermark und Kärnten sind Cashflow-Märkte. Salzburg liegt dazwischen – Orte wie Saalbach Hinterglemm kombinieren internationale Bekanntheit mit einer inzwischen tragfähigen Sommersaison.
Die Werte sind Orientierungsgrößen aus Marktbeobachtungen und ersetzen keine Objektprüfung. Entscheidend bleibt der einzelne Standort: Skigebietsanbindung, Betreiberqualität und Zimmerkategorie wirken stärker als der Landesdurchschnitt.
Kaufnebenkosten und Steuern, wenn Sie eine Ferienimmobilie in Österreich kaufen
Die Nebenkosten sind in Österreich transparent geregelt und liegen niedriger als in Deutschland:
Grunderwerbsteuer: 3,5 % vom Kaufpreis
Grundbucheintragungsgebühr: 1,1 % vom Kaufpreis
Vertragserrichtung und Treuhandschaft (Notar/Rechtsanwalt): rund 1–3 % zzgl. 20 % USt
Maklerprovision: bis zu 3 % zzgl. USt – bei Neubauprojekten vom Bauträger häufig nicht anfallend. Was das konkret bedeutet, erklärt der Beitrag was bedeutet provisionsfrei.
In Summe sollten Sie mit etwa 5 bis 8 % Erwerbsnebenkosten kalkulieren. Hinzu kommen laufende Positionen: Betriebskosten, Rücklage, Verwaltung, gegebenenfalls Zweitwohnsitzabgabe sowie Ortstaxe, die allerdings vom Gast getragen wird.
Umsatzsteuer: der oft unterschätzte Hebel
Wird die Ferienimmobilie gewerblich touristisch vermietet, gilt sie steuerlich als Unternehmen. Daraus folgt: Die im Kaufpreis enthaltene Umsatzsteuer von 20 % kann als Vorsteuer geltend gemacht werden, während die Beherbergungsumsätze mit dem ermäßigten Satz von 10 % versteuert werden. Für Käufer aus Deutschland bedeutet das eine spürbare Entlastung der Anfangsinvestition – vorausgesetzt, die Nutzung ist von Beginn an sauber aufgesetzt und wird über mindestens zehn Jahre durchgehalten, da sonst eine anteilige Vorsteuerberichtigung droht.
Zweiter Punkt: die Liebhabereiprüfung. Das österreichische Finanzamt erkennt Verluste nur an, wenn eine Prognoserechnung innerhalb des gesetzlichen Beobachtungszeitraums einen Gesamtüberschuss ausweist. Eine belastbare Prognose gehört deshalb zu jeder Kaufentscheidung dazu. Lassen Sie beides – Umsatzsteueroption und Prognoserechnung – von einem österreichischen Steuerberater prüfen.
Rendite realistisch einschätzen statt hochrechnen
Die häufigste Fehlkalkulation entsteht durch zu optimistische Auslastungsannahmen. Wer 80 % ansetzt, rechnet an der Realität vorbei: Alpine Destinationen haben Nebensaisonen im April/Mai und November, in denen kaum Nachfrage besteht. Seriöse Kalkulationen arbeiten mit 55 bis 70 % Jahresauslastung in Ganzjahresdestinationen und mit deutlich weniger in reinen Winterorten.
Ein Beispiel aus der Praxis: Beim Projekt PirklAlm Resort in der Steiermark wird mit einer Rendite von rund 8 % kalkuliert. Möglich wird das durch die Kombination aus vergleichsweise moderatem Einstiegspreis, Ganzjahresnachfrage in der Region Schladming-Dachstein und einem Betreiberkonzept mit fester Ertragsstruktur. In Tirol oder im Salzburger Land – etwa in Saalbach – liegen die Einstiegspreise höher, dafür ist die Preisstabilität der Objekte historisch ausgeprägter. Beides sind legitime Strategien, sie verfolgen nur unterschiedliche Ziele.
Rechnen Sie vor dem Kauf mit Ihren eigenen Zahlen: Kaufpreis inklusive Nebenkosten, realistische Auslastung, Betreiberanteil, Instandhaltungsrücklage, Finanzierungskosten und Eigennutzungswochen. Berechnen Sie Ihre persönliche Ferienimmobilien-Rendite mit dem Renditerechner von INVESTMENT & living – das dauert wenige Minuten und ersetzt jede überschlägige Daumenregel. Wie die einzelnen Kennzahlen methodisch aufgebaut sind, erläutert der Leitfaden immobilien rendite berechnen. Und wenn Sie grundsätzlich abwägen, ob sich das Modell für Sie eignet, liefert der Beitrag ferienimmobilie als kapitalanlage die Einordnung.
Schritt für Schritt zum Kauf
1. Nutzungsziel definieren
Steht die Eigennutzung im Vordergrund oder der Ertrag? Beides gleichzeitig zu maximieren, funktioniert nicht. Wer 12 Wochen im Jahr selbst nutzen will, verzichtet auf die ertragsstärksten Wochen und damit auf einen erheblichen Teil der Rendite.
2. Widmung prüfen
Verlangen Sie den Grundbuchauszug, den Flächenwidmungs- und Bebauungsplan sowie – bei bestehenden Objekten – den Nachweis der rechtmäßigen Freizeitwohnsitz-Eintragung. Eine mündliche Zusicherung des Verkäufers ist kein Nachweis.
3. Betreibervertrag lesen
Prüfen Sie Laufzeit, Kündigungsfristen, Verteilung der Instandhaltungspflichten, Eigennutzungsregelung und die Ertragsmechanik: fixe Pacht, Umsatzbeteiligung oder Poolmodell. Bei Poolmodellen entscheidet der Verteilungsschlüssel darüber, ob Ihre Einheit fair behandelt wird.
4. Finanzierung klären
Österreichische Banken finanzieren touristisch gewidmete Einheiten, verlangen aber meist 30 bis 40 % Eigenkapital und eine plausible Ertragsprognose. Deutsche Institute finanzieren österreichische Objekte nur selten.
5. Treuhandabwicklung nutzen
In Österreich wickelt ein Rechtsanwalt oder Notar den Kauf treuhändisch ab. Der Kaufpreis fließt erst, wenn die grundbücherliche Sicherstellung gewährleistet ist – ein wirksamer Schutzmechanismus, den Sie nicht umgehen sollten.
Typische Fehler, die Sie vermeiden können
Erstens: den Standort nach Urlaubsgefühl statt nach Nachfragedaten wählen. Zweitens: die Nebensaison ignorieren. Drittens: die Rücklage zu niedrig ansetzen – touristisch genutzte Einheiten verschleißen schneller als Dauermietwohnungen; 1,5 bis 2 % des Baukostenwerts pro Jahr sind ein realistischer Ansatz. Viertens: die steuerliche Struktur erst nach dem Kauf klären. Fünftens: einen Betreiber akzeptieren, ohne dessen Referenzobjekte und Auslastungshistorie geprüft zu haben.
Häufige Fragen zum Kauf einer Ferienimmobilie in Österreich
Darf ich als Deutscher eine Ferienimmobilie in Österreich kaufen?
Ja. Als Staatsangehöriger eines EU- oder EWR-Landes sind Sie beim Grunderwerb österreichischen Käufern gleichgestellt und benötigen keine gesonderte Ausländergenehmigung. Die Einschränkungen betreffen nicht Ihre Staatsangehörigkeit, sondern die Nutzungsart: Ob eine Einheit als Freizeitwohnsitz genutzt werden darf, entscheidet das jeweilige Landesrecht und die Gemeinde. Käufer aus Drittstaaten benötigen in der Regel eine Genehmigung der Grundverkehrsbehörde.
Was kostet eine Ferienimmobilie in Österreich in den Alpen?
Die Spanne ist groß. In Tiroler Top-Destinationen liegen touristisch gewidmete Neubaueinheiten häufig bei 11.000 bis 18.000 Euro pro Quadratmeter, im Salzburger Land bei rund 9.000 bis 14.000 Euro. In der Steiermark und in Kärnten beginnt der Markt deutlich darunter, etwa ab 5.500 bis 6.500 Euro pro Quadratmeter. Hinzu kommen rund 5 bis 8 % Kaufnebenkosten. Für eine 50-Quadratmeter-Einheit ergibt das je nach Region ein Gesamtinvestment zwischen etwa 300.000 und 950.000 Euro.
Darf ich die Immobilie selbst nutzen, wenn sie touristisch vermietet wird?
In der Regel ja, aber begrenzt. Betreiberverträge sehen üblicherweise zwei bis vier Eigennutzungswochen pro Jahr vor, oft mit saisonalen Sperrzeiten in den Hochsaisonwochen. Manche Modelle erlauben mehr Eigennutzung, reduzieren dafür aber den Ertragsanteil. Prüfen Sie diese Klausel vor Vertragsunterzeichnung genau – sie ist der direkteste Hebel zwischen Freizeitwert und Rendite.
Welche Region eignet sich am besten für Kapitalanleger?
Das hängt vom Ziel ab. Für maximale laufende Erträge sind Ganzjahresdestinationen mit moderatem Einstiegspreis interessant, etwa die Region Schladming-Dachstein in der Steiermark oder Teile Kärntens. Wer Wertstabilität und Angebotsknappheit priorisiert, findet diese eher in Tirol und im Salzburger Land. Eine belastbare Entscheidung ergibt sich erst aus dem Vergleich konkreter Objekte mit echten Auslastungs- und Kostendaten – nicht aus Regionsdurchschnitten.
Fazit
Eine Ferienimmobilie in Österreich kaufen heißt vor allem: Widmung, Betreiberkonzept und Steuerstruktur vor dem Kaufpreis prüfen. Der Markt ist reguliert, aber gerade deshalb stabil – knappe Widmungen stützen die Werte, und die touristische Nachfrage im Alpenraum ist über Jahrzehnte hinweg gewachsen. Entscheidend ist, dass Sie Ihr eigenes Nutzungsziel klar definieren und die Zahlen konservativ rechnen.
Aktuelle Projekte in Tirol, Salzburg, der Steiermark und Kärnten samt Kalkulationsgrundlagen, Betreiberkonzepten und rechtlichen Rahmendaten finden Sie bei INVESTMENT & living. Sprechen Sie uns an, wenn Sie zwei oder drei Standorte konkret gegenüberstellen möchten.
Ferienimmobilie Österreich kaufen: Regionen, Recht und Rendite im Überblick
Wer eine Ferienimmobilie in Österreich kaufen will, bewegt sich in einem Markt, der sich von Deutschland in einem entscheidenden Punkt unterscheidet: Nicht der Bund, sondern die neun Bundesländer regeln, wer wo eine Zweit- oder Ferienwohnung erwerben und wie er sie nutzen darf. Genau daran scheitern viele Kaufinteressenten – nicht am Preis, sondern an der Widmung. Dieser Beitrag zeigt, welche rechtlichen Rahmenbedingungen gelten, wie sich die alpinen Regionen Tirol, Salzburg und Steiermark voneinander unterscheiden und mit welchen Kosten und Erträgen Sie realistisch rechnen können.
Warum der österreichische Markt für Ferienimmobilien anders funktioniert
Österreich zählt rund 150 Millionen Nächtigungen pro Jahr bei etwa neun Millionen Einwohnern. Der Tourismus ist kein Nebenschauplatz, sondern eine tragende Säule der Volkswirtschaft – und entsprechend reguliert. In vielen alpinen Gemeinden liegt der Anteil an Zweitwohnsitzen so hoch, dass die Länder die Neuschaffung von Freizeitwohnsitzen stark eingeschränkt oder vollständig gestoppt haben. Das verknappt das Angebot und stützt die Preise, verlangt aber auch eine sorgfältige Prüfung vor dem Kauf.
Für Käufer aus dem EU-Raum gilt grundsätzlich Gleichbehandlung: EU- und EWR-Bürger sind österreichischen Staatsbürgern beim Grunderwerb gleichgestellt. Erwerber aus Drittstaaten – etwa aus der Schweiz oder dem Vereinigten Königreich – benötigen dagegen in der Regel eine Genehmigung der zuständigen Grundverkehrsbehörde. Der Genehmigungsvorbehalt gilt je nach Bundesland unterschiedlich streng.
Freizeitwohnsitz, Zweitwohnsitz, touristische Nutzung: die drei Modelle
Bevor Sie eine Ferienimmobilie in Österreich kaufen, sollten Sie wissen, in welcher der drei Nutzungskategorien sich das Objekt bewegt. Sie bestimmt Preis, Vermietbarkeit und steuerliche Behandlung.
1. Freizeitwohnsitz
Ein Freizeitwohnsitz darf ausschließlich zu Erholungszwecken genutzt werden und ist nicht der Hauptwohnsitz. Für diese Widmung braucht es eine entsprechende Eintragung im Freizeitwohnsitzverzeichnis der Gemeinde. In Tirol sind Neuwidmungen seit Jahren praktisch ausgeschlossen; bestehende, rechtmäßig gewidmete Objekte werden dadurch zur knappen Ware und erzielen deutliche Preisaufschläge. Auch Salzburg arbeitet mit sogenannten Zweitwohnungs-Beschränkungsgemeinden, in denen neue Zweitwohnsitze nicht oder nur in engen Grenzen genehmigt werden.
2. Zweitwohnsitz mit Abgabenpflicht
In liberaler geregelten Gemeinden – häufig in der Steiermark und in Kärnten – ist ein Zweitwohnsitz zulässig, wird aber über eine Zweit- oder Nebenwohnsitzabgabe belastet. Die Höhe richtet sich meist nach der Wohnnutzfläche und wird von der Gemeinde festgelegt. Kalkulieren Sie diese laufende Abgabe von Beginn an in Ihre Kostenrechnung ein.
3. Touristische Nutzung (Buy-to-let-Modell)
Der praktisch wichtigste Weg für Kapitalanleger: Die Einheit wird als Beherbergungsbetrieb gewidmet und über einen Betreiber gewerblich an Gäste vermietet. Eigennutzung ist möglich, aber vertraglich begrenzt – häufig auf zwei bis vier Wochen pro Jahr, teils saisonal eingeschränkt. Im Gegenzug entfällt das Freizeitwohnsitz-Problem, und die Immobilie wird umsatzsteuerlich als Unternehmen behandelt. Wie dieses Modell im Detail funktioniert, lesen Sie im Beitrag zu buy to let.
Alpine Regionen im Vergleich: Tirol, Salzburg, Steiermark und Kärnten
Der Aha-Moment für die meisten Interessenten entsteht beim direkten Vergleich: Die Kaufpreise unterscheiden sich zwischen den Bundesländern um den Faktor zwei bis drei – die erzielbaren Nächtigungsraten aber deutlich weniger. Genau daraus ergeben sich die Renditeunterschiede.
Kriterium | Tirol (Ötztal, Zillertal) | Salzburg (Saalbach, Pinzgau) | Steiermark (Schladming-Dachstein) | Kärnten (Nassfeld, Seenregion) |
|---|---|---|---|---|
Kaufpreis touristische Einheit (Richtwert/m²) | ca. 11.000–18.000 € | ca. 9.000–14.000 € | ca. 6.500–10.000 € | ca. 5.500–9.000 € |
Freizeitwohnsitz neu möglich? | faktisch nein | nur eingeschränkt | in vielen Gemeinden ja | überwiegend ja |
Saisonprofil | Winter dominiert, Sommer wachsend | Winter stark, Bike-Sommer etabliert | Ganzjahr, Events und Wandern | Sommer stark (Seen), Winter solide |
Typische Auslastung touristisch | ca. 55–70 % | ca. 55–70 % | ca. 50–65 % | ca. 45–60 % |
Realistische Bruttorendite p. a. | ca. 3,0–4,5 % | ca. 3,5–5,0 % | ca. 4,5–8,0 % | ca. 4,0–6,0 % |
Wertentwicklung/Knappheit | sehr hoch, Angebot minimal | hoch | mittel bis hoch | mittel |
Die Tabelle zeigt ein Muster, das im Alpenraum durchgängig gilt: Je strenger die Widmungslage und je bekannter die Destination, desto höher der Preis und desto niedriger die laufende Rendite. Tirol ist damit eher ein Werterhaltungsmarkt, die Steiermark und Kärnten sind Cashflow-Märkte. Salzburg liegt dazwischen – Orte wie Saalbach Hinterglemm kombinieren internationale Bekanntheit mit einer inzwischen tragfähigen Sommersaison.
Die Werte sind Orientierungsgrößen aus Marktbeobachtungen und ersetzen keine Objektprüfung. Entscheidend bleibt der einzelne Standort: Skigebietsanbindung, Betreiberqualität und Zimmerkategorie wirken stärker als der Landesdurchschnitt.
Kaufnebenkosten und Steuern, wenn Sie eine Ferienimmobilie in Österreich kaufen
Die Nebenkosten sind in Österreich transparent geregelt und liegen niedriger als in Deutschland:
Grunderwerbsteuer: 3,5 % vom Kaufpreis
Grundbucheintragungsgebühr: 1,1 % vom Kaufpreis
Vertragserrichtung und Treuhandschaft (Notar/Rechtsanwalt): rund 1–3 % zzgl. 20 % USt
Maklerprovision: bis zu 3 % zzgl. USt – bei Neubauprojekten vom Bauträger häufig nicht anfallend. Was das konkret bedeutet, erklärt der Beitrag was bedeutet provisionsfrei.
In Summe sollten Sie mit etwa 5 bis 8 % Erwerbsnebenkosten kalkulieren. Hinzu kommen laufende Positionen: Betriebskosten, Rücklage, Verwaltung, gegebenenfalls Zweitwohnsitzabgabe sowie Ortstaxe, die allerdings vom Gast getragen wird.
Umsatzsteuer: der oft unterschätzte Hebel
Wird die Ferienimmobilie gewerblich touristisch vermietet, gilt sie steuerlich als Unternehmen. Daraus folgt: Die im Kaufpreis enthaltene Umsatzsteuer von 20 % kann als Vorsteuer geltend gemacht werden, während die Beherbergungsumsätze mit dem ermäßigten Satz von 10 % versteuert werden. Für Käufer aus Deutschland bedeutet das eine spürbare Entlastung der Anfangsinvestition – vorausgesetzt, die Nutzung ist von Beginn an sauber aufgesetzt und wird über mindestens zehn Jahre durchgehalten, da sonst eine anteilige Vorsteuerberichtigung droht.
Zweiter Punkt: die Liebhabereiprüfung. Das österreichische Finanzamt erkennt Verluste nur an, wenn eine Prognoserechnung innerhalb des gesetzlichen Beobachtungszeitraums einen Gesamtüberschuss ausweist. Eine belastbare Prognose gehört deshalb zu jeder Kaufentscheidung dazu. Lassen Sie beides – Umsatzsteueroption und Prognoserechnung – von einem österreichischen Steuerberater prüfen.
Rendite realistisch einschätzen statt hochrechnen
Die häufigste Fehlkalkulation entsteht durch zu optimistische Auslastungsannahmen. Wer 80 % ansetzt, rechnet an der Realität vorbei: Alpine Destinationen haben Nebensaisonen im April/Mai und November, in denen kaum Nachfrage besteht. Seriöse Kalkulationen arbeiten mit 55 bis 70 % Jahresauslastung in Ganzjahresdestinationen und mit deutlich weniger in reinen Winterorten.
Ein Beispiel aus der Praxis: Beim Projekt PirklAlm Resort in der Steiermark wird mit einer Rendite von rund 8 % kalkuliert. Möglich wird das durch die Kombination aus vergleichsweise moderatem Einstiegspreis, Ganzjahresnachfrage in der Region Schladming-Dachstein und einem Betreiberkonzept mit fester Ertragsstruktur. In Tirol oder im Salzburger Land – etwa in Saalbach – liegen die Einstiegspreise höher, dafür ist die Preisstabilität der Objekte historisch ausgeprägter. Beides sind legitime Strategien, sie verfolgen nur unterschiedliche Ziele.
Rechnen Sie vor dem Kauf mit Ihren eigenen Zahlen: Kaufpreis inklusive Nebenkosten, realistische Auslastung, Betreiberanteil, Instandhaltungsrücklage, Finanzierungskosten und Eigennutzungswochen. Berechnen Sie Ihre persönliche Ferienimmobilien-Rendite mit dem Renditerechner von INVESTMENT & living – das dauert wenige Minuten und ersetzt jede überschlägige Daumenregel. Wie die einzelnen Kennzahlen methodisch aufgebaut sind, erläutert der Leitfaden immobilien rendite berechnen. Und wenn Sie grundsätzlich abwägen, ob sich das Modell für Sie eignet, liefert der Beitrag ferienimmobilie als kapitalanlage die Einordnung.
Schritt für Schritt zum Kauf
1. Nutzungsziel definieren
Steht die Eigennutzung im Vordergrund oder der Ertrag? Beides gleichzeitig zu maximieren, funktioniert nicht. Wer 12 Wochen im Jahr selbst nutzen will, verzichtet auf die ertragsstärksten Wochen und damit auf einen erheblichen Teil der Rendite.
2. Widmung prüfen
Verlangen Sie den Grundbuchauszug, den Flächenwidmungs- und Bebauungsplan sowie – bei bestehenden Objekten – den Nachweis der rechtmäßigen Freizeitwohnsitz-Eintragung. Eine mündliche Zusicherung des Verkäufers ist kein Nachweis.
3. Betreibervertrag lesen
Prüfen Sie Laufzeit, Kündigungsfristen, Verteilung der Instandhaltungspflichten, Eigennutzungsregelung und die Ertragsmechanik: fixe Pacht, Umsatzbeteiligung oder Poolmodell. Bei Poolmodellen entscheidet der Verteilungsschlüssel darüber, ob Ihre Einheit fair behandelt wird.
4. Finanzierung klären
Österreichische Banken finanzieren touristisch gewidmete Einheiten, verlangen aber meist 30 bis 40 % Eigenkapital und eine plausible Ertragsprognose. Deutsche Institute finanzieren österreichische Objekte nur selten.
5. Treuhandabwicklung nutzen
In Österreich wickelt ein Rechtsanwalt oder Notar den Kauf treuhändisch ab. Der Kaufpreis fließt erst, wenn die grundbücherliche Sicherstellung gewährleistet ist – ein wirksamer Schutzmechanismus, den Sie nicht umgehen sollten.
Typische Fehler, die Sie vermeiden können
Erstens: den Standort nach Urlaubsgefühl statt nach Nachfragedaten wählen. Zweitens: die Nebensaison ignorieren. Drittens: die Rücklage zu niedrig ansetzen – touristisch genutzte Einheiten verschleißen schneller als Dauermietwohnungen; 1,5 bis 2 % des Baukostenwerts pro Jahr sind ein realistischer Ansatz. Viertens: die steuerliche Struktur erst nach dem Kauf klären. Fünftens: einen Betreiber akzeptieren, ohne dessen Referenzobjekte und Auslastungshistorie geprüft zu haben.
Häufige Fragen zum Kauf einer Ferienimmobilie in Österreich
Darf ich als Deutscher eine Ferienimmobilie in Österreich kaufen?
Ja. Als Staatsangehöriger eines EU- oder EWR-Landes sind Sie beim Grunderwerb österreichischen Käufern gleichgestellt und benötigen keine gesonderte Ausländergenehmigung. Die Einschränkungen betreffen nicht Ihre Staatsangehörigkeit, sondern die Nutzungsart: Ob eine Einheit als Freizeitwohnsitz genutzt werden darf, entscheidet das jeweilige Landesrecht und die Gemeinde. Käufer aus Drittstaaten benötigen in der Regel eine Genehmigung der Grundverkehrsbehörde.
Was kostet eine Ferienimmobilie in Österreich in den Alpen?
Die Spanne ist groß. In Tiroler Top-Destinationen liegen touristisch gewidmete Neubaueinheiten häufig bei 11.000 bis 18.000 Euro pro Quadratmeter, im Salzburger Land bei rund 9.000 bis 14.000 Euro. In der Steiermark und in Kärnten beginnt der Markt deutlich darunter, etwa ab 5.500 bis 6.500 Euro pro Quadratmeter. Hinzu kommen rund 5 bis 8 % Kaufnebenkosten. Für eine 50-Quadratmeter-Einheit ergibt das je nach Region ein Gesamtinvestment zwischen etwa 300.000 und 950.000 Euro.
Darf ich die Immobilie selbst nutzen, wenn sie touristisch vermietet wird?
In der Regel ja, aber begrenzt. Betreiberverträge sehen üblicherweise zwei bis vier Eigennutzungswochen pro Jahr vor, oft mit saisonalen Sperrzeiten in den Hochsaisonwochen. Manche Modelle erlauben mehr Eigennutzung, reduzieren dafür aber den Ertragsanteil. Prüfen Sie diese Klausel vor Vertragsunterzeichnung genau – sie ist der direkteste Hebel zwischen Freizeitwert und Rendite.
Welche Region eignet sich am besten für Kapitalanleger?
Das hängt vom Ziel ab. Für maximale laufende Erträge sind Ganzjahresdestinationen mit moderatem Einstiegspreis interessant, etwa die Region Schladming-Dachstein in der Steiermark oder Teile Kärntens. Wer Wertstabilität und Angebotsknappheit priorisiert, findet diese eher in Tirol und im Salzburger Land. Eine belastbare Entscheidung ergibt sich erst aus dem Vergleich konkreter Objekte mit echten Auslastungs- und Kostendaten – nicht aus Regionsdurchschnitten.
Fazit
Eine Ferienimmobilie in Österreich kaufen heißt vor allem: Widmung, Betreiberkonzept und Steuerstruktur vor dem Kaufpreis prüfen. Der Markt ist reguliert, aber gerade deshalb stabil – knappe Widmungen stützen die Werte, und die touristische Nachfrage im Alpenraum ist über Jahrzehnte hinweg gewachsen. Entscheidend ist, dass Sie Ihr eigenes Nutzungsziel klar definieren und die Zahlen konservativ rechnen.
Aktuelle Projekte in Tirol, Salzburg, der Steiermark und Kärnten samt Kalkulationsgrundlagen, Betreiberkonzepten und rechtlichen Rahmendaten finden Sie bei INVESTMENT & living. Sprechen Sie uns an, wenn Sie zwei oder drei Standorte konkret gegenüberstellen möchten.









