Kaufnebenkosten Immobilien: Österreich, Deutschland und Spanien im Vergleich

  • Georg Micheu

    Geschäftsführer

  • Kategorie

    Residential

  • Zeit

    9 min. Lesezeit

Kaufnebenkosten beim Immobilienerwerb: Österreich, Deutschland und Spanien im direkten Vergleich

Wer eine Immobilie erwirbt, plant in der Regel mit dem Kaufpreis – und unterschätzt häufig die zusätzlichen Erwerbskosten. Diese sogenannten Kaufnebenkosten können je nach Land zwischen rund 6 % und über 15 % des Kaufpreises ausmachen. Für Anlegerinnen und Anleger, die international investieren möchten, ist ein genauer Blick auf die Kostenstruktur in den jeweiligen Ländern entscheidend, um die Gesamtrendite einer Immobilie realistisch zu kalkulieren.

In diesem Beitrag erhalten Sie einen strukturierten Überblick über die typischen Nebenkosten beim Immobilienkauf in Österreich, Deutschland und Spanien. Sie erfahren, welche Positionen üblich sind, wie hoch sie ausfallen und worauf Sie bei der Kalkulation achten sollten.

Warum die Kaufnebenkosten so wichtig sind

Die Kaufnebenkosten sind jene Beträge, die zusätzlich zum eigentlichen Kaufpreis anfallen. Dazu zählen typischerweise Steuern, Notar- und Grundbuchgebühren, Maklerprovisionen sowie länderspezifische Abgaben. Für die Finanzierungsplanung sind sie aus zwei Gründen relevant:

  • Sie müssen in der Regel aus Eigenmitteln aufgebracht werden, da Banken sie üblicherweise nicht mitfinanzieren.

  • Sie beeinflussen die effektive Anschaffungssumme und damit die Renditeberechnung über die gesamte Haltedauer.

Eine fundierte Vorbereitung schützt vor unangenehmen Überraschungen. Wenn Sie sich grundsätzlich mit dem Thema Vermögensaufbau über Immobilien beschäftigen, finden Sie weiterführende Überlegungen in unserem Beitrag zur Immobilie als Kapitalanlage 2026.

Kaufnebenkosten in Österreich

In Österreich ist die Struktur der Kaufnebenkosten klar geregelt und für Käufer gut nachvollziehbar. Folgende Positionen fallen typischerweise an:

Grunderwerbsteuer

Die Grunderwerbsteuer beträgt in der Regel 3,5 % des Kaufpreises. Bei Übertragungen innerhalb der Familie kommen abweichende, gestaffelte Sätze zur Anwendung, die deutlich niedriger ausfallen können.

Grundbucheintragungsgebühr

Für die Eintragung des Eigentumsrechts im Grundbuch werden 1,1 % des Kaufpreises fällig. Wird zusätzlich eine Hypothek eingetragen, kommen weitere 1,2 % der Pfandsumme hinzu.

Notar- und Vertragserrichtungskosten

Der Kaufvertrag wird üblicherweise von einem Notar oder Rechtsanwalt erstellt. Die Kosten liegen je nach Aufwand und Kaufpreis bei etwa 1 % bis 3 % zuzüglich Umsatzsteuer.

Maklerprovision

Die Maklerprovision beträgt in Österreich für den Käufer in der Regel bis zu 3 % des Kaufpreises zuzüglich 20 % Umsatzsteuer. Seit der Einführung des Bestellerprinzips im Mietbereich gelten dort andere Regeln; beim Kauf bleibt die Provision in der Praxis weiterhin üblich.

In Summe sollten Sie in Österreich mit Kaufnebenkosten von etwa 9 % bis 11 % des Kaufpreises rechnen.

Kaufnebenkosten in Deutschland

In Deutschland hängt ein wesentlicher Teil der Nebenkosten vom Bundesland ab, in dem die Immobilie liegt. Das gilt insbesondere für die Grunderwerbsteuer.

Grunderwerbsteuer

Die Sätze variieren je nach Bundesland zwischen 3,5 % (Bayern, Sachsen) und 6,5 % (etwa Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Saarland, Schleswig-Holstein, Thüringen). Damit ist die Grunderwerbsteuer der größte Einzelposten innerhalb der deutschen Kaufnebenkosten.

Notar- und Grundbuchkosten

Für die notarielle Beurkundung des Kaufvertrags und die Grundbucheintragung fallen zusammen rund 1,5 % bis 2 % des Kaufpreises an. Die Höhe ist gesetzlich geregelt.

Maklerprovision

Seit Ende 2020 gilt in Deutschland beim Kauf von Wohnimmobilien durch Privatpersonen das Prinzip der geteilten Maklercourtage. Käufer und Verkäufer tragen die Provision jeweils zur Hälfte. Üblich sind insgesamt 5,95 % bis 7,14 % inklusive Umsatzsteuer, sodass auf den Käufer rund 3 % bis 3,57 % entfallen.

Die gesamten Kaufnebenkosten liegen in Deutschland je nach Bundesland und Maklerbeteiligung bei etwa 8 % bis 12 % des Kaufpreises.

Kaufnebenkosten in Spanien

Spanien ist ein beliebter Markt für internationale Käufer, insbesondere in Küstenregionen und auf den Inseln. Die Nebenkosten weichen strukturell deutlich von der Situation in Österreich und Deutschland ab und unterscheiden sich zudem zwischen Bestands- und Neubauimmobilien.

Steuern beim Erwerb

Beim Kauf einer gebrauchten Immobilie fällt die Impuesto sobre Transmisiones Patrimoniales (ITP) an. Der Satz hängt von der jeweiligen autonomen Region ab und liegt typischerweise zwischen 6 % und 10 %. In Andalusien gelten beispielsweise 7 %, auf den Balearen je nach Kaufpreis 8 % bis 11,5 %, in Katalonien zwischen 10 % und 11 %.

Bei Neubauimmobilien direkt vom Bauträger werden hingegen 10 % Mehrwertsteuer (IVA) sowie zusätzlich rund 1,2 % bis 1,5 % Stempelsteuer (AJD) fällig.

Notar-, Registrierungs- und Anwaltskosten

Notar- und Grundbuchkosten zusammen liegen in der Regel bei etwa 1 % bis 2 % des Kaufpreises. International tätige Käufer ziehen meist zusätzlich einen spanischen Anwalt (abogado) hinzu, der den Vertrag prüft, die Eintragung begleitet und die Kommunikation mit Behörden übernimmt. Hierfür sollten Sie weitere 1 % bis 1,5 % einplanen.

Maklerprovision

In Spanien wird die Maklerprovision üblicherweise vom Verkäufer getragen und ist bereits im Kaufpreis enthalten. Sie liegt häufig zwischen 3 % und 6 %. Für den Käufer entstehen daraus in der Regel keine direkten zusätzlichen Kosten.

Weitere Posten

Hinzu kommen Gebühren für die Beantragung der spanischen Steuernummer (NIE), Bankgebühren bei der Eröffnung eines Kontos sowie unter Umständen Kosten für eine Bewertung der Immobilie, wenn eine Finanzierung in Spanien aufgenommen wird.

In Summe sollten Sie in Spanien mit Kaufnebenkosten von etwa 10 % bis 15 % rechnen, in einzelnen Regionen auch darüber.

Der Aha-Moment: Direkter Vergleich auf einen Blick

Die folgende Tabelle zeigt die typischen Bandbreiten der Kaufnebenkosten in den drei Ländern. Sie ermöglicht eine schnelle Einordnung, allerdings ohne Anspruch auf Vollständigkeit im Einzelfall.

Position

Österreich

Deutschland

Spanien (Bestand)

Grunderwerbsteuer / ITP

3,5 %

3,5 % – 6,5 %

6 % – 11,5 %

Grundbuch / Registrierung

1,1 % (+ ggf. 1,2 % Pfandrecht)

ca. 0,5 %

ca. 0,5 % – 1 %

Notar / Vertrag

1 % – 3 % (zzgl. USt.)

ca. 1 % – 1,5 %

ca. 0,5 % – 1 %

Anwalt (optional)

im Vertrag enthalten

nicht üblich

1 % – 1,5 %

Maklerprovision Käufer

bis 3,6 % inkl. USt.

ca. 3 % – 3,57 % inkl. USt.

üblicherweise 0 %

Summe Kaufnebenkosten

ca. 9 % – 11 %

ca. 8 % – 12 %

ca. 10 % – 15 %

Der eigentliche Aha-Moment liegt nicht allein in den Prozentsätzen, sondern in der unterschiedlichen Verteilung: Während in Österreich die Belastung verlässlich und transparent ausfällt, schwanken die deutschen Nebenkosten stark zwischen den Bundesländern. In Spanien wiederum entfällt die Maklerprovision für den Käufer typischerweise, dafür sind Steuern und regional bedingte Abgaben höher.

Praktische Hinweise für Käufer

Eigenkapitalplanung

Banken finanzieren in der Regel den Kaufpreis, jedoch nicht die Nebenkosten. Wer ein Investment plant, sollte die genannten Prozentsätze als zusätzliches Eigenkapital einplanen. Bei einer Immobilie im Wert von 400.000 Euro bedeutet dies je nach Land 32.000 bis 60.000 Euro zusätzliche Mittel.

Auswirkungen auf die Rendite

Höhere Kaufnebenkosten verlängern die Amortisationsdauer. Bei einer angenommenen Nettomietrendite von 4 % können zwei Prozentpunkte mehr Nebenkosten die Rückflussdauer um mehrere Monate verschieben. Insbesondere bei kürzerer geplanter Haltedauer wirkt sich dieser Effekt deutlich aus.

Steuerliche Aspekte

In allen drei Ländern können Kaufnebenkosten unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich relevant werden – etwa über die Abschreibung der Anschaffungskosten bei vermieteten Objekten. Die konkreten Regeln unterscheiden sich, weshalb eine länderspezifische Beratung sinnvoll ist.

Sprachliche und rechtliche Besonderheiten

Beim Kauf in Spanien kommen häufig fremdsprachige Dokumente und ein abweichendes Rechtssystem hinzu. Ein unabhängiger Anwalt sowie ein vereidigter Übersetzer können hier eine wichtige Rolle spielen. In Deutschland und Österreich übernimmt der Notar einen Teil dieser Aufgaben, ersetzt jedoch keine eigenständige Prüfung der Vertragsinhalte.

Welches Land ist am günstigsten?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Wer auf reine Nebenkosten schaut, findet in Bayern oder Sachsen mit 3,5 % Grunderwerbsteuer attraktive Bedingungen. In Österreich profitieren Käufer von einer stabilen und vorhersehbaren Struktur. Spanien ist insbesondere dann interessant, wenn die Bruttorendite über Lage, Tourismusnachfrage oder Wertentwicklung die höheren Erwerbskosten ausgleicht.

Wichtig ist, die Nebenkosten immer im Gesamtkontext zu betrachten: Kaufpreisniveau, Mietrendite, Wertsteigerungspotenzial, laufende Kosten und steuerliche Behandlung im jeweiligen Land sind zusammen entscheidend.

Zusammenfassung

Kaufnebenkosten sind ein wesentlicher Teil jeder Immobilieninvestition. In Österreich liegen sie in einem nachvollziehbaren Korridor von rund 9 % bis 11 %. In Deutschland reichen sie je nach Bundesland und Maklerbeteiligung von etwa 8 % bis 12 %. In Spanien sind je nach Region und Objektart 10 % bis 15 % einzuplanen.

Für eine fundierte Entscheidung empfiehlt sich eine länderspezifische Kalkulation aller Positionen sowie eine ehrliche Einschätzung der eigenen Haltedauer und Renditeerwartung.

Ihr nächster Schritt

Sie möchten den Kauf einer Immobilie im In- oder Ausland strukturiert planen und benötigen eine Einschätzung Ihrer individuellen Situation? Auf investmentandliving.com finden Sie weiterführende Informationen, aktuelle Marktanalysen und die Möglichkeit, Kontakt zu unseren Beraterinnen und Beratern aufzunehmen. So planen Sie Ihre nächste Investition mit einer klaren Datenbasis – inklusive aller Nebenkosten.

Kaufnebenkosten beim Immobilienerwerb: Österreich, Deutschland und Spanien im direkten Vergleich

Wer eine Immobilie erwirbt, plant in der Regel mit dem Kaufpreis – und unterschätzt häufig die zusätzlichen Erwerbskosten. Diese sogenannten Kaufnebenkosten können je nach Land zwischen rund 6 % und über 15 % des Kaufpreises ausmachen. Für Anlegerinnen und Anleger, die international investieren möchten, ist ein genauer Blick auf die Kostenstruktur in den jeweiligen Ländern entscheidend, um die Gesamtrendite einer Immobilie realistisch zu kalkulieren.

In diesem Beitrag erhalten Sie einen strukturierten Überblick über die typischen Nebenkosten beim Immobilienkauf in Österreich, Deutschland und Spanien. Sie erfahren, welche Positionen üblich sind, wie hoch sie ausfallen und worauf Sie bei der Kalkulation achten sollten.

Warum die Kaufnebenkosten so wichtig sind

Die Kaufnebenkosten sind jene Beträge, die zusätzlich zum eigentlichen Kaufpreis anfallen. Dazu zählen typischerweise Steuern, Notar- und Grundbuchgebühren, Maklerprovisionen sowie länderspezifische Abgaben. Für die Finanzierungsplanung sind sie aus zwei Gründen relevant:

  • Sie müssen in der Regel aus Eigenmitteln aufgebracht werden, da Banken sie üblicherweise nicht mitfinanzieren.

  • Sie beeinflussen die effektive Anschaffungssumme und damit die Renditeberechnung über die gesamte Haltedauer.

Eine fundierte Vorbereitung schützt vor unangenehmen Überraschungen. Wenn Sie sich grundsätzlich mit dem Thema Vermögensaufbau über Immobilien beschäftigen, finden Sie weiterführende Überlegungen in unserem Beitrag zur Immobilie als Kapitalanlage 2026.

Kaufnebenkosten in Österreich

In Österreich ist die Struktur der Kaufnebenkosten klar geregelt und für Käufer gut nachvollziehbar. Folgende Positionen fallen typischerweise an:

Grunderwerbsteuer

Die Grunderwerbsteuer beträgt in der Regel 3,5 % des Kaufpreises. Bei Übertragungen innerhalb der Familie kommen abweichende, gestaffelte Sätze zur Anwendung, die deutlich niedriger ausfallen können.

Grundbucheintragungsgebühr

Für die Eintragung des Eigentumsrechts im Grundbuch werden 1,1 % des Kaufpreises fällig. Wird zusätzlich eine Hypothek eingetragen, kommen weitere 1,2 % der Pfandsumme hinzu.

Notar- und Vertragserrichtungskosten

Der Kaufvertrag wird üblicherweise von einem Notar oder Rechtsanwalt erstellt. Die Kosten liegen je nach Aufwand und Kaufpreis bei etwa 1 % bis 3 % zuzüglich Umsatzsteuer.

Maklerprovision

Die Maklerprovision beträgt in Österreich für den Käufer in der Regel bis zu 3 % des Kaufpreises zuzüglich 20 % Umsatzsteuer. Seit der Einführung des Bestellerprinzips im Mietbereich gelten dort andere Regeln; beim Kauf bleibt die Provision in der Praxis weiterhin üblich.

In Summe sollten Sie in Österreich mit Kaufnebenkosten von etwa 9 % bis 11 % des Kaufpreises rechnen.

Kaufnebenkosten in Deutschland

In Deutschland hängt ein wesentlicher Teil der Nebenkosten vom Bundesland ab, in dem die Immobilie liegt. Das gilt insbesondere für die Grunderwerbsteuer.

Grunderwerbsteuer

Die Sätze variieren je nach Bundesland zwischen 3,5 % (Bayern, Sachsen) und 6,5 % (etwa Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Saarland, Schleswig-Holstein, Thüringen). Damit ist die Grunderwerbsteuer der größte Einzelposten innerhalb der deutschen Kaufnebenkosten.

Notar- und Grundbuchkosten

Für die notarielle Beurkundung des Kaufvertrags und die Grundbucheintragung fallen zusammen rund 1,5 % bis 2 % des Kaufpreises an. Die Höhe ist gesetzlich geregelt.

Maklerprovision

Seit Ende 2020 gilt in Deutschland beim Kauf von Wohnimmobilien durch Privatpersonen das Prinzip der geteilten Maklercourtage. Käufer und Verkäufer tragen die Provision jeweils zur Hälfte. Üblich sind insgesamt 5,95 % bis 7,14 % inklusive Umsatzsteuer, sodass auf den Käufer rund 3 % bis 3,57 % entfallen.

Die gesamten Kaufnebenkosten liegen in Deutschland je nach Bundesland und Maklerbeteiligung bei etwa 8 % bis 12 % des Kaufpreises.

Kaufnebenkosten in Spanien

Spanien ist ein beliebter Markt für internationale Käufer, insbesondere in Küstenregionen und auf den Inseln. Die Nebenkosten weichen strukturell deutlich von der Situation in Österreich und Deutschland ab und unterscheiden sich zudem zwischen Bestands- und Neubauimmobilien.

Steuern beim Erwerb

Beim Kauf einer gebrauchten Immobilie fällt die Impuesto sobre Transmisiones Patrimoniales (ITP) an. Der Satz hängt von der jeweiligen autonomen Region ab und liegt typischerweise zwischen 6 % und 10 %. In Andalusien gelten beispielsweise 7 %, auf den Balearen je nach Kaufpreis 8 % bis 11,5 %, in Katalonien zwischen 10 % und 11 %.

Bei Neubauimmobilien direkt vom Bauträger werden hingegen 10 % Mehrwertsteuer (IVA) sowie zusätzlich rund 1,2 % bis 1,5 % Stempelsteuer (AJD) fällig.

Notar-, Registrierungs- und Anwaltskosten

Notar- und Grundbuchkosten zusammen liegen in der Regel bei etwa 1 % bis 2 % des Kaufpreises. International tätige Käufer ziehen meist zusätzlich einen spanischen Anwalt (abogado) hinzu, der den Vertrag prüft, die Eintragung begleitet und die Kommunikation mit Behörden übernimmt. Hierfür sollten Sie weitere 1 % bis 1,5 % einplanen.

Maklerprovision

In Spanien wird die Maklerprovision üblicherweise vom Verkäufer getragen und ist bereits im Kaufpreis enthalten. Sie liegt häufig zwischen 3 % und 6 %. Für den Käufer entstehen daraus in der Regel keine direkten zusätzlichen Kosten.

Weitere Posten

Hinzu kommen Gebühren für die Beantragung der spanischen Steuernummer (NIE), Bankgebühren bei der Eröffnung eines Kontos sowie unter Umständen Kosten für eine Bewertung der Immobilie, wenn eine Finanzierung in Spanien aufgenommen wird.

In Summe sollten Sie in Spanien mit Kaufnebenkosten von etwa 10 % bis 15 % rechnen, in einzelnen Regionen auch darüber.

Der Aha-Moment: Direkter Vergleich auf einen Blick

Die folgende Tabelle zeigt die typischen Bandbreiten der Kaufnebenkosten in den drei Ländern. Sie ermöglicht eine schnelle Einordnung, allerdings ohne Anspruch auf Vollständigkeit im Einzelfall.

Position

Österreich

Deutschland

Spanien (Bestand)

Grunderwerbsteuer / ITP

3,5 %

3,5 % – 6,5 %

6 % – 11,5 %

Grundbuch / Registrierung

1,1 % (+ ggf. 1,2 % Pfandrecht)

ca. 0,5 %

ca. 0,5 % – 1 %

Notar / Vertrag

1 % – 3 % (zzgl. USt.)

ca. 1 % – 1,5 %

ca. 0,5 % – 1 %

Anwalt (optional)

im Vertrag enthalten

nicht üblich

1 % – 1,5 %

Maklerprovision Käufer

bis 3,6 % inkl. USt.

ca. 3 % – 3,57 % inkl. USt.

üblicherweise 0 %

Summe Kaufnebenkosten

ca. 9 % – 11 %

ca. 8 % – 12 %

ca. 10 % – 15 %

Der eigentliche Aha-Moment liegt nicht allein in den Prozentsätzen, sondern in der unterschiedlichen Verteilung: Während in Österreich die Belastung verlässlich und transparent ausfällt, schwanken die deutschen Nebenkosten stark zwischen den Bundesländern. In Spanien wiederum entfällt die Maklerprovision für den Käufer typischerweise, dafür sind Steuern und regional bedingte Abgaben höher.

Praktische Hinweise für Käufer

Eigenkapitalplanung

Banken finanzieren in der Regel den Kaufpreis, jedoch nicht die Nebenkosten. Wer ein Investment plant, sollte die genannten Prozentsätze als zusätzliches Eigenkapital einplanen. Bei einer Immobilie im Wert von 400.000 Euro bedeutet dies je nach Land 32.000 bis 60.000 Euro zusätzliche Mittel.

Auswirkungen auf die Rendite

Höhere Kaufnebenkosten verlängern die Amortisationsdauer. Bei einer angenommenen Nettomietrendite von 4 % können zwei Prozentpunkte mehr Nebenkosten die Rückflussdauer um mehrere Monate verschieben. Insbesondere bei kürzerer geplanter Haltedauer wirkt sich dieser Effekt deutlich aus.

Steuerliche Aspekte

In allen drei Ländern können Kaufnebenkosten unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich relevant werden – etwa über die Abschreibung der Anschaffungskosten bei vermieteten Objekten. Die konkreten Regeln unterscheiden sich, weshalb eine länderspezifische Beratung sinnvoll ist.

Sprachliche und rechtliche Besonderheiten

Beim Kauf in Spanien kommen häufig fremdsprachige Dokumente und ein abweichendes Rechtssystem hinzu. Ein unabhängiger Anwalt sowie ein vereidigter Übersetzer können hier eine wichtige Rolle spielen. In Deutschland und Österreich übernimmt der Notar einen Teil dieser Aufgaben, ersetzt jedoch keine eigenständige Prüfung der Vertragsinhalte.

Welches Land ist am günstigsten?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Wer auf reine Nebenkosten schaut, findet in Bayern oder Sachsen mit 3,5 % Grunderwerbsteuer attraktive Bedingungen. In Österreich profitieren Käufer von einer stabilen und vorhersehbaren Struktur. Spanien ist insbesondere dann interessant, wenn die Bruttorendite über Lage, Tourismusnachfrage oder Wertentwicklung die höheren Erwerbskosten ausgleicht.

Wichtig ist, die Nebenkosten immer im Gesamtkontext zu betrachten: Kaufpreisniveau, Mietrendite, Wertsteigerungspotenzial, laufende Kosten und steuerliche Behandlung im jeweiligen Land sind zusammen entscheidend.

Zusammenfassung

Kaufnebenkosten sind ein wesentlicher Teil jeder Immobilieninvestition. In Österreich liegen sie in einem nachvollziehbaren Korridor von rund 9 % bis 11 %. In Deutschland reichen sie je nach Bundesland und Maklerbeteiligung von etwa 8 % bis 12 %. In Spanien sind je nach Region und Objektart 10 % bis 15 % einzuplanen.

Für eine fundierte Entscheidung empfiehlt sich eine länderspezifische Kalkulation aller Positionen sowie eine ehrliche Einschätzung der eigenen Haltedauer und Renditeerwartung.

Ihr nächster Schritt

Sie möchten den Kauf einer Immobilie im In- oder Ausland strukturiert planen und benötigen eine Einschätzung Ihrer individuellen Situation? Auf investmentandliving.com finden Sie weiterführende Informationen, aktuelle Marktanalysen und die Möglichkeit, Kontakt zu unseren Beraterinnen und Beratern aufzunehmen. So planen Sie Ihre nächste Investition mit einer klaren Datenbasis – inklusive aller Nebenkosten.

Kaufnebenkosten beim Immobilienerwerb: Österreich, Deutschland und Spanien im direkten Vergleich

Wer eine Immobilie erwirbt, plant in der Regel mit dem Kaufpreis – und unterschätzt häufig die zusätzlichen Erwerbskosten. Diese sogenannten Kaufnebenkosten können je nach Land zwischen rund 6 % und über 15 % des Kaufpreises ausmachen. Für Anlegerinnen und Anleger, die international investieren möchten, ist ein genauer Blick auf die Kostenstruktur in den jeweiligen Ländern entscheidend, um die Gesamtrendite einer Immobilie realistisch zu kalkulieren.

In diesem Beitrag erhalten Sie einen strukturierten Überblick über die typischen Nebenkosten beim Immobilienkauf in Österreich, Deutschland und Spanien. Sie erfahren, welche Positionen üblich sind, wie hoch sie ausfallen und worauf Sie bei der Kalkulation achten sollten.

Warum die Kaufnebenkosten so wichtig sind

Die Kaufnebenkosten sind jene Beträge, die zusätzlich zum eigentlichen Kaufpreis anfallen. Dazu zählen typischerweise Steuern, Notar- und Grundbuchgebühren, Maklerprovisionen sowie länderspezifische Abgaben. Für die Finanzierungsplanung sind sie aus zwei Gründen relevant:

  • Sie müssen in der Regel aus Eigenmitteln aufgebracht werden, da Banken sie üblicherweise nicht mitfinanzieren.

  • Sie beeinflussen die effektive Anschaffungssumme und damit die Renditeberechnung über die gesamte Haltedauer.

Eine fundierte Vorbereitung schützt vor unangenehmen Überraschungen. Wenn Sie sich grundsätzlich mit dem Thema Vermögensaufbau über Immobilien beschäftigen, finden Sie weiterführende Überlegungen in unserem Beitrag zur Immobilie als Kapitalanlage 2026.

Kaufnebenkosten in Österreich

In Österreich ist die Struktur der Kaufnebenkosten klar geregelt und für Käufer gut nachvollziehbar. Folgende Positionen fallen typischerweise an:

Grunderwerbsteuer

Die Grunderwerbsteuer beträgt in der Regel 3,5 % des Kaufpreises. Bei Übertragungen innerhalb der Familie kommen abweichende, gestaffelte Sätze zur Anwendung, die deutlich niedriger ausfallen können.

Grundbucheintragungsgebühr

Für die Eintragung des Eigentumsrechts im Grundbuch werden 1,1 % des Kaufpreises fällig. Wird zusätzlich eine Hypothek eingetragen, kommen weitere 1,2 % der Pfandsumme hinzu.

Notar- und Vertragserrichtungskosten

Der Kaufvertrag wird üblicherweise von einem Notar oder Rechtsanwalt erstellt. Die Kosten liegen je nach Aufwand und Kaufpreis bei etwa 1 % bis 3 % zuzüglich Umsatzsteuer.

Maklerprovision

Die Maklerprovision beträgt in Österreich für den Käufer in der Regel bis zu 3 % des Kaufpreises zuzüglich 20 % Umsatzsteuer. Seit der Einführung des Bestellerprinzips im Mietbereich gelten dort andere Regeln; beim Kauf bleibt die Provision in der Praxis weiterhin üblich.

In Summe sollten Sie in Österreich mit Kaufnebenkosten von etwa 9 % bis 11 % des Kaufpreises rechnen.

Kaufnebenkosten in Deutschland

In Deutschland hängt ein wesentlicher Teil der Nebenkosten vom Bundesland ab, in dem die Immobilie liegt. Das gilt insbesondere für die Grunderwerbsteuer.

Grunderwerbsteuer

Die Sätze variieren je nach Bundesland zwischen 3,5 % (Bayern, Sachsen) und 6,5 % (etwa Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Saarland, Schleswig-Holstein, Thüringen). Damit ist die Grunderwerbsteuer der größte Einzelposten innerhalb der deutschen Kaufnebenkosten.

Notar- und Grundbuchkosten

Für die notarielle Beurkundung des Kaufvertrags und die Grundbucheintragung fallen zusammen rund 1,5 % bis 2 % des Kaufpreises an. Die Höhe ist gesetzlich geregelt.

Maklerprovision

Seit Ende 2020 gilt in Deutschland beim Kauf von Wohnimmobilien durch Privatpersonen das Prinzip der geteilten Maklercourtage. Käufer und Verkäufer tragen die Provision jeweils zur Hälfte. Üblich sind insgesamt 5,95 % bis 7,14 % inklusive Umsatzsteuer, sodass auf den Käufer rund 3 % bis 3,57 % entfallen.

Die gesamten Kaufnebenkosten liegen in Deutschland je nach Bundesland und Maklerbeteiligung bei etwa 8 % bis 12 % des Kaufpreises.

Kaufnebenkosten in Spanien

Spanien ist ein beliebter Markt für internationale Käufer, insbesondere in Küstenregionen und auf den Inseln. Die Nebenkosten weichen strukturell deutlich von der Situation in Österreich und Deutschland ab und unterscheiden sich zudem zwischen Bestands- und Neubauimmobilien.

Steuern beim Erwerb

Beim Kauf einer gebrauchten Immobilie fällt die Impuesto sobre Transmisiones Patrimoniales (ITP) an. Der Satz hängt von der jeweiligen autonomen Region ab und liegt typischerweise zwischen 6 % und 10 %. In Andalusien gelten beispielsweise 7 %, auf den Balearen je nach Kaufpreis 8 % bis 11,5 %, in Katalonien zwischen 10 % und 11 %.

Bei Neubauimmobilien direkt vom Bauträger werden hingegen 10 % Mehrwertsteuer (IVA) sowie zusätzlich rund 1,2 % bis 1,5 % Stempelsteuer (AJD) fällig.

Notar-, Registrierungs- und Anwaltskosten

Notar- und Grundbuchkosten zusammen liegen in der Regel bei etwa 1 % bis 2 % des Kaufpreises. International tätige Käufer ziehen meist zusätzlich einen spanischen Anwalt (abogado) hinzu, der den Vertrag prüft, die Eintragung begleitet und die Kommunikation mit Behörden übernimmt. Hierfür sollten Sie weitere 1 % bis 1,5 % einplanen.

Maklerprovision

In Spanien wird die Maklerprovision üblicherweise vom Verkäufer getragen und ist bereits im Kaufpreis enthalten. Sie liegt häufig zwischen 3 % und 6 %. Für den Käufer entstehen daraus in der Regel keine direkten zusätzlichen Kosten.

Weitere Posten

Hinzu kommen Gebühren für die Beantragung der spanischen Steuernummer (NIE), Bankgebühren bei der Eröffnung eines Kontos sowie unter Umständen Kosten für eine Bewertung der Immobilie, wenn eine Finanzierung in Spanien aufgenommen wird.

In Summe sollten Sie in Spanien mit Kaufnebenkosten von etwa 10 % bis 15 % rechnen, in einzelnen Regionen auch darüber.

Der Aha-Moment: Direkter Vergleich auf einen Blick

Die folgende Tabelle zeigt die typischen Bandbreiten der Kaufnebenkosten in den drei Ländern. Sie ermöglicht eine schnelle Einordnung, allerdings ohne Anspruch auf Vollständigkeit im Einzelfall.

Position

Österreich

Deutschland

Spanien (Bestand)

Grunderwerbsteuer / ITP

3,5 %

3,5 % – 6,5 %

6 % – 11,5 %

Grundbuch / Registrierung

1,1 % (+ ggf. 1,2 % Pfandrecht)

ca. 0,5 %

ca. 0,5 % – 1 %

Notar / Vertrag

1 % – 3 % (zzgl. USt.)

ca. 1 % – 1,5 %

ca. 0,5 % – 1 %

Anwalt (optional)

im Vertrag enthalten

nicht üblich

1 % – 1,5 %

Maklerprovision Käufer

bis 3,6 % inkl. USt.

ca. 3 % – 3,57 % inkl. USt.

üblicherweise 0 %

Summe Kaufnebenkosten

ca. 9 % – 11 %

ca. 8 % – 12 %

ca. 10 % – 15 %

Der eigentliche Aha-Moment liegt nicht allein in den Prozentsätzen, sondern in der unterschiedlichen Verteilung: Während in Österreich die Belastung verlässlich und transparent ausfällt, schwanken die deutschen Nebenkosten stark zwischen den Bundesländern. In Spanien wiederum entfällt die Maklerprovision für den Käufer typischerweise, dafür sind Steuern und regional bedingte Abgaben höher.

Praktische Hinweise für Käufer

Eigenkapitalplanung

Banken finanzieren in der Regel den Kaufpreis, jedoch nicht die Nebenkosten. Wer ein Investment plant, sollte die genannten Prozentsätze als zusätzliches Eigenkapital einplanen. Bei einer Immobilie im Wert von 400.000 Euro bedeutet dies je nach Land 32.000 bis 60.000 Euro zusätzliche Mittel.

Auswirkungen auf die Rendite

Höhere Kaufnebenkosten verlängern die Amortisationsdauer. Bei einer angenommenen Nettomietrendite von 4 % können zwei Prozentpunkte mehr Nebenkosten die Rückflussdauer um mehrere Monate verschieben. Insbesondere bei kürzerer geplanter Haltedauer wirkt sich dieser Effekt deutlich aus.

Steuerliche Aspekte

In allen drei Ländern können Kaufnebenkosten unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich relevant werden – etwa über die Abschreibung der Anschaffungskosten bei vermieteten Objekten. Die konkreten Regeln unterscheiden sich, weshalb eine länderspezifische Beratung sinnvoll ist.

Sprachliche und rechtliche Besonderheiten

Beim Kauf in Spanien kommen häufig fremdsprachige Dokumente und ein abweichendes Rechtssystem hinzu. Ein unabhängiger Anwalt sowie ein vereidigter Übersetzer können hier eine wichtige Rolle spielen. In Deutschland und Österreich übernimmt der Notar einen Teil dieser Aufgaben, ersetzt jedoch keine eigenständige Prüfung der Vertragsinhalte.

Welches Land ist am günstigsten?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Wer auf reine Nebenkosten schaut, findet in Bayern oder Sachsen mit 3,5 % Grunderwerbsteuer attraktive Bedingungen. In Österreich profitieren Käufer von einer stabilen und vorhersehbaren Struktur. Spanien ist insbesondere dann interessant, wenn die Bruttorendite über Lage, Tourismusnachfrage oder Wertentwicklung die höheren Erwerbskosten ausgleicht.

Wichtig ist, die Nebenkosten immer im Gesamtkontext zu betrachten: Kaufpreisniveau, Mietrendite, Wertsteigerungspotenzial, laufende Kosten und steuerliche Behandlung im jeweiligen Land sind zusammen entscheidend.

Zusammenfassung

Kaufnebenkosten sind ein wesentlicher Teil jeder Immobilieninvestition. In Österreich liegen sie in einem nachvollziehbaren Korridor von rund 9 % bis 11 %. In Deutschland reichen sie je nach Bundesland und Maklerbeteiligung von etwa 8 % bis 12 %. In Spanien sind je nach Region und Objektart 10 % bis 15 % einzuplanen.

Für eine fundierte Entscheidung empfiehlt sich eine länderspezifische Kalkulation aller Positionen sowie eine ehrliche Einschätzung der eigenen Haltedauer und Renditeerwartung.

Ihr nächster Schritt

Sie möchten den Kauf einer Immobilie im In- oder Ausland strukturiert planen und benötigen eine Einschätzung Ihrer individuellen Situation? Auf investmentandliving.com finden Sie weiterführende Informationen, aktuelle Marktanalysen und die Möglichkeit, Kontakt zu unseren Beraterinnen und Beratern aufzunehmen. So planen Sie Ihre nächste Investition mit einer klaren Datenbasis – inklusive aller Nebenkosten.

Kaufnebenkosten beim Immobilienerwerb: Österreich, Deutschland und Spanien im direkten Vergleich

Wer eine Immobilie erwirbt, plant in der Regel mit dem Kaufpreis – und unterschätzt häufig die zusätzlichen Erwerbskosten. Diese sogenannten Kaufnebenkosten können je nach Land zwischen rund 6 % und über 15 % des Kaufpreises ausmachen. Für Anlegerinnen und Anleger, die international investieren möchten, ist ein genauer Blick auf die Kostenstruktur in den jeweiligen Ländern entscheidend, um die Gesamtrendite einer Immobilie realistisch zu kalkulieren.

In diesem Beitrag erhalten Sie einen strukturierten Überblick über die typischen Nebenkosten beim Immobilienkauf in Österreich, Deutschland und Spanien. Sie erfahren, welche Positionen üblich sind, wie hoch sie ausfallen und worauf Sie bei der Kalkulation achten sollten.

Warum die Kaufnebenkosten so wichtig sind

Die Kaufnebenkosten sind jene Beträge, die zusätzlich zum eigentlichen Kaufpreis anfallen. Dazu zählen typischerweise Steuern, Notar- und Grundbuchgebühren, Maklerprovisionen sowie länderspezifische Abgaben. Für die Finanzierungsplanung sind sie aus zwei Gründen relevant:

  • Sie müssen in der Regel aus Eigenmitteln aufgebracht werden, da Banken sie üblicherweise nicht mitfinanzieren.

  • Sie beeinflussen die effektive Anschaffungssumme und damit die Renditeberechnung über die gesamte Haltedauer.

Eine fundierte Vorbereitung schützt vor unangenehmen Überraschungen. Wenn Sie sich grundsätzlich mit dem Thema Vermögensaufbau über Immobilien beschäftigen, finden Sie weiterführende Überlegungen in unserem Beitrag zur Immobilie als Kapitalanlage 2026.

Kaufnebenkosten in Österreich

In Österreich ist die Struktur der Kaufnebenkosten klar geregelt und für Käufer gut nachvollziehbar. Folgende Positionen fallen typischerweise an:

Grunderwerbsteuer

Die Grunderwerbsteuer beträgt in der Regel 3,5 % des Kaufpreises. Bei Übertragungen innerhalb der Familie kommen abweichende, gestaffelte Sätze zur Anwendung, die deutlich niedriger ausfallen können.

Grundbucheintragungsgebühr

Für die Eintragung des Eigentumsrechts im Grundbuch werden 1,1 % des Kaufpreises fällig. Wird zusätzlich eine Hypothek eingetragen, kommen weitere 1,2 % der Pfandsumme hinzu.

Notar- und Vertragserrichtungskosten

Der Kaufvertrag wird üblicherweise von einem Notar oder Rechtsanwalt erstellt. Die Kosten liegen je nach Aufwand und Kaufpreis bei etwa 1 % bis 3 % zuzüglich Umsatzsteuer.

Maklerprovision

Die Maklerprovision beträgt in Österreich für den Käufer in der Regel bis zu 3 % des Kaufpreises zuzüglich 20 % Umsatzsteuer. Seit der Einführung des Bestellerprinzips im Mietbereich gelten dort andere Regeln; beim Kauf bleibt die Provision in der Praxis weiterhin üblich.

In Summe sollten Sie in Österreich mit Kaufnebenkosten von etwa 9 % bis 11 % des Kaufpreises rechnen.

Kaufnebenkosten in Deutschland

In Deutschland hängt ein wesentlicher Teil der Nebenkosten vom Bundesland ab, in dem die Immobilie liegt. Das gilt insbesondere für die Grunderwerbsteuer.

Grunderwerbsteuer

Die Sätze variieren je nach Bundesland zwischen 3,5 % (Bayern, Sachsen) und 6,5 % (etwa Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Saarland, Schleswig-Holstein, Thüringen). Damit ist die Grunderwerbsteuer der größte Einzelposten innerhalb der deutschen Kaufnebenkosten.

Notar- und Grundbuchkosten

Für die notarielle Beurkundung des Kaufvertrags und die Grundbucheintragung fallen zusammen rund 1,5 % bis 2 % des Kaufpreises an. Die Höhe ist gesetzlich geregelt.

Maklerprovision

Seit Ende 2020 gilt in Deutschland beim Kauf von Wohnimmobilien durch Privatpersonen das Prinzip der geteilten Maklercourtage. Käufer und Verkäufer tragen die Provision jeweils zur Hälfte. Üblich sind insgesamt 5,95 % bis 7,14 % inklusive Umsatzsteuer, sodass auf den Käufer rund 3 % bis 3,57 % entfallen.

Die gesamten Kaufnebenkosten liegen in Deutschland je nach Bundesland und Maklerbeteiligung bei etwa 8 % bis 12 % des Kaufpreises.

Kaufnebenkosten in Spanien

Spanien ist ein beliebter Markt für internationale Käufer, insbesondere in Küstenregionen und auf den Inseln. Die Nebenkosten weichen strukturell deutlich von der Situation in Österreich und Deutschland ab und unterscheiden sich zudem zwischen Bestands- und Neubauimmobilien.

Steuern beim Erwerb

Beim Kauf einer gebrauchten Immobilie fällt die Impuesto sobre Transmisiones Patrimoniales (ITP) an. Der Satz hängt von der jeweiligen autonomen Region ab und liegt typischerweise zwischen 6 % und 10 %. In Andalusien gelten beispielsweise 7 %, auf den Balearen je nach Kaufpreis 8 % bis 11,5 %, in Katalonien zwischen 10 % und 11 %.

Bei Neubauimmobilien direkt vom Bauträger werden hingegen 10 % Mehrwertsteuer (IVA) sowie zusätzlich rund 1,2 % bis 1,5 % Stempelsteuer (AJD) fällig.

Notar-, Registrierungs- und Anwaltskosten

Notar- und Grundbuchkosten zusammen liegen in der Regel bei etwa 1 % bis 2 % des Kaufpreises. International tätige Käufer ziehen meist zusätzlich einen spanischen Anwalt (abogado) hinzu, der den Vertrag prüft, die Eintragung begleitet und die Kommunikation mit Behörden übernimmt. Hierfür sollten Sie weitere 1 % bis 1,5 % einplanen.

Maklerprovision

In Spanien wird die Maklerprovision üblicherweise vom Verkäufer getragen und ist bereits im Kaufpreis enthalten. Sie liegt häufig zwischen 3 % und 6 %. Für den Käufer entstehen daraus in der Regel keine direkten zusätzlichen Kosten.

Weitere Posten

Hinzu kommen Gebühren für die Beantragung der spanischen Steuernummer (NIE), Bankgebühren bei der Eröffnung eines Kontos sowie unter Umständen Kosten für eine Bewertung der Immobilie, wenn eine Finanzierung in Spanien aufgenommen wird.

In Summe sollten Sie in Spanien mit Kaufnebenkosten von etwa 10 % bis 15 % rechnen, in einzelnen Regionen auch darüber.

Der Aha-Moment: Direkter Vergleich auf einen Blick

Die folgende Tabelle zeigt die typischen Bandbreiten der Kaufnebenkosten in den drei Ländern. Sie ermöglicht eine schnelle Einordnung, allerdings ohne Anspruch auf Vollständigkeit im Einzelfall.

Position

Österreich

Deutschland

Spanien (Bestand)

Grunderwerbsteuer / ITP

3,5 %

3,5 % – 6,5 %

6 % – 11,5 %

Grundbuch / Registrierung

1,1 % (+ ggf. 1,2 % Pfandrecht)

ca. 0,5 %

ca. 0,5 % – 1 %

Notar / Vertrag

1 % – 3 % (zzgl. USt.)

ca. 1 % – 1,5 %

ca. 0,5 % – 1 %

Anwalt (optional)

im Vertrag enthalten

nicht üblich

1 % – 1,5 %

Maklerprovision Käufer

bis 3,6 % inkl. USt.

ca. 3 % – 3,57 % inkl. USt.

üblicherweise 0 %

Summe Kaufnebenkosten

ca. 9 % – 11 %

ca. 8 % – 12 %

ca. 10 % – 15 %

Der eigentliche Aha-Moment liegt nicht allein in den Prozentsätzen, sondern in der unterschiedlichen Verteilung: Während in Österreich die Belastung verlässlich und transparent ausfällt, schwanken die deutschen Nebenkosten stark zwischen den Bundesländern. In Spanien wiederum entfällt die Maklerprovision für den Käufer typischerweise, dafür sind Steuern und regional bedingte Abgaben höher.

Praktische Hinweise für Käufer

Eigenkapitalplanung

Banken finanzieren in der Regel den Kaufpreis, jedoch nicht die Nebenkosten. Wer ein Investment plant, sollte die genannten Prozentsätze als zusätzliches Eigenkapital einplanen. Bei einer Immobilie im Wert von 400.000 Euro bedeutet dies je nach Land 32.000 bis 60.000 Euro zusätzliche Mittel.

Auswirkungen auf die Rendite

Höhere Kaufnebenkosten verlängern die Amortisationsdauer. Bei einer angenommenen Nettomietrendite von 4 % können zwei Prozentpunkte mehr Nebenkosten die Rückflussdauer um mehrere Monate verschieben. Insbesondere bei kürzerer geplanter Haltedauer wirkt sich dieser Effekt deutlich aus.

Steuerliche Aspekte

In allen drei Ländern können Kaufnebenkosten unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich relevant werden – etwa über die Abschreibung der Anschaffungskosten bei vermieteten Objekten. Die konkreten Regeln unterscheiden sich, weshalb eine länderspezifische Beratung sinnvoll ist.

Sprachliche und rechtliche Besonderheiten

Beim Kauf in Spanien kommen häufig fremdsprachige Dokumente und ein abweichendes Rechtssystem hinzu. Ein unabhängiger Anwalt sowie ein vereidigter Übersetzer können hier eine wichtige Rolle spielen. In Deutschland und Österreich übernimmt der Notar einen Teil dieser Aufgaben, ersetzt jedoch keine eigenständige Prüfung der Vertragsinhalte.

Welches Land ist am günstigsten?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Wer auf reine Nebenkosten schaut, findet in Bayern oder Sachsen mit 3,5 % Grunderwerbsteuer attraktive Bedingungen. In Österreich profitieren Käufer von einer stabilen und vorhersehbaren Struktur. Spanien ist insbesondere dann interessant, wenn die Bruttorendite über Lage, Tourismusnachfrage oder Wertentwicklung die höheren Erwerbskosten ausgleicht.

Wichtig ist, die Nebenkosten immer im Gesamtkontext zu betrachten: Kaufpreisniveau, Mietrendite, Wertsteigerungspotenzial, laufende Kosten und steuerliche Behandlung im jeweiligen Land sind zusammen entscheidend.

Zusammenfassung

Kaufnebenkosten sind ein wesentlicher Teil jeder Immobilieninvestition. In Österreich liegen sie in einem nachvollziehbaren Korridor von rund 9 % bis 11 %. In Deutschland reichen sie je nach Bundesland und Maklerbeteiligung von etwa 8 % bis 12 %. In Spanien sind je nach Region und Objektart 10 % bis 15 % einzuplanen.

Für eine fundierte Entscheidung empfiehlt sich eine länderspezifische Kalkulation aller Positionen sowie eine ehrliche Einschätzung der eigenen Haltedauer und Renditeerwartung.

Ihr nächster Schritt

Sie möchten den Kauf einer Immobilie im In- oder Ausland strukturiert planen und benötigen eine Einschätzung Ihrer individuellen Situation? Auf investmentandliving.com finden Sie weiterführende Informationen, aktuelle Marktanalysen und die Möglichkeit, Kontakt zu unseren Beraterinnen und Beratern aufzunehmen. So planen Sie Ihre nächste Investition mit einer klaren Datenbasis – inklusive aller Nebenkosten.

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